Artikel

Jetzt ist es aber verboten!

HaModia Bericht Asifa Jetzt ist es aber verboten haben die versammelten Rabbiner gesagt, wenn man schaut, was bei einer (charedischen) Versammlung herausgekommen ist, die am Sonntag in New York City stattfand.
Superlativ war die Zahl der Anwesenden: 40.000 Männer kamen in das Citi Field Stadion (oder wie die charedische Zeitung HaModia schreibt Myridaden) und hörten, was es zum Internet zu sagen gäbe. Das war nichts wirklich neues. Das Internet ist schlecht, seine Benutzung ist schlecht (ganz gleich, ob Mail, Skype oder das Aufrufen einer Internetseite) und am Besten wäre es, es ganz zu meiden. Natürlich muss man nicht hinzufügen, dass das Ereignis über das Netz gestreamt wurde, damit möglichst viele Menschen es hören oder sehen und da wird erneut deutlich, dass Realität und Anspruch unterschiedlicher nicht sein können.
Während sich einige Rabbiner noch fragen, wie man das Internet effektiv verbieten kann, nutzen es andere bereits fleißig und tauschen sinnvolle Informationen aus, erhalten Draschot per Mail, kaufen, spenden über das Netz oder halten Verbindung zu ihren Verwandten in Europa oder Israel. Sicher wäre es einfach, die Verwendung mit speziellen Bedingungen zu verknüpfen, aber es ist ganz offensichtlich, dass die geschätzten Rabbinen es nicht schaffen werden, ihren Anhängern das Netz zu verbieten. Es gab wohl kaum ein anderes Thema, bei dem die Meinung der Entscheider so weit von derjenigen abweicht, die sich gemeinhin durchgesetzt hat. Der Effekt wird deren Autorität nicht gerade untermauern.

Hier berichtet jemand über seine Erwartungen an das Megaereignis und dessen vorhersagbaren Ausgang.

Artikel

Schon wieder ein Internetverbot

Charejdischer Internetbann von 2010

Schon wieder ein Internet-Verbot? Wird das nicht langsam langweilig? Dieses Mal kommt es aus dem Umfeld der Schas-Partei. Rabbiner Schlomoh Amar und Rabbiner Ovadiah Josef sprachen sich in der vergangen Woche dafür aus, lieber offline zu gehen. Die Website der Partei geht jedoch nicht mit gutem Beispiel voran.
Den Sinn und Unsinn dieser Verbote beleuchtete ich für die Kommentarspalte der Jüdischen Allgemeinen in der vergangenen Woche. Der Artikel ist nun hier zu finden.
Das Foto zum Artikel (auf der Website der Jüdischen Allgemeinen) ist übrigens in der Printausgabe etwas kleiner und bescheidener. Autogramm-Anfragen können derzeit noch nicht verarbeitet werden 😉

Artikel

Was machen die da im Internet?

Was machen die da im Internet? fragt vielleicht der Leser der Jüdischen Allgemeinen, oder der FAZ, der noch nicht so recht weiß, was das Medium bringen soll. Obwohl: Gibt es tatsächlich noch jemanden, der noch nichts damit anfangen kann? Letztendlich hat es sich herumgesprochen, dass sich hier leicht Öffentlichkeit organisieren lässt – wenn man mit seinen Inhalten Öffentlichkeit erreichen kann. Natürlich gibt es auch Netzangebote die niemanden interessieren. Für Gruppen oder Organisationen die Outreach/Kiruv betreiben (müssen) ist das Internet mittlerweile der beste und günstigste Weg, mögliche Interessenten zu erreichen. Allerdings ist die Pflege der Kontakte nicht ganz kostenlos zu haben. Sie erfordert Zeit und Engagement. Vor allem darf die Internetpräsenz nicht lustlos mitlaufen. Homepages von Gemeinden, die 2010 noch Termine von 2008 verkünden, machen keinen lebendigen Eindruck.
Die Bloggerversammlung re:publica in Berlin war Anlass für die Jüdische Allgemeine, das Thema aufzugreifen. So gibt es ein Interview mit dem Macher von yeahthatskosher.com – von dessen Blog ich dort das erste Mal erfuhr. Ein jüdisches Reiseblog. Eine super Idee, gute Texte, total vollgepackt mit Werbung. Das Interview kratzt an dem, was Blogs sein könnten. Aufschlussreich ist ein Text in der gleichen Ausgabe der JA über das Knüpfen religiöser Kontakte: Im Internet religiöse Kontakte knüpfen und eine jüdische Gemeinde finden ein Selbstversuch. Der Autor war anscheinend nur eingeschränkt erfolgreich bei seiner Suche nach Jüdischen Gemeinden in den sozialen Netzwerken, dabei gibt es gerade bei Facebook eine Reihe von Gruppen und Organisationen für Jüdinnen und Juden in Deutschland. Aber der Autor ist zunächst auf das, etwas obskur wirkende, Profil einer Gemeinde Hohenheim gestoßen. Bei diesem Profil scheint es sich um eine Fakeidentität zu handeln. Die begegnen dem jüdischen Internetnutzer seitdem es das Internet in Deutschland gibt. Wer jüdische Gruppen oder Kontakte sucht, könnte sich Judaismus anschauen (die Nachfolgegruppe der gleichnamigen Mailingliste von talmud.de), die Gruppe des Bundesverbandes Jüdischer Studierender, die Seite der Jüdischen Gemeinde Kiel oder lokal eher Jüdisches Ruhrgebiet. Auch der Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten ist vertreten und stets findet man jemanden, der einen weiter vernetzt und weiter vermittelt. Auf der anderen Seite wird vorgegeben, jüdische Interessen zu vertreten. So geistert seit einiger Zeit eine Jewish Defense League Deutschland durchs Facebook, deren Gründer ein junger Nichtjude aus Westfalen ist. Wer vorsichtig und umsichtig ist, findet also vielleicht eine vernünftige Gruppe oder Verantwortliche in den Gemeinden und Gruppen können sich anschauen, wie man Communities um die Gemeinden herum aufbaut. Vielleicht sollte man einen Preis für die aktivste und attraktivste Website einer jüdische Gruppe im deutschsprachigen Raum ausloben? Das könnte vielleicht das deutschsprachige jüdische Web noch etwas mehr beleben, wenn es schon die Aussicht auf neue Aktive in den Gemeinden nicht tut.

Artikel

Das Internet ist verboten – vielleicht

Das Internet ist nun schon mehrmals ausdrücklich, zumindest für Charidim, verboten worden. Mit Ausnahmen. Wer es beruflich benötigt, darf einige Seiten nutzen. Eines der Probleme scheint zu sein, dass dies nur wenige tatsächlich interessiert. Die meisten Nutzer scheinen sich nichts daraus zu machen. Die Nutzerzahlen der charejdischen Seiten sind recht hoch und Diskussionen finden auf den Seiten ebenfalls statt. Erst werden charejdische Seiten verboten – plopp – erscheinen welche mit rabbinischer Erlaubnis.
Für die Jüdische Allgemeine habe ich das Phänomen beobachtet. Den Artikel gibt es hier. Für viele dürfte erfreulich sein, dass der Artikel keine pdf Datei mehr ist, sondern nun vollständig als normale html Seite zur Verfügung steht. Die Jüdische Allgemeine hat heute ihren Internetauftritt neu gestartet. Erfreulich ist auch, dass alle anderen Texte aus der Vergangenheit ebenfalls online sind (hier meine).

Das Internet sei ein Ort voller Schmutz. Aber auch hier gebe es nur Haschem und keinen Gtt außer ihm. Mit diesen sehr eindrücklichen Worten beschrieben die Verantwortlichen bei Etrog ihre Sicht des weltweiten Netzes. Nach einer rabbinischen Entscheidung verließ die charedische Seite Im Dezember vergangenen Jahres das Netz, kehrte im Februar allerdings wieder zurück, unter dem neuen Namen tog, aber mit der gleichen Botschaft: Die Mission geht weiter. Die Macher verstehen die Seite (www.tog.co.il) als eine Art Lichtstrahl inmitten der vielen schlechten und gottlosen Angebote dieser virtuellen Welt. Sie verbreitet weiterhin reine, gefilterte und aufbereitete Nachrichten für charedische Juden, und steht entsprechend unter strenger rabbinischer Aufsicht. Den gesamten Artikel gibt es hier

Leitartikel ist ein Text von David Harnasch darüber, wie das Internet die jüdische Welt verändert. Aber irgendwie ist ihm HaOlam.de da mit reingerutscht…