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Keine abstrusen Vergleiche

Irgendwann erzählte mir jemand voller Überzeugung, er esse nur Obst, welches von selbst auf den Boden gefallen sei und schon gar nichts, was irgendwo gezüchtet worden sei. Heute weiß ich, dass diese Menschen sich wohl Frutarier (wird zusammen gesprochen, also nicht Frut-Arier) nennen. Es soll nichts verzehrt werden, was die Zerstörung einer Pflanze beinhaltet. Fand ich seltsam, war aber bis dahin in Ordnung. Das Konzept fand ich seltsam, aber nicht verwerflich. Leider haben leidenschaftliche Anhänger solcher kleinen Bewegung aber auch einen gewissen missionarischen Ehrgeiz. Als er sich in Rage redete und ich gedanklich schon aus dem Gespräch ausgestiegen war, kam man auf Schnittblumen und dass die Züchtung von Blumen zu deren Verkauf verwerflich sei. Dann fiel aber die Schlüsselformulierung. Die Blumenzüchtungen im Nachbarland seien niederländische Gewächshaus-KZs. Dem vernünftigen Menschen fällt dazu nicht mehr viel ein und der Früchteextremist versteht die Aufregung nicht, wenn man eine Tulpenzüchtung nicht mit der industriellen Vernichtung einer Menschengruppe verglichen wissen möchte.
Die PETA startete 1994 die Kampagne Der Holocaust auf Deinem Teller und warb zuvor sogar um die Unterstützung von Paul Spiegel. Der war natürlich nicht so begeistert, aber die PETA setzte sich über die Gefühle von Opfern und deren Nachkommen hinweg und zog ihr Projekt durch. Was dann folgte, fasst das Bundesverfassungsgericht so zusammen: Weiterlesen

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Ausgemistete Fotokiste

Erinnern wir uns an das Thema in dem es um Fotografien von Schoahopfern mit den lächelnden Soldaten ging (Opas Fotokiste ausmisten)?
Das Thema war nicht unwichtig, denn in diesem Monat hat sich auch das ARD Magazin Titel Thesen Temperamente diesem angenommen und darüber berichtet. Das Thema bekam also eine angemessene Aufmerksamkeit.
Erst danach erreichte das Thema ebay und wird dort nun im Sicherheitsforum diskutiert.
Dabei wurde ich auf einen anderen Zusammenhang aufmerksam.
Wäre es nicht unerhört, wenn jemand das Plakat der Ausstellung Der Ewige Jude als Postkarte verkaufen würde also ohne Auflagen einfach dieses Paradebeispiel der antisemitischen Propaganda feilbieten würde (hier)?
eb_auk_wand
Wäre es nicht seltsam, dass jemand Fotografien von jüdischen Personen, die eine ganze Zeit nach der Aufnahme der Fotografie Opfer der Schoah wurden, verkaufen würde, zu denen Biographien und Namen verfügbar sind und diese als Verkaufsargument verwendet, statt sie an die Familien der Nachkommen zu übergeben oder einer Stiftung, die sich für die ordnungsgemäße Archivierung des Materials einsetzt und ein ordentliches Gedenken?

They were deported to Riga together with their mother and their aunt in 1942. von hier

Was ist mit Postkarten auf denen Mussolini zu abgebildet ist?

All diese Dinge lassen sich einer Person zuordnen; alles Transaktionen eines Nutzers.
Wäre es nicht interessant, wenn sich diese Person als Mitglied von Hagalil vorstellen würde?

Ich arbeite in diversen Research- Organisationen, auch für Yad Vashem, bin Mitglied bei Hagalil und weltweit tätig. Derlei Behauptungen mit dem Profit sind Verleumdungen, die ich nicht gut heißen kann. Das Geld wird ausschließlich gespendet, wir errichten Stolpersteine in diversen Städten, Zug der Erinnerung wurde durch uns gefördert, wir organisieren den Besuch von Holocaust Opfern in Schulen und die angebotenen Bilder werden nur von Historikern gekauft- wir haben sie vorher für Ausstellungen genutzt.

By the way, die Karte von Mussolini- was soll das denn nun schon wieder?! Ach Gottchen, die stammt aus der Sammlung meiner Oma. von hier

Was ist also davon zu halten?