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Verloren

Verloren ist ein Film der Jewish Angency, Thema ist, grob gesagt, die Tatsache, dass eine recht hohe Zahl von Juden Nichtjuden heiratet. Der Spot ruft Israelis dazu auf, die Jewish Agency über junge Menschen zu verständigen, die eine bessere Bindung zum Land Israel aufbauen sollten. Halt! Hier geht es doch um die Gefahr, durch Assimilation zu verschwinden. Da müsste man doch ein Judentum und ein Umfeld fordern, in dem das nicht geschieht.

Im faz-Blog Zwischen Techno und Talmud wird berichtet, einem Rabbiner der Jewish Agency würde das nicht gefallen:

Rabbi Gilad Kariv, Leiter der Aliyah-Abteilung der Jewish Agency, rief dazu auf, die Ausstrahlung dieses Spots sofort zu verbieten: er sei für viele schädigend und beleidigend. In seinem Brief schrieb er: Das sieht so aus, als müssten sich die Juden in der Diaspora gegen Assimilation verteidigen! Mit sehr ausdrucksstarken visuellen Mitteln würden schlechte Assoziationen geweckt werden; ein Leben in der Diaspora würde als nicht legitim dargestellt werden, als ob die Juden so ihre Identität verlieren würden. von hier

Wie der Blogartikel ganz gut beschreibt, schützt ein Leben in einer jüdischen Mehrheitsgesellschaft nicht davor, sich zu assimilieren. Allerdings begünstigt natürlich ein Leben in einer Umgebung, in der das Judentum keinen besonderen Wert hat, die Gefahr, verloren zu gehen. Als Mensch und als Angehöriger von Am Jisrael. Wenn das Judentum nur als Selbstzweck angesehen wird, gibt es keinen Grund auch jüdisch zu leben bzw. aktiv jüdisch zu leben. Findet diese Reaktivierung statt? Dass es höchste Zeit ist, haben wir an der sinkenden Mitgliederzahl der deutschen Gemeinden gesehen. Die Aufgabenstellung ist also verdreht gestellt. Sie sollte lauten Wie schafft man ein angenehmes jüdisches Umfeld und sorgt auch dafür, dass sich im Zweifelsfalls Juden aus gemischten Partnerschaften nicht von der Gemeinschaft abwenden?
Das war der 1000 Artikel…

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Deprimierend und nicht selten

Ein deprimierender Artikel über eine Bar Mitzwah die nicht stattfinden konnte gab es in der Wochenendausgabe des Guardian. Online hier zu finden.
Kurz: Junge aus gemischter Ehe (Mutter Jüdin) interessiert sich für das Judentum und entschließt sich zu einer Bar Mitzwah – Mutter und Vater bremsen den Jungen aus – Junge scheitert.
Bemerkenswert: Die Mutter schildert das Dilemma aus erster Hand:

There we were, 12 years down the road, mooching around a north London synagogue. It was only the second time my son had set foot in one friends had invited us to the annual Hanukah (Festival of Lights) bazaar. Although I didn’t feel quite like a gefilte fish out of water, I didn’t feel especially at home either. I sensed a lack of belonging to a tight-knit group.
I left Marcus to his own devices and went to find his two younger sisters. When I next saw him he was fingering a variety of kippas (Jewish skull caps) with rather more interest than I’d have liked. As he balanced one on the back of his head I stifled a laugh and playfully remarked, “Suits you.” von hier

Der gesamte Artikel also hier.