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Klezmerwelten tanzen

Klezmerwelten Tantshoyz

Gelsenkirchen kommt dem Ruhrgebietler im Augenblick wie ein Klezmerhotspot vor. Das Festival Klezmerwelten findet dort statt und die ungewöhnliche Verbindung Gelsenkirchen-Klezmer sorgt dafür, dass auch der kritische Beobachter überrascht ist. So überraschte das zweite Konzert (Bericht hier) mit fulminanten Tönen und einer zeitgemäßen Interpretation dessen, was Klezmer heute auch sein kann. Also auch etwas, womit junge Juden etwas anfangen können.

Tantshoyz - Gelsenkirchen
Am Mittwochabend stand ein weiterer Punkt auf dem Programm. Musiker, die jenseits der Klischees operieren und diese nicht bedienen müssen, um ihre Musik an den Mann (oder die Frau) zu bringen (Stichwort Musikantenschtetl), wie
Michael Winograd, Yoshie Fruchter, Patrick Farrell und Guy Schalom spielten für ein großes Publikum, aus dem unter Anleitung von Deborah Strauss und Andreas Schmitges eine tanzende Menge werden sollte.
Interessant war erneut das Publikum. Einige Jugendliche, einige junge Leute und ein nicht kleiner Anteil von Leuten im Rentenalter. Die Dynamik des Abends und die Art der Präsentation wäre jedoch auch gerade etwas für junge Erwachsene (aus den Gemeinden?) gewesen und hier liegt offenbar eine Art Kernaufgabe.
Die Klezmerwelten präsentieren ein Programm mit vielen progressiven Elementen. Diejenigen die davon profitieren könnten, sind jedoch durch einen Overkill an, sagen wir mal, Gojim naches Klezmer, darauf konditioniert, derartige Projekte und Angebote auszublenden. Das Problem: Die guten Sachen laufen an uns vorbei. In diesem Fall definitiv schade. Bewegung zu guter Musik.
Selbst der Baal haBlog hat sich ein wenig bewegt.

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Neue Klezmerwelten

Doppelkonzert Yiddish Princess und Forshpil in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen begann am 13. Okotober das Klezmerfestival Klezmerwelten. Im Rahmen dieses Festivals spielten am Sonntag die Gruppen Forshpil und Yiddish Princess. Das Doppelkonzert erzählte einiges über die Wahrnehmung, sagen wir mal, jiddischsprachiger Musik und die entsprechende Erwartungshaltung des Publikums.
Offenbar erwarteten einige Zuschauer, die ins Kleine Haus des Musiktheaters Gelsenkirchen kamen, einen gemütlichen Bus, der sie in den Musikantenstadel (Musikantenschtetl?) bringt und sie bei jiddischen Texten wohlig einlullt. Was tatsächlich vorfuhr, war ein musikalischer Merkavah-Panzer, der erstmal über das hölzerne Wartehäuschen rollte. Weiterlesen