Der Ruf nach jüdischen Opfern - Graz

Die Synagoge in Graz von Willard (Diskussion) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons Man kann es ganz kurz zusammenfassen: Es gibt Menschen, die wollen einfach, dass Juden Opfer sind. Ob es sie erregt, wenn Juden Opfer eines Verbrechens werden, vermag ich nicht zu sagen. Man muss aber keine Übergriffe zusammenreimen, wo keine stattfinden. Es gibt eigentlich schon genug davon. Die Obsession dass »Juden vielleicht beteiligt« sein könnten, spricht nicht von einer besonderen Liebe, sondern eher dafür, dass man Juden ausschließlich als Opfer sehen will....

21 Juni 2015 · 2 Minuten

Raubkunst - ein offener Brief

Hier berichtete ich noch vor wenigen Tagen über eine Beschlussvorlage der Stadt Gelsenkirchen zu einem Kunstwerk (»Bacchanale«), welches derzeit im Besitz des Kunstmuseums in Gelsenkirchen ist. Dabei handelt es sich aber um Raubkunst. Es ist schon beschämend genug, dass das Bild nicht einfach zurückgegeben wurde, nachdem deutlich wurde, dass es sich tatsächlich um Raubkunst handelt - nun kommt aber noch eine seltsame Verhandlungstaktik der Stadt Gelsenkirchen hinzu. Wenn man die Beschlussvorlage (siehe hier), die inzwischen vom Rat der Stadt angenommen worden ist, liest, dann könnte man zu der Annahme kommen, die Stadt Gelsenkirchen wollte verhandeln - die Erben der beraubten Familie jedoch nicht....

18 Juni 2015 · 5 Minuten

Der Mossad stiehlt Schuhe! #MossadStoleMyShoes

Wann immer man meint, man hätte schon alle Anti-Israel-Absurditäten gesehen, dann kommt jemand und zieht noch ein weiteres, viel absurderes, Ass aus dem Ärmel. Der britische (Anti-Israel) Aktivist Asghar Bukhari hat ernsthaft behauptet, der Mossad sei in sein Haus eingebrochen und hätte einen (!) Schuh gestohlen. Der Aktivist postete das auf facebook und auf YouTube. Das sind 15 Minuten Spaß bis man merkt, dass es sich bei dem Video nicht um einen satirischen Beitrag handelt....

17 Juni 2015 · 2 Minuten

Die Tora des Herder Verlags

Der Verlag Herder hat eine neue Ausgabe der Tora(h) auf den Markt gebracht. Eine Rezension von mir dazu gibt es hier bei der Jüdischen Allgemeinen. Vor der Schoah erschien eine ganze Reihe von gedruckten Torah-Übersetzungen mit verschiedenen Ansätzen. Die verschiedenen Ausgaben lassen erahnen, wie rege und intensiv die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Texten war. Die Drucke waren oft hervorragend. Schön gestaltete Bände, sehr häufig mit Kommentar und hebräischem Originaltext. Das meiste davon in Fraktur gedruckt – natürlich....

17 Juni 2015 · 4 Minuten

Raubkunst bleibt Raubkunst

Ein Bild, nämlich oben gezeigte »Bacchanale«, ist derzeit im Besitz des Kunstmuseums in Gelsenkirchen - eigentlich. Denn tatsächlich wurde das Bild von Lovis Corinth seinen Besitzern durch die deutsche Regierung geraubt – man sollte vielleicht nicht immer sagen »durch die Nazis«, um die Verantwortung auf einige wenige Personen weiterzureichen – die Familie musste ihren Besitz zwangsversteigern. Übrigens: »Im Kunstmuseum gibt es dank der genauen Katalogisierung keine Raubkunst« Zitat von hier...

15 Juni 2015 · 2 Minuten

Dreht mal den Wind in Bosnien!

In Zenica wurde die Sarajevo Haggadah vor der Zerstörung bewahrt. Eine muslimische Familie versteckte sie und sorgte so dafür, dass man dieses großartige Dokument heute noch anschauen kann oder könnte. Trotz aller Unkenrufe kann man nicht behaupten, dass es in Bosnien eine tradierten Antisemitismus gibt. Während des Bosnienkriegs 1992 bis 1995 versorgte die jüdische Gemeinde von Sarajevo auch Nichtjuden mit, auch mit der Hilfe von Nichtjuden. Religionsübergreifend gegen diejenigen, die plötzlich ethnische Kriterien ins Zentrum des Zusammenlebens stellen wollten....

13 Juni 2015 · 1 Minute

Das Land Israel

Die Grenzen Palästinas nach Rabbiner Joseph Schwarz In hitzigen Medien-Diskussionen rund um den »Nahostkonflikt« (solche Diskussionen sind eigentlich immer hitzig), wird in der Regel irgendein Teilnehmer entweder einen Nazi-Vergleich bringen oder jemand nennt Mahatma Gandhi - soll jedenfalls vorkommen. In Diskussionen ist mindestens ein Nazi-Vergleich unabdingbar. Einige Blogbeiträge zum Thema kommen meist auch nicht ohne aus. Dieses Phänomen ist längst dokumentiert und betrifft nicht nur Diskussionen rund um den Staat Israel und wird als Godwins Gesetz bezeichnet....

27 Mai 2015 · 8 Minuten

Initialwörter in hebräischen Texten

Eine Initiale kennt man im Deutschen ja ganz gut (und wenn alles geklappt hat, sieht man auch eine am Beginn dieses Textes). Das ist ein schönes Gestaltungselement. Wenn es smart ausschauen soll, dann kann man auch schmuckvolle Initale verwenden. In hebräischen Drucken - in erster Linie in religiöser Literatur - findet man weniger Initiale als vielmehr ganze Initialwörter. Das ist ein Element welches man sehr selten in anderen Sprachen sieht. Noch nie gesehen?...

19 Mai 2015 · 3 Minuten

Mal etwas über das Judentum lesen

Bücher in der Mayerschen Buchhandlung Dortmund Bemerkenswert: Eine große Buchhändelskette (die Mayersche) mit etwa 40 Filialen, mit einer ausgefeilten Logistik und, so kann man vermuten, mit keinem zufälligen System der Warenanordnung, hat es nicht geschafft, zumindest ein paar Büchlein zum Thema Judentum zusammenzukratzen. So wird in Dortmund ein Bändchen mit dem Titel Talmud flankiert von Koranausgaben. Wobei nicht ganz klar ist, ob die Mayersche annimmt, die Auswahl habe etwas mit Judentum zu tun....

16 Mai 2015 · 2 Minuten

In der Portugiesischen Synagoge

Der erste Eindruck von der Portgiesischen Synagoge in Amsterdam ist »groß«. Es riecht nach altem Holz, Sand liegt auf dem Boden. Man blickt über viele Bankreihen zum Aaron haKodesch, dem Schrein, in dem die Torahrollen aufbewahrt werden. Ein großartiges Gefühl, wenn man in der alten (aus dem 17. Jahrhundert) Synagoge steht, die heute tatsächlich auch noch als Synagoge genutzt wird. An vielen Orten Europas kann man das heute nicht mehr so einfach nachvollziehen, weil viele Fäden mit der Schoah abgeschnitten wurden....

06 Mai 2015 · 2 Minuten