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Handfest

Was sich bei Juden schon seit Beginn der israelischen Antwort auf den Raketenbeschuss bemerkbar gemacht hat, ist nun auch in der Allgemeinheit angekommen:
Viele der Friedensdemonstrationen sind ein Ventil für handfesten Antisemitismus, niemals seit der Schoah haben europäische Straßen so offensichtliche Bekundungen von Antisemitismus gehört.
Neuer Slogan ist seit neuester Zeit die Formulierung »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein«. Die hat etwas bewegt. Die Berliner Polizei schätzt das nicht als Straftat ein, möchte es aber dennoch verbieten.
Zu schreiben, wie die Zeit, der Konflikt hat längst auch Deutschland erreicht, ist angesichts dessen verzerrend, denn das würde bedeuten, die Konfliktparteien seien in Deutschland präsent. Tatsächlich sind die Juden in Deutschland keine Konfliktpartei. Das sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein. Weiterlesen

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Wall Street Kol Nidrej

Foto von David A.M. Wilensky (CC BY-NC-SA 3.0)

Die Proteste in den USA (nicht nur in New York finden sie ja statt, sondern auch in Boston und Washington) scheinen noch nicht so recht in den Medien angekommen zu sein. Sie werden zwar wahrgenommen, aber ausnahmsweise wird kein Hype daraus gemacht. Es wird eher nüchtern darüber berichtet, wie hier in der ZEIT. Offenbar wartet man noch ab, welche Wendung die Geschichte nehmen wird und ob sich nicht alles folgenlos wieder auflöst. Es ist auch nicht ganz klar, ob die Proteste die spanischen, ägyptischen oder gar israelischen Dauerdemonstrationen zum Vorbild hatten. Bemerkenswert ist der Raum, den sie in den englischsprachigen jüdischen Medien mittlerweile einnehmen, auch wegen des öffentlichen Kol Nidrejs am vergangenen Freitag (hier eine Auseinandersetzung Jom Kippur und Geld). Der Forward hat ein Video gemacht:

Kol Nidre @ Occupy Wall St. from Jewish Forward on Vimeo.

Hier ein kurzer Videobericht aus erster Hand.
In Boston gab es eine ähnliche Aktion. Siehe Bericht hier.

Dank an den fleißigen Kommentator, der das Video verlinkt hat.