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Petition für Religionsfreiheit in Israel

Die Sache um die es geht ist keine simple Angelegenheit. Anat Hoffman steht dem Israel Religious Action Center der Reformbewegung vor und engagiert sich für die Women of the Western Wall. Dieser Verbund von Frauen organisiert Treffen und Frauengebetsgruppen vor der Kotel – nicht immer im Bereich des Legalen, denn solche Versammlungen sind eigentlich für Frauen untersagt. Die konservative Bewegung hat deshalb schon seit einiger Zeit einen eigenen Bereich etwas abseits geschaffen.
Am 5. Januar wurde Anat Hoffmann von der Polizei befragt, sie habe an der Kotel einen Tallit getragen – was nicht erlaubt ist (einen kurzen Bericht über die Befragung findet man auf jewschool). Nun bewegt sich das Thema durch die Reformmedien. Vielleicht ein wenig schleppend, einen großen Aufschrei gab es bisher jedenfalls nicht.
Hier ein Bildbericht

Seit heute gibt es nun eine Petition an Benjamin Netanjahu in der gefordert wird, man solle den aktuellen Zustand beenden und den Platz vor der Kotel nicht zu einer ultra-orthodoxen Synagoge machen. Die Chancen dafür stehen schlecht, denn die orthodoxe Schas Partei ist für die Erhaltung der Regierungsmehrheit recht wichtig und kann nicht so einfach übergangen werden. Der Text der Petition ist hier übersetzt verfügbar:

Aktuelle Ereignisse in Israel sind symptomatisch für die andauernde Bevorzugung von Rechten und Wünschen der ultra-orthodoxen Minderheit auf Kosten der Mehrheit. Ob durch die Gesetzgebung der Regierung oder durch Entscheidungen von Gerichten, es scheint so, dass die israelische Demokratie ausgehöhlt wird. von hier

Mag sein, dass die nichtorthodoxen Juden in Israel und der Welt in der Minderheit sind, aber sie machen ihren Einfluss nicht spürbar. Das hat die verschiedensten Gründe, aber sie verhindern bislang natürlich ein Vorwärtskommen in dieser Frage. De facto bestimmt derweil das Israelische Oberrabbinat die Regeln des Spiels.

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Die Vertreibung begann 1933

Gerne gebe ich an dieser Stelle einen Aufruf weiter, der sich mit dem Zentrum gegen Vertreibung beschäftigt:

die Vertreibung fing 1933 an.
Und zwar mit den Intellektuellen, den Künstlern, kritischen Schriftstellern, Journalisten und vielen jüdischen Bürgern. Das Schicksal der Else Lasker-Schüler ist hierfür exemplarisch. Wenn die Bundesrepublik Deutschland ein “Zentrum gegen Vertreibung” unterstützt und mit Steuergeldern ausstattet, so darf diese erste Vertreibung nicht ausgeklammert werden.
Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft hat des halb eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag einrichten lassen. Bis zum 11.6.2009 müssen sich 50.000 Menschen dort eintragen, damit sich der Petitionsausschuss (und dann das Parlament) mit dem Projekt eines erweiterten, eines historisch korrekten “Zentrums” befasst, das auch im Ausland und vor allem in den einst okkupierten Ländern akzeptiert werden kann. Wenn Sie diese Initiative unterstützen möchten, bitten wir Sie um
1.) weitermailen an Ihre Maillingliste und
2.) um Eintragung auf der Petitionsseite (epetitionen.bundestag.de– Allgemeine Kulturpflege – Ergänzung des Zentrums gegen Vertreibung”).

Der Einfachheit halber haben wir die Website www.vertreibung-petition.de eingerichtet, wo Sie alle Informationen finden, wie Sie unterzeichnen können. Auch eine Anleitung, denn das Verfahren ist ein wenig umständlich. Erstunterzeichner sind u.a. die Schauspielerin Hannelore Hoger, Bischöfin Maria Jepsen, Rudolf Dreßler, Ralph Giordano, Jiri Grusa, Reiner Kunze, Wladyslaw Bartoszewski, Guntram Schneider (DGB-Vorsitzender Bezirk NRW), Hans Peters, DGB-Regionsvorsitzender, Wuppertal), Johannes Gerster (Deutsch-Israel. Gesellschaft), Dr. Ingo Haar, Historiker (Uni Wien). Unterstützt wird das Anliegen u.a. vom Deutschen Journalistenverband (djv),den Naturfreunden Deutschlands u. Österreichs, dem “Exil-PEN”, den Kölner und Düsseldorfer Gesellschaften f. Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.