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Rosch haSchanah und Fußball

Schalke 04 hat sich für die Gruppenphase der UEFA Europa League qualifiziert. Das freut mich natürlich sowieso, mehr noch aber, dass erneut eine israelische Mannschaft in Gelsenkirchen spielen wird (in diesem Jahr war es bereits HaPoel Tel Aviv), nämlich Maccabi Haifa. Das Spiel wird am 29. September 2011 stattfinden und das ist: Rosch haSchanah. Das scheint für den Verein und die Spieler kein Problem zu sein, denn bisher wurde das öffentlich nirgends kommentiert.
Ausgeschlossen, dass es bisher niemandem aufgefallen ist.
Für viele Israelis scheint die Frage Fußball oder Synagoge keine zu sein, denn einen solchen Termin gab es bereits 2004. Damals sollte Maccabi Tel Aviv im heimischen Stadion auf Bayern München treffen. Das Stadion war ausverkauft.

Schlechtes Timing also für die Begegnung, aber offenbar kein Hinderungsgrund.

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Juden und Fußball

Dieser Beitrag ist, wie man am Autor sieht, eine Art Gastbeitrag. Vielleicht schon im Hinblick auf ein eigenes Blog zum Thema Fußball (und Sport im Allgemeinen) in Israel.

Israel, Juden und Fußball. Diese drei Begriffe würden nur leider wenige in Verbindung bringen. Auf den ersten Blick scheint es wirklich so zu sein, wie es die meisten glauben. Namen wie Tal Ben-Haim, Spieler bei West Ham United, oder Ben Sahar, Spieler bei Hapoel Tel Aviv, würden nicht jedem Sportreporter etwas sagen. Es gibt jedoch Hoffnungen wie Yossi Benayoun, seit 2010 bei Chelsea London unter Vertrag, Juan Pablo Sorin, ehemaliger argentinischer Nationalspieler und von 2007 bis 2008 beim Hamburger SV unter Vertrag, und Torwart David Dudu Aouate, der beim spanischen Erstligisten RCD Mallorca sein Geld verdient.
Langsam sehen sich auch deutsche Vereine nach jüdischen und israelischen Spielern um.
Die ersten beiden waren Roberto Colautti und Gal Albermann, die 2008 nach Mönchengladbach kamen. Richtig konnten sich die beiden jedoch nie durchsetzen. Beide zog es 2010 nach Israel zu Maccabi Tel Aviv.
2010 wagte Almog Cohen den Sprung in die Bundesliga nach Nürnberg. Zunächst Bankdrücker, dann Stammspieler. Ein grandioser Aufstieg. Anfangs war ich zurückhaltender und habe mich wochenlang nur von Thunfischpizza und Pasta ernährt, sagte er dem Fußballmagazin 11 Freunde auf die Frage ob es in der neuen Liga Startschwierigkeiten gab und ob er religiös sei. Bei den Schalker Fans machte er sich nicht besonders beliebt, weil er im DFB Pokal Viertelfinale 2010/11 einen Schalker Spieler nach dem anderen umholzte. Bei seiner Auswechslung wurde er von den Ultras ausgepfiffen.
Dieses Jahr wollen sich Torjäger Itay Shechter und Mittelfeldallrounder Gil Vermouth, beide von Hapoel Tel Aviv, in der Bundesliga beweisen.
Wenn sie einen Deutschen fragen würden welche drei israelischen Fußballvereine er kennt, würde er vielleicht noch sagen: Hapoel Tel Aviv, Maccabi Haifa und Maccabi Netanya. Wenn sie ihn fragen woher er sie kennt, würde er sagen: Schalke spielte in der Champions League gegen Tel Aviv, Bayern spielte in der Champions League gegen Haifa und Lothar Matthäus trainierte Maccabi Netanya.
Auch, was das Management angeht, gibt es viele Juden, die im Fußball tätig sind. Da gäbe es
Daniel Levy, den Vorsitzenden des englischen Fußballvereins Tottenham Hotspur, Avram Grant, der u.a Chelsea London und West Ham United trainierte, und den russischen Besitzer des Klubs Chelsea London, der Miliadär Roman Abramovich.
Man sieht, dass allmählich Israel keine kleine Nummer mehr ist und Juden doch noch andere Sportarten als Schach beherrschen.

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Juden Jena – Na und?

In der neuen dritten Liga war fast schon abzusehen, dass bestimmte Vereine von sehr unsmarten Fans begleitet werden. Im Thüringer Derby zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena wurde (schon wieder) durch die Erfurter Fans Juden Jena skandiert. Soll das etwa eine Beleidigung sein? Vielleicht sollte man nicht schon bei dem Wort Jude zusammenzucken, sondern einfach mal kreativ damit umgehen und das ironisch nehmen? Was weitere, eindeutig antisemitische, Parolen angeht: Da sollte dann doch mit aller Härte des Gesetzes zugeschlagen werden. Wenn man auch noch unterstützt, dass Jude ein Schimpfwort sein soll, dann ist Hopfen und Malz vermutlich schon verloren…