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Tircha leTzibur

Vorsicht! Special Interest Content:
Im Sommer 2017 frug ich mich hier, wann man den MiScheberach für Kranke sagen sollte oder sagen darf. Grund war, dass ich einige der Listen mittlerweile mitsprechen konnte und mir die Grenze nicht klar war: Ab wann war man so krank, dass man öffentlich für einen betet?

Am Ende verwies ich Rabbiner Ja’akow Emden:

Rabbiner Ja’akow Emden (1697–1776) hat sich in den Sche’eilot Ja’awetz (64) dazu geäußert und meint, man solle nur dann beten, wenn die Situation des Kranken sich verschlechtert habe. Das Prinzip dahinter wird Tircha leTzibur genannt – »Belastung für die Gemeinde« – damit nicht genau das passiert, was heute so üblich ist: Ein langes ritualisiertes Verlesen von Namen von einer Liste. Wenn das schon in mittleren Gemeinden lange dauert, was passiert dann in großen Gemeinden?

Nun meldete sich Alexander Adler und hat den Text für alle anderen Interessierten übersetzt! So wird auch an frühere Beiträge angeknüpft.
Um diese Arbeit auch so schnell wie möglich zu würdigen, wurde er auch direkt veröffentlicht. Die Übersetzung könnt Ihr hier finden: www.talmud.de/tlmd/responsum-64-des-rabbi-jaakow-emden-1697-1776-zum-mischeberach-am-schabbat/. Also vielen Dank an Alexander Adler!

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Wie krank ist krank?

Ernst Ludwig Kirchner – Selbstbildnis als Kranker [GFDL, CC-BY-SA-3.0, FAL oder Public domain], via Wikimedia Commons

Wie krank ist krank? Natürlich klingt die Frage seltsam. Aber hier geht es vielmehr um eine Definition.
In vielen aschkenasischen Synagogen wird am Schabbat ein Gebet (ein Mischeberach nach der Lesung der Torah) gesprochen. Speziell für die »Kranken« der Gemeinde. Das ist eigentlich eine gute Einrichtung. Zunächst, weil man natürlich für eine schnelle Genesung betet und manchmal metaphysischer Beistand nicht schaden kann. Zum anderen, weil die Gemeinde nun davon weiß, dass jemand krank ist und die Person vielleicht Hilfe benötigt. Es gibt aber auch Strömungen, in denen das nicht üblich ist, am Schabbat ein solches Gebet zu sagen.
Dann gibt es aber auch die Fälle – und von denen spreche ich – die man in einigen Gemeinden mitsprechen kann. Namen, die seit Jahren auf der Liste der Kranken stehen. Der Zettel mit den Namen ist vielleicht schon ganz abgegriffen – oder sogar noch mit Schreibmaschine geschrieben. (Sollen all diese Menschen gesund bleiben und werden und lange leben!)

Nun interessierte mich aber, ab wann man auf der Liste der Kranken stehen sollte?
Mit einer Erkältung?
Mit einer chronischen Erkrankung?

Interessanterweise ist das weder bei Artscroll, noch bei Koren erklärt. Vielleicht gibt es ja Siddurim, in denen das erklärt wird?

Mein erster Anlaufpunkt war die Gruppe »Frag den Rabbiner« bei facebook. Es antworteten zwei Rabbiner. Der eine wies darauf hin, dass man dieses Gebet ausschließlich dann sprechen solle, wenn befürchtet werden muss, die genannte Person werde den entsprechenden Schabbat nicht überleben. Der andere Rabbiner verwies darauf, dass man dementsprechend auch Tzedakah geben solle – ein Mischeberach sei ja kein Zauberspruch. Das sind beides Aspekte, die heute wohl etwas untergehen.

Zurück zu den Kranken:
Rabbiner Ja’akow Emden (1697–1776) hat sich in den Sche’eilot Ja’awetz (64) dazu geäußert und meint, man solle nur dann beten, wenn die Situation des Kranken sich verschlechtert habe. Das Prinzip dahinter wird Tircha leTzibur genannt – »Belastung für die Gemeinde« – damit nicht genau das passiert, was heute so üblich ist: Ein langes ritualisiertes Verlesen von Namen von einer Liste. Wenn das schon in mittleren Gemeinden lange dauert, was passiert dann in großen Gemeinden?

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Schockeln

Right before Shacharit at home Viele kennen es als Klischee vom betenden Juden: Schockelnde Männer (ich habe auch schon schockelnde Frauen erlebt). Männer also die sich während des Gebets mit dem Oberkörper vor und zurück bewegen. Es gibt die Extrem-Schockler (manchmal schockeln die auch eher für andere, als für sich), die gemäßigten, oder die besonnenen. Und wie so oft: Abhängig davon, wen man fragt, erhält man verschiedene Antworten, warum man das macht. Ein paar habe ich für die Jüdische Allgemeine zusammengesammelt. Den gesamten Artikel kann man hier lesen.

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Gebet für Eltern neugeborener Kinder

Aurora Mendelsohn hat das HaMapil adaptiert und eine Variante für die Eltern neugeborener Kinder geschaffen. Es ist so ein Gebet für den sicheren Schlaf des Neugeborenen entstanden.
Freundlicherweise hat sie die Texte (hebräisch und englische Übersetzung unter eine Creative Commons Lizenz gestellt und bei OpenSiddur.org zur Verfügung gestellt. Nun gibt es dort auch eine deutsche Übersetzung des Gebets mein Beitrag für OpenSiddur.org. Den Text kann man hier herunterladen. Ist vielleicht nicht perfekt, aber frei verfügbar für alle unter der Creative Commons Lizenz .

Hebräischen Text gemeinsam mit deutscher Übersetzung kann man hier herunterladen (pdf): HaMapil für Neugeborene