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Von Rehen und Hirschen

Der talmudische Artikel dieser Woche (für die Jüdische Allgemeine) führte mich eigentlich zu einem Thema, das zunächst wenig spektakulär klingt, aber in das kulturelle Gedächtnis eingegangen ist: Rotwild. Im Machsor von Worms (aus dem 13. Jahrhundert) findet man eine Jagdszene als Illustration: Ein Jäger bläst das Horn und lässt einen Hund auf ein Reh oder eine Hirschkuh los. Ähnliche Abbildungen findet man auch in anderen jüdischen Handschriften aus jener Zeit. Heute wird angenommen, dass diese Szene eine Metapher für die Judenverfolgung und das Vorgehen gegen die Tora ist. Angelehnt an Psalm 22,17: »Mich umringen Hunde, gleich Löwen umkreist mich an Händen und Füßen eine Rotte Bösewichter.« Wie diese Zuweisung zustande kam, kann man im Artikel nachlesen.

Aber der Artikel könnte uns helfen, hilft er, weitere Bilder zu deuten – diese tauchen (aus Gründen des Platzes) nicht im Artikel auf:

Zum einen hätten wir die, recht berühmte, »Vogelkopf-Haggadah« (ein Ausschnitt unten), in der alle menschlichen Akteure als Vögel dargestellt werden. Es heißt, weil die Illustratoren sich dafür gefürchtet hätten, Menschen abzubilden. Die beiden letzten Sätze sind allerdings nicht richtig. Es tauchen sehr wohl menschliche Menschen im Manuskript auf, etwa Ägypter. Und: Einige Experten sind sich nicht so sicher, ob es sich tatsächlich um Vögel handelt. Aus welchem Grund sollte man Vögel gewählt haben? Die Figuren haben einen Schnabel. Das ist es aber auch schon. Der Rest des Kopfes könnte aber auch von einem Löwen stammen. Eine kleine Erinnterung an die Mischna Awot, die »Sprüchen der Väter«, hilft: »Jehuda ben Tema sagte: Sei mutig wie ein Leopard, behänd wie ein Adler, schnell wie ein Hirsch und heldenhaft wie ein Löwe, den Willen des Vaters im Himmel zu vollbringen.« Eine Charakterisierung derer, die den Willen des Vaters vollbringen. Was läge also näher, als diejenigen, auch so abzubilden?

Ausschnitt aus der Vogelkopf-Haggada (entstanden um 1300) – der ältesten erhaltenen illuminierten aschkenasischen Pessach-Haggada.

Ein weiterer, etwas unerwarteter Aspekt ist »Bambi«. Das Buch, aus dem später der berühmte Film von Disney wurde, stammt von Felix Salten. Er hat es 1922 herausgebracht. Felix Salten hieß eigentlich Siegmund Salzmann, ein Jude aus Pest, der in Wien aufwuchs und dort Journalist wurde und als Felix Salten mehr Chancen sah. Salten war niemand, der die Jagd verabscheute und deshalb vielleicht »Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde« schrieb. Salten war begeisterter Jäger. Anlässlich einer neuen englischen Übersetzung des Buches (hier als Volltext) fragte sich Donna Ferguson vom Guardian (Volltext hier, theguardian.com), ob die Geschichte vielleicht nicht eher eine Metapher für den Antisemitismus der 1920er Jahre sei. Wenn wir in unserer Rotwild-Metaphorik bleiben, dann liegt das vielleicht recht nah.

Auch Art Spiegelmann hat in seinen »Maus« Comics Tiere für die Darstellung von Menschen gewählt. Jüdinnen und Juden sind Mäuse, Nazis Katzen. Die Wahl dieser Zuweisung kann er erklären und die Leser von heute nachvollziehen. Ähnlich könnte es bei der »Reh-Metapher« gewesen sein.

Der Artikel auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen: »Von Rehen und Hirschkühen« juedische-allgemeine.de

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Schawuot – das Fest der Torah. Warum?

Schawuot steht vor der Tür. Allgemein bekannt als das Fest der Torahgebung. In der Torah ist selber ist es das aber nicht. Dort ist Schawuot Chag HaKatzir, das »Fest der Ernte« (2. Buch Mose 23,16), Chag HaSchawuot, das »Fest der Wochen« (34,22) oder Jom HaBikkurim, der »Tag der Erstlingsfrüchte« (4. Buch Mose 28,26).
Wie könnte es also dazu gekommen sein, dass es das heute ist? Ein Blick in den Talmud – den Artikel gibt es als Volltext bei der Jüdischen Allgemeinen (hier).

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Bären

Bären sind stark und der hebräische Vorname Dow scheint auf diese (gute) Stärke zu verweisen. Ein Blick in die klassischen Texte des Judentums zeigt jedoch, dass der Bär nicht immer für eine Mischung aus Kuschligkeit und Kraft steht. Eine (verstörende) Episode mit dem Propheten Elischa zeigt das recht eindrücklich.

Den gesamten Text gibt es in der Jüdischen Allgemeinen, hier online.

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Florian Schroeder, Lisa Lasselsberger und das »Opferticket von Juden«

Der beliebte Kabarettist Florian Schroeder amüsierte sich am 27. Januar anscheinend über Antisemitismus-Vorwürfe gegen seine Kolleginnen Lisa Fitz und Lisa Lasselsberger. Diese Haltung ist natürlich nicht hilfreich, um gegen Antisemitismus etwa zu tun. Den gesamten Kommentar findet man in der Jüdischen Allgemeinen:

Meinung: Florian Schroeder, Lisa Eckhart und das »Opferticket von Juden«

Ist es Zufall, dass auch sein Kollege Serdar Somuncu, mit dem Florian Schroeder für den RBB einen gemeinsamen Podcast produziert, mit seltsamen Thesen zur Corona-Politik aufgefallen ist? Jener Somuncu, der 2018 über Oliver Polak schrieb: »Sein Jüdischsein wurde dabei mehr und mehr zum einzigen Schutzschild für zahlreiche peinliche Ausfälle, während der erwünschte Durchbruch ausblieb«?

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Kirche mit Kardinalproblem

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Richter am höchsten Gericht des Vatikans, hat in letzter Zeit, sagen wir mal, seltsame Ansichten in die Welt gesetzt. »Finanzkräftigen Eliten« spielten da eine Rolle. Dass dieses Problem nicht nur sein eigenes ist, habe ich für die Jüdische Allgemeine aufgeschrieben. Den Volltext gibt es hier:

Die Kirche hat ein Kardinalproblem – Jüdische Allgemeine

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Der Esel in Torah und Talmud

Bil'am und der Esel

Es ist bemerkenswert, dass man einen erstgeborenen Esel bei einem Kohen »auszulösen« muss. Anscheinend ist er ja etwas besonderes. Schauen wir, welche besondere Rolle er in der Torah und Talmud spielt:

Der Artikel für die Jüdische Allgemeine ist hier im Volltext verfügbar.

(Oben auf dem Bild – Bil’am, der Esel und ihre Begegnung mit dem Engel – Bild entstanden zwischen 1594 und 1635)

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Die Taube im Talmud

Abbildung einer Taube aus dem 17. Jahrhundert (anonymer Maler)

Nicht nur in der Geschichte von Noach spielt die Taube eine Rolle. Tatsächlich spielt sie auch im Talmud und in den späteren jüdischen Schriften eine Rolle. Allerdings ist sie nicht das Symbol, für das man sie gemeinhin hält.
Spoiler: im Judentum ist die Taube KEIN Friedenssymbol

Der Artikel für die Jüdische Allgemeine ist hier im Volltext verfügbar.