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Miqra al pi ha-Mesorah

Chumasch

Oberflächlich betrachtet, geben die meisten Torah-Ausgaben den gleichen hebräischen Text wieder. Das gilt auch für die Vokalzeichen und für die Teamim (Kantillationszeichen). Tatsächlich geht es hier ins Detail. Wenige Ausgaben sind genau gleich. Tatsächlich sind die Herausgeber der jeweiligen Ausgaben häufig auch redaktionell tätig geworden. Beispiele sind etwa Mordechai Breuer, der den Text der Ausgabe Keter Jeruschalajim editiert hat, oder die (in Deutschland gängige) Ausgabe von Wolf Heidenheim, oder auch der Tanach von Koren. Zudem gibt es noch, die bei christlichen Theologen verbreitete Biblia Hebraica Stuttgartensia, die nun ebenfalls erneut überarbeitet wurde.
Online gibt es eine Ausgabe von Mechon Mamre, zu der vermerkt ist, dass sie sorgfältig überarbeitet wurde, allerdings ist nicht ganz klar, was dort überarbeitet wurde. Wer also den Text weiternutzen möchte, darf das nicht tun, weil er mit einem Copyright versehen ist. Die anderen Texte übrigens schon gar nich und wer tippt schon den Text komplett ab?

Nun gibt es eine Ausgabe, die Miqra `al pi ha-Mesorah מקרא על פי המסורה , die sich am Aleppo-Codex und zahlreichen weiteren masoretischen Texten orientiert und den redaktionellen Prozess auch transparent gemacht hat (in hebräischer Sprache hier). Auch im Text selber wird auf Varianten hingewiesen:

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Und auch wichtig: Der Inhalt steht unter einer Creative Commons Lizenz – kann also für andere Projekte weiterverwendet werden. Einige Teile sind noch in Arbeit, aber das vorliegende Ergebnis ist bereits beachtenswert.

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Neue Torah in Düsseldorf


In Düsseldorf wurde eine neue Torahrolle eingeführt.Chabad Düsseldorf hat am Sonntag die letzten Buchstaben durch die Spenderfamilie Tugendhaft in die Torahrolle schreiben lassen und sie dann in das Chabad-Bildungszentrum gebracht.
Die Großeltern bzw. Vorfahren der Familie Tugendhaft war eine in Düsseldorf ansässige Familie, die es nur zum Teil geschafft hat, der Schoah zu entrinnen. 50 Nachkommen der Familie nahmen an den Feierlichkeiten teil und widmeten sowohl Torah, als auch die Veranstaltungen Schaul Dov haKohen und Paka Tugendhaft.

Hier zeigte sich im konkreten Ergebnis, wie gut es die Rabbiner bzw. Schluchim von Chabad verstehen, Menschen für ihre Aktionen zu begeistern und sie so letztendlich auch davon überzeugen, sich finanziell zu engagieren. Das Rezept scheint kein geheimes zu sein, denn man kann ihrer Arbeit ja zusehen. Desto mehr verwundert es, dass andere jüdische Gruppen/Organisationen/Gemeinden dieses Konzept nicht für ihre eigene Outreach/Kiruv Arbeit nicht aufnehmen und beginnen, Interessierte zu sammeln und einzubinden. In Düsseldorf funktioniert das ohne riesiges Zentrum (wenngleich ein größeres entsteht), sondern von einer bescheidenen Basis aus.
Nach sorgfältiger Vorbereitung und unter Aufmerksamkeit, nicht nur aller Chabad Rabbiner Deutschlands, sondern nahezu aller (nichtliberalen) Rabbiner der Region, ein großes Event organisiert.

Düsseldorfs Rabbiner Julian Soussan

Düsseldorfs Rabbiner Julian Soussan

Zur Einführung kamen jedoch nicht nur die Rabbiner der Region, sondern auch interessierte Juden aus den umliegenden Städten und Gemeinden. Zum späteren Konzert mit Avraham Fried kamen auch ganze Gruppen aus Dortmund und Köln und diese bestanden zum größten Teil aus jüngeren Leuten. Hier spiegelt sich offenbar die Aktivität der Rabbiner in Dortmund, Düsseldorf und Köln wider, die einen guten Draht zu ihren jüngeren Gemeindemitgliedern haben und diesen für inhaltliche Arbeit zu nutzen wissen. Als der Name des Düsseldorfer Rabbiner Julian Chaim Soussan auf der Bühne fiel, brandete großer Applaus im Publikum auf und das war sicher kein Höflichkeitsapplaus.

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