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Heute gibt es die orthodoxe Smicha

Zsolt Balla und Avraham Radbill werden heute ihre orthodoxe Smicha in München erhalten. Damit sind sie die erstern Rabbiner, die nach der Schoah in Deutschland für eine Tätigkeit in Deutschland ausgebildet und ordiniert worden sind. Unterstützt wird das Rabbinerseminar (Jeschivat Beit Zijon) in Berlin durch den Zentralrat und die Ronald S. Lauder Foundation. Unter anderem berichtet das Bayerische Fernsehen aus der Münchner Synagoge. Berichte darüber gibt es auch auf den Internetseiten der Welt und der Orthodox Union. Dort kommen auch die Absolventen selber zu Wort. Die Jüdische Allgemeine brachte in der vergangenen Woche ein Porträt der Jewschiwah in Berlin.

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Unappetitlicheres Hamburg

Im September 2008 waren die Vorgänge in Hamburg unappetitlich, nun sind sie noch etwas unappetitlicher. Wie das Hamburger Abendblatt heute berichtete, hat man nun auch den ehemaligen Gemeindechef vor die Tür gesetzt. Das Argument ein ähnliches wie bei Rabbiner Barsilay. Dieser soll ja kein Rabbiner gewesen sein. Wankum soll dann angeblich kein Jude sein:

Herzberg: “Andreas Wankum ist kein Jude. Wir sind davon überzeugt, dass er unter falscher Flagge gesegelt ist.” Urkunden, die von der Gemeinde geprüft wurden, belegten, dass die Vorfahren von Wankum glaubenslos oder evangelisch gewesen seien. Auch übergetreten sei der Geschäftsmann nicht. Wankum war von 2003 bis 2007 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg sowie Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. von hier

Müssen wir auch hier auf ein Wort der Orthodoxen Rabbinerkonferenz warten, die sich zur Causa Barsilay bisher nicht geäußert hat? Eines ihrer Mitglieder hat die Statusentscheidung gefällt…

:update: Stephan J. Kramer zur Causa Wankum hier, ein Interview Hamburger Abendblatts mit Wankum hier (mich persönlich macht es stutzig, wenn jemand auf die Frage Sind sie Jude antwortet Ich empfinde mich als Jude. Das ist ja kein klares Ja.) Ein Interview mit der Hamburger Morgenpost und der taz Artikel zum gleichen Thema.

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Gut gemeint aber nicht optimal gelöst

Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz hat einiges bewegt, so konnte man hier kürzlich über einen neuen Machzor lesen, der rechtzeitig zu den Hohen Feiertagen fertig wurde und der, zu Recht, allgemeine Verbreitung finden wird. Ein neuer Siddur in gleicher Machart wurde angekündigt, vermutlich werden wir jedoch noch ein wenig darauf warten müssen, denn die Erstellung neuer Siddurim muss ja mit großer Sorgfalt entstehen. Immerhin muss man Respekt dem Leser gegenüber zeigen und dem heiligen Text mit dem arbeitet, zudem haben die modernen Nutzer hohe Ansprüche an Printpublikationen. Diese sind durch die zahlreichen Siddurim und Werke vom US-amerikanischen Markt geweckt worden.
Da überrascht es schon ein wenig, dass man diesen Standard unterläuft, wenn es um die Torah geht. Kürzlich fand das Büchlein Von Bereschit bara Elokim et ha Schama’im bis …ascher assa Mosche e’nei kol Israel seinen Weg in die Gemeinden. Es enthält die Paraschot der regulären Wochentagsabschnitte in einer Zusammenfassung und zwar Aufruf für Aufruf – es ist also eine notwendige Ergänzung für diejenigen, die sich kurz eine Übersicht über die aktuelle Paraschah verschaffen wollen und auch in nucem wissen möchten, worum es in der Haftarah geht. Einige Anmerkungen zum Text der Torah sind ebenfalls dabei. Eine ausführliche, tabellarische, Liste der Wochenabschnitte geht dem Ganzen voran. Eine Publikation also auf die man gerne zurückgreifen wird. Leider hält die Form nicht, was der Inhalt eigentlich verdient hätte und es entsteht schnell der Eindruck, das Heft sei eilig zusammengestellt worden, so finden sich einige Fehler die man auf den ersten Blick erkennt und das untergräbt leider etwas den Wert dem diese Publikation zukommen sollte.
Beginnen wir auf der letzten Seite. Dort endet der letzte Satz mit

Und G’tt sprach zu Moscheh: dies ist das Land, das ich Awraham, Jizchak und

nach und geht es nicht weiter, die nächste Seite in dem Büchlein ist schneeweiß und es endet damit.
Paraschah-Buch der ORT
Dazu ist der gesamte Text in Arial gesetzt, was nicht gerade zur Lesbarkeit der Texte beiträgt und es schaut auch nicht sonderlich beeindruckend aus. Einige Satzteile sind noch in Times New Roman, offenbar wurde dort einfach die Formatierung nicht umgesetzt. Auf eine Navigationshilfe wurde ebenfalls verzichtet, es gibt weder ein Inhaltsverzeichnis, noch eine Kopfzeile die darüber informiert, wo man gerade ist. Im Text tauchen Verweise auf Fußnoten auf, diese werden jedoch nicht wieder aufgegriffen. Im Unterkapitel Anmerkungen wird jedenfalls nicht auf die Fußnotennummerierung Bezug genommen; vermutlich stehen sie aber in Zusammenhang. Hebräischer Text wurde etwas unbeholfen in das Dokument eingefügt, so dass die Schreibrichtung den Rest der Zeile etwas durcheinander brachte
Detailansicht
und die Klammerung dementsprechend nicht mehr stimmt. Wer schon häufiger Dokumente mit Word und lateinisch-hebräischen Fonts verfasst hat, wird diesen Effekt vielleicht kennen.
Hinzu kommt der unterschiedliche Abstand zwischen den Überschriften welche die einzelnen Wochenabschnitte markieren:
Abschnittsüberschriften
Hinzu kommen einige Trennstriche mitten im Text, unterschiedliche Handhabung von Anführungszeichen und einige weitere Patzer die den Eindruck erwecken, hier wurde ein Dokument mit der heißen Nadel gestrickt. Bei einer Weiterverbreitung über das Internet bzw. pdf wäre das ja auch kein Thema, denn man könnte kurzerhand das Dokument einfach fehlerfrei abliefern. Von diesem jedoch wurde bereits eine nicht unerhebliche Zahl gedruckt und es wäre schön gewesen, wenn die Form dem Inhalt gerecht geworden wäre.
Bevor es heißt, ich könne mich nur darüber beschweren, aber es nicht besser machen, wäre hier mein Alternativvorschlag, den ich auch als Word-Template bereitstellen könnte:
Entwurf zum Paraschahbuch
Serifenschrift, eine passende und gefällige hebräische Schrift, Navigationshilfe in der Kopfzeile und Fußnoten direkt auf der entsprechenden Seite. Vielleicht ist Feedback ja erwünscht für eine eventuelle Neuauflage des Büchleins…