Zwei Leidenschaften

Der Kommentar zum Kommentar zu „Jüdische Sozialdemokraten treffen sich” stammt nicht aus meiner Feder, sondern von niemand geringerem als Kurt Tucholsky, der sich freilich nicht wehren kann, wenn ich seine Texte verwende ;-) »Das deutsche Volk«, hat einmal einer gesagt, »besitzt zwei Leidenschaften: das Bier und den Antisemitismus.« Wenn man die Vorbereitungen zu den preußischen Wahlen mitansieht, muß man sagen, dass das Bier zwar achtprozentig, der Antisemitismus aber hundertprozentig ist. Die blinde Wut, mit der in Wahlparolen und an Stammtischen auf die Juden geschimpft wird, schmeckt verdächtig fatal....

21 Okt. 2007 · 7 Minuten · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Jüdische Sozialdemokraten trafen sich...

Der Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten traf sich am vergangenen Wochenende zu einem ersten Bundesseminar in Berlin. Für talmud.de hat Wolfgang Sunderbrink darüber berichtet: Alte und neue Nazis können aufatmen! Die SPD ist wieder eine „verjudete“ Partei! Am 12. und 13.10.2007 fand im Willy-Brandt-Haus in Berlin das 1. Bundesseminar jüdischer Sozialdemokraten und –innen statt. Angereist waren Jüdinnen und Juden aus allen Teilen Deutschlands. … Die gewählten (und in Rekordzeit bestätigten) Sprecher des Arbeitskreises berichteten über die bisherigen Aktivitäten, hier sei nur erwähnt die „Unterstützung für das Recht auf freie Religionsausübung und den Bau muslimischer Kultuseinrichtungen“....

18 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Das passende Vorurteil zu jeder orthodoxen Gruppe

The all inclusive guide to judging and labeling every orthodox Jewish sect bietet ein passendes Vorurteil zu (fast?) jeder orthodoxen Grupperierung (bitte zur Kenntnis nehmen, dass es sich um Satire handelt), so hat man schnell eine passende Meinung, wenn man danach gefragt wird. Der Autor hat sich wirklich Mühe gemacht, zu vielen der zahllosen Varianten ein passendes Vorurteil anzubieten (auf der anderen Seite: es kursieren ja genug): Charedi, Chassidisch, Modern Chasidish, Flexidish, Yeshivish Black Hat, Yeshivish Modern, Modern Orthodox Black Hat, Modern Orthodox Machmir, Modern Orthodox Liberal, Lubavitch (non-yechi), Lubavitch (Meshichist), Lubavitch Modern, Carlebachian, Shomer Mitzvot, Conservadox, Flexidox, 612 Mitzvahdox, Athiestadox, Ruraldox, Kahanadox, Femidox, Issurdox, Veganox, Homodox....

17 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Guilt and gelt

Warum koscheres Bier anscheinend so beliebt ist klärt Daphna Berman in Ha’aretz. Er fasst noch einmal zusammen, was ich hier vor einiger Zeit schrieb und lässt noch einige andere Personen sehr klar zu Wort kommen: Other members of the Jewish community echo Guski’s opinions. “No one needs this beer,” said Akiwa Heller, the owner of Aviv, a kosher grocery store in Frankfurt. “Nearly all German beers are kosher and to tell you the truth, 90 percent of the Jews in Germany don’t care about the kosher question....

14 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Chuzpe weg vom Fenster?

Nach einem Jahr der Inaktivität kann man annehmen, dass sich ein jüdisches deutschsprachiges Blog von der Öffentlichkeit verabschiedet hat. Im Chuzpeblog geht scheinbar nichts mehr. Im November 2003 gestartet, gehörte es zu den frühen jüdischen Blogs in deutscher Sprache. Übrigens war diese Geschichte nicht weniger frech als das Magazin Chuzpe das es mal von irgendeinem Studentenverband gab und leider eingestellt wurde.

11 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Frankfurter Liberale nun mit Synagoge

Die Westendsynagoge an der Altkönigstraße in Frankfurt am Main wurde am 28. September 1910 vollständig eingeweiht und anders als bei den orthodoxen Synagogen war schon damals der Innenraum für Männer und Frauen zugänglich. Männer saßen auf der rechten Seite und die Frauen auf der linken Seite der Synagoge. Seit ihrer Wiedereinweihung 1950 wurde das Synagogengebäude für Gebete nach orthodoxem Ritus genutzt und seit diesem Wochenende ist auch dort wieder der liberale Ritus zuhause....

08 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Familienmen(t)sch

Schon vor den Hohen Feiertagen sah ich irgendwo eine Anzeige für das Magazin „Familienmentsch” ohne wirklich genau darauf zu achten. Jedenfalls war mein erster Gedanke „Aha, Chabad macht wieder etwas neues” - weil tatsächlich viele Initiativen die in zeitgemäßer Verpackung daherkommen, auch von Chabad gemacht worden sind. Das t in Familienmen_t_sch stützte diese erste Vermutung, weist es doch auf das jiddische Wort Mentsch????? hin. Ein ????? ist eine Person, die durch und durch gut ist und gutes tut....

05 Okt. 2007 · 1 Minute · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Mishkan Tfilah kündigt sich an...

Schon im Oktober 2006 hätte er erscheinen sollen, der neue Siddur der amerikanischen Reformbewegung, Mishkan T’filah. Bekanntlich ist es nicht dazu gekommen. Statt dessen gab es einige Draft Exemplare auf verschiedenen Veranstaltungen der Reformbewegung. Nun kündigt sich mit kleinen „Häppchen” -Informationen in der Presse aber tatsächlich die tatsächliche Veröffentlichung an. So berichtete die JTA nun, dass die Brachah, welche die Wiedererweckung der Toten erwähnt in den Siddur zurückgekehrt ist und nun die Varianten mechaje ha’metim und mechaje ha’kol lesbar sind....

01 Okt. 2007 · 2 Minuten · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Jom Kippur, Lederschuhe und unbequeme Reformrabbiner

Die Jamim Noraim sind traditionell eine gute Gelegenheit, sich intensivst mit der eigenen Position auseinander zu setzen und zumeist eine Zeit besonderer Observanz. So organisierte ich frühzeitig die Lektüre für die wenigen Stunden zwischen Schacharit und Minchah an Jom Kippur. Das Kescher-Magazin des Abraham-Geiger-Kollegs brachte in diesem Jahr in der Ausgabe für die Hohen Feiertage einen gekürzten Artikel von Rabbiner Abraham Kohn. Dieser schrieb ihn für die Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie die zwischen 1835 und 1839 mit jährlich drei Heften von Abraham Geiger herausgegeben wurde....

24 Sept. 2007 · 2 Minuten · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]

Die Lobby und die Koscher Nostra

Im März 2006 veröffentlichten John J. Mearsheimer und Stephen Walt ihren Aufsatz „The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy” (hier). Der hat schon für Wirbel gesorgt, aber nun erschien in diesem Monat die erweiterte Fassung als Buch, sowohl in den USA, als auch in Deutschland. Zusammengefasst soll das Buch wohl folgendes aussagen: Die Nahostpolitik der USA diene nicht ihren eigenen nationalen Interesse (in dem Zusammenhang ist selbstverständlich klar, in wessen Interesse) und fördere deshalb sogar selber den Antiamerikanismus in der arabischen Welt, ach ja, am Irak-Krieg sei diese Lobby letztendlich auch Schuld....

19 Sept. 2007 · 7 Minuten · map[email:hallo@sprachkasse.de name:Chajm Guski]