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documenta – ein Bekenntnis

Ein Bekenntnis zur documenta. Ich war genervt von all jenen, die schon lange vor der Veranstaltung genervt waren.
N-Lange.de in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bekenntnis! Ich bekenne mich schuldig, dass ich vor der documenta genervt war. Genervt von all jenen, die schon lange vor der documenta vor Antisemitismus warnten. Die schon ganze Szenarien durchgespielt hatten und nicht müde wurden, vor einer Entgleisung zu warnen. Genervt von denjenigen, die Künstlerbiografien darauf abklopften, ob diese oder jener schon einmal einer Person mit BDS-Bezug begegnet sei und ob es eventuell entsprechende Äußerungen gegeben hat.
Ich war genervt, weil es vollkommen klar sein musste, dass sich eine Veranstaltung, die von den Veranstaltern für hochkarätig gehalten wird, diese Veranstaltung intensiv vorbereiten würde. Es würde keine offenen Fragen geben. Gerade in unseren Zeiten, in der jede Äußerung, jede Regung und jedes Foto in den sozialen Medien landen und Anlass für maximale Aufregung sein kann.
Antisemitismus wäre – das wäre doch vollkommen klar – der größte anzunehmende Unfall und würde dem Ruf der documenta nachhaltig schaden.

Und nun gibt es einen »Antisemitismus-Skandal«. Warum? Weil anscheinend nicht einmal die grundlegendsten Prinzipien zum Schutz der eigenen Reputation beachtet wurden. Von einem eigenen Anliegen, Antisemitismus keinen Raum zu geben, ganz zu schweigen.

Eigene Schuld, darauf vertraut zu haben, dass grundlegende Dinge verstanden worden sind und so wie es aussieht, besteht daran auch kein wirkliches Interesse. Es gibt ja Jüdinnen und Juden – die sagen früh genug Bescheid. Dann sind zwar alle genervt, aber das Problem nicht mehr so sichtbar.

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Die Schöpfung des Menschen – in Kassel

Adam im Chumasch

Adam im Chumasch

Am 10. März (2015) wird in Kassel eine Veranstaltung stattfinden, in der ein jüdischer Autor und ein evangelischer Pfarrer über die Schöpfung des Menschen in der Torah zu sprechen:
Ist der Text heute überhaupt noch interessant?
Was sagt er unserer Generation?
Hat sich diese Geschichte nicht durch die Evolutionstheorie und geologisches Wissen nicht überholt?

Der Leser mag es ahnen, der eine Part wird vom Ba’al haBlog übernommen.
Offiziell kann man also vermelden:
Pfarrer Sven Pernak und Chajm Guski werfen einen Blick auf die zwei Berichte über die Schöpfung des Menschen. Damit sich das Ganze ein wenig so anhört, wie ein Witz (treffen sich ein evangelischer Pfarrer, ein Rabbi/Jude und ein Priester), wird das moderiert von Martin Nitsche – Katholischer Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V. Hoffentlich wird es kurzweilig, aber sicher auch interessant.
Wer also in Kassel oder Umgebung lebt, fühle sich eingeladen:

Dienstag, 10. März
19:30 Uhr im
Haus der Kirche
Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel

(Organisator ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V.)