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Von nichtjüdischen Gemeindevorsitzenden

Nein, »Der gefühlte Jude« ist kein neues Buch von Maxim Biller, aber der Plot könnte von ihm sein. Ein junger Mann aus Frankfurt landet eines Tages im Knast, hat sich Geld geliehen und nie zurückgegeben. Unter anderem mit einem jüdisch klingedem Pseudonym. Im Knast entdeckt er, dass er eigentlich »Zigeuner« (nicht meine Wortwahl) ist. Er tingelt ein wenig herum, macht mal Politik, geht hier und da etwas nachlässig mit Geld um, verschwindet dann wieder und taucht plötzlich als Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde auf. Von da an ist er gefragter Ansprechpartner einiger Medien und auch für Kirchen. Plötzlich hat er viele Freunde. Leute die ihn mögen, ja ihm sogar eine Festschrift widmen. Hinzu kommt die Geschichte einer Großmutter, die im Konzentrationslager war.

Diese Geschichte präsentierte der SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe (20. Oktober 2018) – mal extrem knapp zusammengefasst. Die Autoren sind dabei der Spur nachgegangen, wer der beliebte Ansprechpartner eigentlich ist. Die beiden reiten da einen ziemlich wilden Ritt, haben offenbar tiefgehend recherchiert und in die Kirchbücher der evangelischen Gemeinde geschaut, aus der der angesprochene Vorsitzende kommt. Die Geschichte ist gut nachvollziehbar, hat aber zwei Sollbruchstellen: Der damalige verantwortliche Rabbiner hat die Person zunächst durchgewunken und wurde erst nach der eigenen Entlassung aktiv. Wer die Geschichte anzweifeln will, kann hier ansetzen. Das könnte aber auch bedeuten, dass der Geblendete sich erst mit dem notwendigen, professionellen, Abstand mit der Angelegenheit beschäftigen musste.
Die andere Sollbruchstelle ist eine Aussage im Artikel, Juden seien heute in Deutschland gesellschaftlich unantastbar oder unkritisierbar – das stimmt natürlich so nicht und deshalb kratzt man da hart an einem antisemitischen Vorurteil. Dennoch ist es schwierig, wenn Autoren das für eine nichtjüdische Öffentlichkeit formulieren und die Geschichte eines Juden einfach anlasslos hinterfragen. In der aktuellen SPIEGEL Geschichte scheint einer der Autoren zumindest jüdisch zu sein.

Mit dieser Kritik wird man rechnen müssen – vor allem von nichtjüdischer Seite. Man wird an ihm festhalten wollen, denn er hat offenbar für bestimmte Zielgruppen das geliefert, was man verlangte. Man wird auf seine Verdienste verweisen und darauf, dass die Orthodoxie nicht bestimme, wer jüdisch sei und wer nicht. Diejenigen, die mit ihm arbeiten, werden mit der Geschichte irgendwie umgehen müssen und vielleicht auf den Streit mit dem Rabbiner verweisen und so könnte (!) die Enthüllung folgenlos bleiben. Verlierer ist natürlich das Judentum insgesamt, aber wir haben wieder etwas über den Umgang der Öffentlichkeit mit den Jüdinnen und Juden gelernt, die man so gerne hätte.

Der Artikel im SPIEGEL macht den Eindruck gut recherchiert zu sein und die Geschichte wäre kein Einzelfall (der krasseste Fall wäre diese Geschichte aus der Nachkriegszeit), auch nicht im Norden Deutschlands und es wird auch nicht der letzte Fall bleiben. Der Betroffene wolle sich im Verlauf der Woche dazu äußern, hieß es am Sonntag nach Erscheinen des SPIEGEL. Man wird gespannt sein, wie sich diese Geschichte auflöst.

Man hört, dass der Mann auch in seiner kleinen Gemeinde vorgebetet hat. Auf Youtube kann man sehen, wie er »El malej Rachamim« rezitiert (hier klicken) und sich selber ein Bild machen.

Update 23. Oktober 2018:

Das Hamburger Abendblatt titelt eine Geschichte mit »Fall Seibert: Was Weggefährten jetzt sagen« und der Artikel bestätigt auf gruselige Weise, das, was ich oben schrieb: Guter Mann.
Der Vorsitzende kommt aber auch zu Wort. Nicht so entscheidend sei das alles, besser wäre eine Bewertung seiner Person nachdem, was er heute mache. Fragen dazu?

Das großartigste Zitat stammt jedoch von einem katholischen evangelischen Theologen. Der Propst von Pinneberg, Thomas Drope, lässt sich zu dem Satz hinreißen »Ich hatte nie einen Zweifel daran, dass Herr Seibert Jude ist.« (zitiert von hier, Hamburger Abendblatt) – Entscheidungen über halachische Fragen sind sicher nicht die Kernkompetenz evangelischer katholischer Geistlicher.

Update 2 Der NDR meldet, dass der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein die Vorwürfe gegen den Vorsitzenden juristisch prüfen lassen will. Sollte der SPIEGEL alles belegen können, dürfte das mehr Details ans Licht bringen.

Update 27. Oktober 2018:

Der NDR hat am Freitagnachmittag gemeldet, dass der Vorsitzende zurückgetreten ist (siehe hier, NDR). Etwas unklar ist die Formulierung:

»Nach Angaben des Verbandes haben sich beide Seiten einvernehmlich auf einen Rücktritt geeinigt, um Schaden von der jüdischen Gemeinde abzuwenden. Welche Rolle der 71-Jährige in Zukunft in der Gemeinde Pinneberg spielen wird, ist noch unklar. Das sollen die Mitglieder der Gemeinde entscheiden […]«

Bedeutet das nun, dass der Rücktritt nur deshalb stattfindet, weil Seibert die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der Gemeinde nehmen will, aber nicht, weil die Vorwürfe zutreffend sind?
Sollen nun die Mitglieder über Abstimmung darüber befinden, ob ihr Vorsitzender jüdisch ist, oder nicht? Den Vorwürfen wurde bisher nichts substantielles entgegengesetzt. Nun heißt es in einer modifizierten Story, die Eltern des Vorsitzenden, bzw. die Mutter, sei auch gar nicht jüdisch gewesen. Er habe aber jüdische Pflegeeltern gehabt. Der Kniff an der Geschichte: Halachisch spielt das gar keine Rolle. Da hätte schon eine Adoption mit Übertritt stattfinden müssen.

Update 28. Oktober 2018:

Der Rechtsanwalt von Wolfgang Seibert, dem Gemeindevorsitzenden (ehemaligen), hat am Freitag eine Pressemitteilung veröffentlicht. Auf diese bezieht sich auch der NDR. Die Erklärung ist hier zu finden.

Interessant sind weiterhin die Punkte: Mitgliedschaft bei der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Hier erinnerte ich mich an einen Bericht von 2016 über einen Rechtsstreit. Ein jüdisches Ehepaar wurde damals automatisch Mitglied – mit der Anmeldung am neuen Wohnort (siehe hier, Jüdische Allgemeine). Ob das schon immer so gehandhabt wurde, kann ich natürlich nicht sagen. Warum ein Aufnahmegespräch nicht mit dem Rabbiner der Gemeinde Frankfurt stattgefunden hat, mit Dr. Sigmund Szobel, sondern mit dem Landesrabbiner (Prof.) Dr. Roth, ist vielleicht auch ein interessantes Detail. Frankfurter können sicher mehr dazu sagen.
Jüdische Vorfahren Hier wird zum einen darauf verwiesen, dass die Unterlagen möglicherweise geändert worden sein könnten, um der Verfolgung zu entgehen, zugleich aber darauf verwiesen, dass Seibert jüdische Pflegeeltern gehabt habe. Vielleicht erfährt man später mehr.

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Abrissbirnen, Desillusionen und der SPIEGEL

Matthias Schulz schreibt regelmäßig für den SPIEGEL über Religion. In der Regel bekommt er ein Titelthema zum Jahresende. Und das beschäftigt sich vorwiegend mit der Dekonstruktion von Religion, genauer gesagt des Judentums und des Christentums. Damit lag er oft komplett daneben. Selbst die Autoren, auf die er sich berief, widersprachen ihm und seiner recht eigenwilligen Exegese der Texte, die sie geschrieben haben.
So versucht Schulz folgendes seit Jahren zu zeigen:

Moderne Bibelkundler klopfen schon seit längerer Zeit wie mit der Abrissbirne gegen das Alte Testament. Sichtbar wird ein Gespinst aus Legenden.
DER SPIEGEL Nr. 51/2002

In diesem Jahr heißt es:

Überall wird enttarnt, entzerrt, zurechtgerückt. Die moderne theologische Forschung gleicht einer einzigen Desillusion.
DER SPIEGEL Nr. 52/2014

2006 sollte gezeigt werden, dass der jüdische Monotheismus eigentlich eine Erfindung der Ägypter gewesen sei.

Nun, also 2014, ist G-tt keine Erfindung der Ägypter, sondern stammt aus einem Vulkan. Zwei sprachliche Bilder über Feuer (Psalm 97) und von bebenden Bergen (2.B.M. 19) reichen aus, um zu zeigen: »G-tt war ein Vulkan«.
Schulz schreibt (DER SPIEGEL 52/2014, Seite 113) »Angesichts der Vielzahl feuerspuckender Sprachbilder…«. Andere werden nicht genannt.

Dann beginnt ein wilder Ritt in dem er verschiedene Theorien präsentiert, diese vermischt und oft mit Konjunktiven eigene Schlussfolgerungen zieht. Jede Theorie für sich ist vielleicht interessant und führt zu Erkenntnisgewinn, in der Zusammenstellung wird dem Leser schwindelig und nicht immer will man den Folgerungen des Autoren folgen.
Die Vulkan-Theorie wird mit dem Versuch untermauert, Midian geographisch zu verorten. Das ist ein interessanter Schachzug, den Tanach wörtlicher zu nehmen, als diejenigen, die ihn nicht für ein Hirngespinst halten. Denn einige diese Gläubigen suchen nicht unbedingt nur nach dem geographischen Ort, sondern nahmen zur Kenntnis, dass Midjan auch mit Streitsache übersetzt werden kann und vielleicht eine Metapher sein könnte.
Für Schulz steht fest, der Name stehe für eine »Gegend im Nordwesten Saudi-Arabiens«. Insbesondere der Vulkan Hala l-Badr hat es ihm angetan. Dass diese These schon Sigmund Freud (»Der Mann Moses und die monotheistische Religion« – dort findet sich auch die G-tt kam aus dem Vulkan-These) aufstellte, erwähnt Schulz übrigens nicht.
Irgendwo im Süden soll der Tanach den Berg verorten (ohne Quellenangabe), an dem die Torah übergeben worden sei und nennt dann als Quelle auch den Koran. Mit seinem Nachweis beweist Schulz zweierlei: Dass er die Quellenangabe selber nicht geprüft hat und dass er Quellen anerkennt, die erst viel später entstanden. Mohammed wurde ja erst um das Jahr 570 geboren.
Im Korantext den Schulz nennt, Sure 7,85, heißt es:

Und zu den Madjan (haben wir) ihren Bruder Schu’aib (als unseren Boten gesandt).
Übersetzung nach Paret von corpuscoranicum.de

Madjan ist die arabische Variante von Midjan – mehr nicht. Eine geographische Angabe bringt der Text also überhaupt nicht.
Der Eintrag Midian in der englischsprachigen Wikipedia führt uns weiter. Dort hat ein Autor eingetragen, der Kommentator Abdullah Yusuf Ali würde vulkanische Aktivitäten beschreiben und dann fügt der Wikipedia-Autor in Klammern nach dem Zitat hinzu: »The volcano Hala-‚l Badr is in Madyan.« Das scheint die Quelle des SPIEGEL zu sein.

Dann behauptet Matthias Schulz, Flavius Josephus hätte geschildert, wie sich Mosche bis zu einer Oase namens Madiana vorgekämpft hätte. Ohne Stellenangabe. Sicher meinte er Kapitel 11 des zweiten Buches der Jüdischen Altertümer. Dort heißt es aber lediglich, Mosche sei bis zu einer Stadt (!) namens Madiana gekommen. Diese läge am Roten Meer. Madiana ist die griechische Schreibweise (Μαδιάμ) von Midian.

Ein richtiges Highlight des Artikels ist natürlich auch 2014 das Licht in dem die Juden dargestellt werden.
Fest steht für Schulz auch, dass die Israeliten/Juden von den Schasu abstammen und bemüht sich, sie besonders hässlich aussehen zu lassen:

»Bei den Ägyptern hießen die Hirten Sandwanderer und waren als Räuber und Wegelagerer verschrien.«
DER SPIEGEL Nr. 52/2014, Seite 114

und zitiert dann einen nicht näher spezifizierten Papyrus:
»sie haben grimmige Gesichter, sie sind feindlich« (diese Übersetzung von Schulz einer englischsprachigen Quelle ist übrigens aus der deutschen Wikipedia kopiert, siehe hier)
Auf der anderen Seite erwähnt Schulz nicht den Papyrus Anastasi 6, der daran erinnert, wie die Söhne Ja’akows nach Ägypten ziehen mussten, um an Nahrung zu gelangen: »Wir haben die Schasu von Edom durch die Festung Merneptah, in Tjeku, passieren lassen bis zu den Teichen von Pe-Atum des Merneptah in Tjeku, um sie und ihr Vieh durch den guten Willen des Pharao am Leben zu erhalten.«

Einen möglichen Zusammenhang zu einer Volksgruppe namens Apiru verschweigt Schulz zunächst und bringt sie erst am Ende seines Artikels als Outlaws. Es ist heute denkbar, dass die Bnej Israel eine Untergruppe der Schasu gewesen sein könnten. Der Sammelbegriff Schasu kennt mehrere Untergruppen und scheint ein Konglomerat von Gruppen zu beschreiben.
Schulz ist jedoch vorsichtig und kleidet seine Behauptungen mit dem Konjunktiv: »Vereinfacht könnte man die neue G-ttesformel deshalb so ausdrücken: Schasu = auserwähltes Volk«
Der Leser könnte meinen, die Bibelwissenschaft habe das so festgestellt.
Wie schon in den Jahren zuvor, geht es offenbar nicht nur um die Bestandsaufnahme des Wissenstands der Bibelwissenschaft.
Übrigens: Wann immer von den wichtigen Schlüsselfiguren die Rede ist, wird die Rede nicht so sehr nett. Die Israeliten tragen nicht die Bundeslade, sondern schleppen sie (Seite 115) und das Zelt der Begegnung (oder Stiftshütte) ist ein zusammenklappbarer Tempel. König David ist ein Räuber Hotzenplotz, oder ein Strauchdieb. Ersteres ist angeblich eine bahnbrechende Einsicht des Archäologen Israel Finkelstein. Dabei hat schon vor Jahrzehnten Me’ir Schalew in seinen Texten zum Tanach ausgelegt, Davids Benehmen erinnere zuweilen eher an eine Gruppe von Räubern. Juden gähnen also nur müde.
Aber Israel Finkelstein ist zwischen all den negativen Dingen für Schulz ein Lichtblick. Ein zivilisierter Zeitgenosse:
»Er liebt gutes Essen und Rotwein. Daheim spricht er Französisch, seine Frau ist eine Jüdin aus Paris.« (Seite 116)
Im Text heißt es dann, angeblich gehe Finkelstein unsentimental mit dem »Erbe seiner Ahnen« um. Man könnte den Eindruck gewinnen, Finkelstein, der nichts anderes tut, als wissenschaftlich zu arbeiten, werde zu einer Art Gegenpol aufgebaut – inmitten unzivilisierter Menschen. Dabei sagte Finkelstein »New archaeological discoveries should not erode one’s sense of tradition and identity. (Quelle

Ein anderes Thema ist das politische. Behauptete Schulz 2002 noch:

Auf jenem Hügel der Stadt, wo sich heute die Aksa-Moschee und der Felsendom erheben, lag einst das Zentralheiligtum der Stadt.

Gemeint ist natürlich Jerusalem. 2014 heißt es:
»Ebenso beharren Nationalkonservative darauf, dass der Tempelberg nicht den Arabern, sondern ihnen zuzusprechen sei – schließlich hätten ihre Vorfahren dort einst ein glänzendes G-tteshaus erbaut. Gunnar nennt das eine >romantische< Vorstellung.« (Seite 117) Vom Tempel »ließ sich bislang kein Krümel nachweisen.« heißt es weiter. Das sehen Archäologen in Israel möglicherweise anders und die Menschen an der Westmauer vielleicht auch.

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Was vermutlich im Tauchboot-Artikel steht

Spiegel Titel Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe den Leitartikel des Spiegels nicht gelesen. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Spiegel die Politik dafür lobt, dass der Merkel-Satz Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson hier eine praktische Umsetzung findet. Sicher wird anerkennend darüber berichtet, dass Israel (das vielleicht Atomwaffen besitzt und dieses vielleicht sicher eine Lebensversicherung ist) einer der wenigen Staaten in der Region mit einer funktionierenden Demokratie ist. Dieser Staat hat natürlich die gleiche Option, ein unbewaffnetes U-Boot zu kaufen, wie auch Staaten wie Andorra, Bahrain, Bermuda, Bhutan, Brasilien, Brunei, Chile, Hongkong, Indien, Indonesien, Jordanien, Katar, Republik Korea, Kosovo, Kuwait, Libanon, Malaysia, Mexiko, Montenegro, Oman, Pakistan, Peru, Philippinen Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika, Thailand, Trinidad und Tobago und die Vereinigte Arabische Emirate eine Möglichkeit haben, in Deutschland Waffen zu erwerben (Ländernamen aus dem Rüstungsexportbericht). Sicher finden wir Leser unter dem Claim Wie Deutschland die Atommacht Israel aufrüstet einen Infotainment Artikel darüber, was Deutschland dazu beiträgt, dass der Fortbestand des Staates Israel tatsächlich gesichert ist. Alles andere würde ja bedeuten, der Spiegel würde Israel als fragliche politische Kraft sehen und das möchte ich einfach mal nicht unterstellen. Die Autoren eines politischen Magazins verfügen sicher über recht tiefe Kenntnisse der politischen Verhältnisse überall auf der Welt.

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Die Mörder der Familie Fogel

Die Mörder der Familie Fogel sind offenbar gefasst worden – Jewlicious machte darauf aufmerksam: Amjad Awad und Hakim Awad – 18 und 19 Jahre alt. Jewlicious schildert einen Bruchteil des Tatablaufs:

They then went to the Fogel house and immediately stabbed Yoav and Elad. They then struggled with and killed the parents. Then, they left the house but returned for Ehud Fogels M-16. Thats when they heard the baby Hadas crying and slit her throat. The unrepentant killers told investigators that had they known that there were two other children in the house they would have killed them too. von hier

Ha’aretz hat die ganze Geschichte.
Heute hat es die Zahal auch offiziell vermeldet. Das Video datiert jedoch auf den 13.04.2011:

Es scheint, als sei die Information eine gewisse Zeit zurückgehalten worden – angesichts der Emotionen, die das Verbrechen auslöst, vielleicht eine vernünftige Entscheidung. Aber letztendlich sickerte sie zunächst über das Forum rotter.net durch.

Interessant ist, was Spiegel Online aus der Meldung gemacht hat: Israel macht Teenager für Mord an Siedlern verantwortlich (hier). Das könnte durchaus so gelesen werden, als hätte Israel zwei Jugendlichen die Schuld in die Schuhe geschoben. Etwas distanzierter hat es der österreichische Standard formuliert: Israelische Polizei fasst mutmaßliche Mörder von Siedlerfamilie (von hier). Die eine Formulierung versucht einen gewissen objektiven Abstand zu wahren, die andere kann leicht als vorgefasste Meinung verstanden werden. Als sei das Verbrechen nicht furchtbar genug.