Schmuel Archevolti

Und nun etwas vollkommen anderes: Zwischendurch schiebe ich gerne (nahezu) vergessene Persönlichkeiten in den Vordergrund. Eine solche ist etwa Rabbiner Schmuel Archevolti (1530-1611). Geboren in Cesena, war er Rabbiner in Padua, Talmudgelehrter, halachischer Experte, aber auch ein großer Experte der hebräischen Sprache und Dichtung. Er dichtete natürlich auch selbst. Eines seiner Gedichte (eigentlich ein Bakascha) ist dieses hier: Lechah nivi. Vermutlich mittlerweile vollständig vergessen, aber man fragt sich, warum es nicht Einzug in das eine oder andere Siddur gefunden hat....

23 Nov. 2014 · 1 Minute

Hass und Lebensgrundlagen

Die aktuellen Ereignisse und Diskussionen bestätigen einen Text, der kurz vor Har Nof geschrieben wurde. Eigentlich geht es um Jizchak und den Wochenabschnitt Toldot. Aber am Rande geht es um Ereignisse rund um Brunnen: Kaum haben Jizchak und seine Leute einen Brunnen fertiggestellt (19–20), kommen die Hirten Gerars. Obwohl sie oder ihre Verwandten vorhandene Brunnen zugeschüttet haben, wie der Text der Tora berichtet (26,15), und sie sich nicht für das Wasser interessiert haben, sagen sie nun: »Das ist unser Wasser!...

20 Nov. 2014 · 2 Minuten

Har Nof

Während der nächsten Tage wird mir das während der Amidah des Morgengebets durch den Kopf gehen. Während die Beter in der Bnei Torah Synagoge in Har Nof gerade die leise Amidah sprechen (Bericht hier) dringen zwei Attentäter ein und wollen die Beter töten. Sie töteten fünf Menschen. Warum? Die Antwort auf die Frage liegt doch auf der Hand: Weil sie Juden sind. Oder wir bemühen die Erklärungsversuche die sonst kursieren: Ein palästinensischer Busfahrer wurde erhängt in seinem Bus gefunden....

18 Nov. 2014 · 2 Minuten

Folgenschwere Vertrauensbrüche

Im Juni schrieb ich über die möglichen Vertrauensbrüche in Frankfurt: ein Händler (Aviv) soll nicht geschächtetes Fleisch als koscheres verkauft haben. Er soll das Fleisch also geradezu gestreckt haben. Würde sich das bewahrheiten, hätten seine Kunden nichtkoscheres Fleisch verzehrt, müssten ihre Küchen neu kaschern und hätten über längere Zeit nichtkoscher gegessen. Jetzt hat der Betreiber des Geschäfts es zugegeben: Er hat Fleisch umdeklariert. Die Folgen dürften verheerend sein. Viele jüdische Einrichtungen bezogen von dort Fleisch und sind somit ab sofort nicht mehr koscher....

14 Okt. 2014 · 1 Minute

Das war Jom Kippur

[…]denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern. Rainer Maria Rilke, Archaïscher Torso Apollos Teschuwah also die Umkehr verlangt eine (zuweilen schmerzhafte) Konfrontation mit sich selbst. Das dürfte der schwierigste Teil sein: Gewohnheiten abzulegen und sich neue (im Idealfall bessere) Verhaltensweisen anzueignen. Es ist schwierig, sich selber kritisch zu hinterfragen. Gut beraten sind diejenigen, die Korrektive haben, also Menschen, die einem die Wahrheit sagen und es dabei nicht böse meinen....

08 Okt. 2014 · 2 Minuten

Schmittahjahr und dessen Umgehung

א נישט באארבעט פעלד אום סוכות שנת שמיטה תשס"ח von יעקב (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons Das neue jüdische Jahr 5775 ist ein Schmittah-Jahr. Die Felder müssten/müssen im Lande Israel sich selber überlassen bleiben. Wie alle sieben Jahre. Das ist eine echte Herausforderung, auch für die Gemeinden außerhalb Israels (siehe meinen kurzen Bericht hier), aber innerhalb Israels noch mehr, darüber hat sogar die FAZ berichtet (hier). Eine Einrichtung mit der Bezeichnung Heter Mechira erlaubt eine kreative Umgehung (?...

27 Sept. 2014 · 1 Minute

jüdisch, muslimisch, intellektuell, typisch?

Dr. Hugo Hamid Marcus (Mitte) Verwendung des Bildes mit freundlicher Genehmigung des Lahore Ahmadiyya Islamic Movement Berlin Mosque and Mission In seinem Buch »Children of Abraham: An Introduction to Islam for Jews« erwähnt der Autor Khalid Durán einen Berliner namens Hamid Marcus, der als Jude zum Islam konvertierte und Mitautor einer Koranübersetzung ins Deutsche war. Er schreibt dann kurz und knapp, Marcus sei im KZ ermordet worden. Dahinter steckt offensichtlich eine tragische Geschichte....

20 Sept. 2014 · 10 Minuten

Ba'al Kore und 13 Middot

Was die 13 Middot sind und warum es überhaupt 13 sind, versuche ich in der Jüdischen Allgemeinen zu erklären. Hier abrufbar. Was ein Ba’al Kore ist, wurde in der vergangenen Woche erklärt (oder versucht, zu erklären).

19 Sept. 2014 · 1 Minute

Endlich etwas in der Hand!

Antisemitismus ist ein schwieriges Thema. Wie oft war Schmulik fassungslos. Aber das! Das war genau der Satz, den Schmulik brauchte. Er hatte den Satz auf einer Kundgebung in Berlin gehört. Er hatte den Satz extra auf den Internetseiten der Bundesregierung gesucht, dann auch gefunden, ausgedruckt, den entsprechenden Teil gelb markiert und laminiert. Mehrfach. Das Ergebnis sah aus wie eine Spielkarte und das war es irgendwie ja auch. Schmuliks persönlicher Antisemitismus-Joker:...

15 Sept. 2014 · 1 Minute

Einsichten in die deutsche Torah-Ausgabe

Ein paar visuelle Eindrücke der Torahausgabe »Die Torah – eine deutsche Übersetzung« (siehe Beitrag hier) — Bilder anklicken, um sie größer zu sehen. [gallery columns=“2” ids=“6683,6681,6680,6682”]

12 Sept. 2014 · 1 Minute