Artikel

Ende des Experiments

Hypertexte

Mit »Der Talmud – Hypertext« kündigte ich das Experiment moreschet.de an. Eine Möglichkeit, dass viele Hände an der Übersetzung jüdischer Texte mitarbeiten. Zugleich schrieb ich aber auch:

Chance und Gefahr ist die Möglichkeit, dass jeder Nutzer die Texte bearbeiten kann:
Gefahr nicht unbedingt, weil nicht absehbar ist, was User dort eintragen, sondern vielmehr, weil es durchaus sein könnte, dass die Beteiligung an der Textarbeit sehr zurückhaltend sein wird – das Interesse am Inhalt jedoch sehr hoch.

Tatsächlich gab es rund 80 Anmeldungen für Benutzerkonten, allerdings kaum Textarbeiten. Um nicht zu viele verschiedene Seiten mit Texten pflegen zu müssen, wandern nun die Texte wieder zurück zu talmud.de – siehe etwa hier. Dafür werden sie dort sorgfältig bearbeitet und mit Kommentaren versehen. Damit wird die Anzahl der Texte zwar nur langsam wachsen, aber immerhin irgendwie wachsen.

Artikel

Der Talmud – Hypertext

Torah Or

Torah Or – Zitat plus Stelle

Der Talmud war schon »Hypertext«, bevor das Wort überhaupt modern war. Ein Text, der wiederum auf andere Texte verweist und auf den selber von anderen verwiesen wird. Dieser wird wiederum ergänzt durch weitere Kommentare, auf die wiederum verwiesen wird und die selber auf andere verweisen. In den meisten Ausgaben des Talmud gibt es die Spalte Torah Or, die auf Zitate aus der Torah verweist. Aber auch innherhalb der Gemarah wird querverwiesen auf andere Talmud-Texte und Zitate. Es liegt also fast auf der Hand, dieses Geflecht auch so abzubilden, dass man einen Text hat, der nahezu grenzenlos ist.
Als die ersten sehr wenigen und exemplarischen Übersetzungen des Talmud auf talmud.de erschienen, zeigte sich schnell, dass eine Übersetzung des Textes eigentlich nicht ausreicht und man einen Kommentar gut brauchen kann, um die Diskussion überhaupt zu verstehen. Auf welchen Text wird verwiesen? Wer sagt was? Ein Teil wurde dann auf moreschet.de veröffentlicht. Der Originaltext mit Übersetzung und kleinem Kommentar war schon recht nett. Problematisch war und ist, dass eine Pflege der Daten und Texte nicht durch eine einzelne Person geleistet werden kann. Es wäre doch nett, wenn man bei Torahzitaten, auch die Stelle findet, diese anklicken kann und gleich auch einen Kommentar dazu hat (Raschi etwa). Tatsächlich stehen all diese Informationen mittlerweile in deutscher Sprache zur Verfügung. Allerdings nicht an einer Stelle.
Mit dem zweiten Schritt von moreschet.de soll jetzt ein weiterer Schritt probiert werden: Die Möglichkeit, diesen Hypertext zu ergänzen,zu korrigieren und zu bearbeiten. Beispielhaft wurde auch schon ein wenig Material vorbereitet.
Man interessiert sich etwa für Berachot 2a:
screenshot_berachot2

Im Text ist ein Verweis auf 1. Mosche 1,5 – diese Stelle kann natürlich geöffnet werden:
screenshot_bereschit

Wer noch weiter einsteigen möchte, kann einen Blick in den Raschi-Kommentar werfen:
screenshot_raschi_al_bereschit

oder in einen Midrasch. Alles das ist auch über mobile Geräte ganz gut aufruf- und benutzbar.
Chance und Gefahr ist die Möglichkeit, dass jeder Nutzer die Texte bearbeiten kann:
jonah_bearbeit
Gefahr nicht unbedingt, weil nicht absehbar ist, was User dort eintragen, sondern vielmehr, weil es durchaus sein könnte, dass die Beteiligung an der Textarbeit sehr zurückhaltend sein wird – das Interesse am Inhalt jedoch sehr hoch.
Die Möglichkeiten sind groß, die Praxis wird zeigen, ob sie nicht vielleicht zu groß sind und wie groß das Interesse sein wird, sich selber einzubringen.
Hier also: moreschet.de/m/

Artikel

Moreschet

Unter moreschet.de können Ungeduldige bereits jetzt sehen, dass dort etwas passieren wird.

Im Augenblick zeigt die Seite auf den ersten Klick jeweils eine Zusammenfassung des aktuellen Wochenabschnitts.
Moreschet.de Voransicht

Auf einer Unterseite kann man die Gebete für Jom ha’Atzmaut lesen, kopieren und ausdrucken. Dies zeigt ungefähr, was demnächst noch auf moreschet.de passieren wird:

Moreschet Preview

Also Mischnah, Talmud (eine ausführliche Übersetzung zur Einführung etwa ist vorbereitet), Tanach und Texte aus dem Siddur. Was man nicht finden wird, sind Texte über das Judentum. Dafür gibt es ja talmud.de. Nicht alle Texte werden übersetzt zur Verfügung stehen, dafür aber für den Ausdruck und zur Weiterverwendung optimiert.
Im Augenblick könnte es sich also lohnen, erneut vorbeizuschauen. Zumindest liest man dann etwas über den aktuellen Wochenabschnitt.