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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – Kindergärten und Schulen

Wie ist es um jüdische Kindergärten und Schulen bestellt?
Vor dem Hintergrund, dass die meisten Teilnehmer dieser Umfrage aus größeren Gemeinden kommen (das entspricht durchaus dem deutschen Durchschnitt), überrascht es nicht, dass viele Zugang zu einem jüdischen Kindergarten und einer jüdischen Schule hätten:

Kindergarten

Die Frage, ob es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt gibt, beantworteten 170 Personen:

Gibt es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt? (170 Antworten)

Gibt es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt? (170 Antworten)

Anschließend sollten die Befragten verraten, ob sie ihre Kinder in einen jüdischen Kindergarten schicken würden (generell gefragt). Auf diese Frage gab es 164 Antworten:

Mein Kind würde in den jüdischen Kindergarten gehen

Mein Kind würde in den jüdischen Kindergarten gehen (164 Antworten)

Grundschule

Die Frage, ob es eine jüdische Grundschule in der Stadt gibt, beantworteten 169 Personen:

Es gibt eine jüdische Grundschule

Es gibt eine jüdische Grundschule (169 Antworten)

Auch hier wieder die Frage danach, ob das Kind (theoretisch) eine jüdische Grundschule besuchen würde (162 Antworten):

Mein Kind würde in die jüdische Grundschule gehen

Mein Kind würde in die jüdische Grundschule gehen (162 Antworten)

Weiterführende Schulen

Die Frage, ob es eine weiterführende jüdische Schule in der Stadt gibt, beantworteten 167 Personen:

Es gibt eine jüdische weiterführende Schule in der Stadt (167 Antworten)

Es gibt eine jüdische weiterführende Schule in der Stadt (167 Antworten)

Würde also das eigene Kind theoretisch diese Schule besuchen? Hier gab es 155 Antworten und die Verteilung dieser Antworten überrascht ein wenig:

Mein Kind würde die jüdische weiterführende Schule besuchen (155 Antworten)

Mein Kind würde die jüdische weiterführende Schule besuchen (155 Antworten)

Etwa 35 Prozent der Antwortenden würden ihre Kinder nicht auf die weiterführende Schule schicken. Warum man sich für Ja oder Nein entschieden hat, wurde natürlich im Rahmen dieser Umfrage nicht erfasst, obwohl das sicherlich ein interessantes Projekt wäre.
Ein großer Teil der Juden hätte also theoretisch die Möglichkeit, Kinder in einer jüdischen Einrichtung unterzubringen und ein Großteil der engagierten Juden (nur diese konnte die Umfrage erreichen) tut dies tatsächlich. Warum aus dieser Zielgruppe dies aber nicht alle tun, wäre ebenfalls eine interessante Frage.

Es gab einige Hinweise im Feld für freie Anmerkungen (dieses Feld ist in den downloadbaren Rohdaten nicht enthalten, weil es teilweise Bezüge auf Personen zulassen könnte) zu jüdischen Schulen:

Die Schulfrage – da fehlt: würdest Du Dein Kind um jeden Preis in die jüdische Schule schicken?
Antwort: nein.
Obwohl wir religiös sind. Die Schule muss GUT sein, sonst sollte man keine Kinder dort hinschicken. Eine gute religiöse Schule gibt es in D nicht, alle sind mittelmäßig, auf die eine oder andere Art. Viele andere Fragen fehlen in der Umfrage auch.

und

Die Frage nach dem Kindergarten/der Schule fand ich schwierig. Denn es ist so, dass zb ein Kindergarten wie der von Lauder auch zugleich die Verfasstheit der Eltern widerspiegelt.

Das sind natürlich Einzelwahrnehmungen und Stimmungsbilder. Sie lassen, ohne eine spezielle Erhebung zu diesem Thema, keine Rückschlüsse auf die Gesamtsituation zu. Gerade der Tatsache, dass Einzelmeinungen zum allgemeinen Stimmungsbild gemacht werden (»bei uns ist alles super« versus »bei uns ist alles schlecht«) soll ja mit einer Umfrage entgegengetreten werden.

Unter dem Tag »Fakten zu Juden in Deutschland« findet man weitere Ergebnisse.

Download der Rohdaten

Download_ Jüdisch in Deutschland (Antworten) Im Idealfall fügt jemand andere Sichtweisen hinzu oder arbeitet andere Zusammenhänge heraus. Eine Adaption von Gemeinden oder Organisation für eigene Zwecke wird ausdrücklich begrüßt. Es wäre natürlich fantastisch, wenn auch diese ihre Daten teilen würden.

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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – Gemeindemitgliedschaft

An der Befragung zum jüdischen Leben in Deutschland haben 173 Personen teilgenommen. Unter »Wer war dabei?« kann man sich genau anschauen, wer an der Befragung teilgenommen hat: Personen, die sich aktiv für jüdisches Leben interessieren. Dabei müssen sie nicht zwangsläufig religiös sein oder eine bestimmte Strömung vertreten.

Die Frage nach einer Gemeindemitgliedschaft haben 169 Personen beantwortet. Von ihnen sind 73% Mitglied einer jüdischen Gemeinde. Kann man dies hochrechnen?
Möglicherweise ist das nicht unrealistisch.
Vergegenwärtigen wir uns: Hier haben Aktive geantwortet.
Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland

Aus welchen für Gemeinden kommen die Befragten? Wie groß sind die jeweiligen Gemeinden? Das Ergebnis scheint das zu spiegeln, was auch die Mitgliederzahlen der ZWST aussagen: Etwa die Hälfte der Juden kommen aus großen Gemeinden mit mehr als 2000 Mitgliedern:
groesse_gemeinde

Gemeindegröße
> 2000 54%
1500-1999 1%
1000-1499 5%
700-999 12%
500-699 5%
350-499 4%
200-349 8%
100-199 3%
Keine Ahnung 7%

Einige Befragte haben sogar eine weitere Gemeinde in der Stadt, wie Adass Jisroel, Chabad oder eine liberale Gruppe:

In der Stadt gibt es eine weitere jüdische Gemeinde

In der Stadt gibt es eine weitere jüdische Gemeinde

In den Städten mit größeren Gemeinden gibt es also in der Tendenz auch mehrere Gemeinden. Tatsächlich gibt es Berlin mehrere Gemeinden, in Köln, Düsseldorf und München ebenfalls. In Frankfurt am Main scheinen alle Strömungen unter dem Dach der Gemeinde unterzukommen.

Hier lag es nahe zu fragen, warum jemand sich für eine Gemeinde entschlossen hat oder gegen die Mitgliedschaft (123 Personen haben diese Frage beantwortet):

Warum man Gemeindemitglied ist
Die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk (liest sich vielleicht ein wenig pathetisch) wurde häufiger genannt als Religion. Vielleicht kann das ein Hinweis auf die Veranstaltungen sein, die eine Gemeinde anbieten könnte.

Unter Sonstiges wurde genannt:

  • ohne Mitgliedschaft Nachteile wie höhere Kosten
  • Damit ich durch Wahl versuchen kann, Dinge zu ändern
  • Macht Sinn, da ich in der jüdischen Gemeinschaft aktiv bin.
  • bin da reingeboren
  • Wegen der Beerdigung
  • Gehe zu Chabad, will aber die Gemeinde solidarisch unterstützen

Schauen wir auch, warum man sich gegen eine Gemeindemitgliedschaft entschlossen hat (49 Antworten):
Warum man kein Gemeindemitglied ist
Da gibt es den Punkt »Politik«. Was damit gemeint ist, dürfte den Mitgliedern der Gemeinden bekannt sein: Auseinandersetzungen um den Gemeindevorstand oder Auseinandersetzungen der Mitglieder untereinander. Interessanterweise wurde »Geld sparen« nur in etwa 12% der Fälle genannt.

Unter Sonstiges wurde genannt:

  • keine Gemeinde in der Nähe (mehrfach genannt)
  • Jüdische Gemeinde Berlin bearbeitet Aufnahmeanträge nicht (mehrfach genannt)
  • Gemeindekrieg
  • Persönliche Erfahrungen
  • Ausgetreten. Würde wieder eintreten, wenn ich in den Vorstand kommen könnte.
  • wegen des nicht Akzeptierens meiner nichtjüdischen Ehefrau und Kinder
  • Unterstütze keinen russischen Kulturverein
  • Ausgetreten, weil ich die konservativen Ansichten meiner Gemeinde nicht vertrete
  • Ich nehme sowieso nur an den Hohen Feiertagen an etwas teil

Zur Infrastruktur der Gemeinden – Rabbinerdichte 87 Prozent

Wie sieht es mit der Rabbinerversorgung aus? Gemeint ist natürlich nicht die Versorgung der Rabbiner, sondern die Versorgung mit Rabbinern.
Die Rabbinerdichte scheint bei 87 Prozent zu liegen. Ein Großteil der Mitglieder dürfte also versorgt sein – aber nicht alle Gemeindemitglieder kennen ihren Rabbi vor Ort (172 Personen haben diese Frage beantwortet). Dass 76% (der Aktiven) ihren Rabbiner kennen, scheint kein schlechter Wert zu sein.

Rabbiner in der Stadt

Wie sieht es mit einer Mikwe aus? Der Talmud sagt (Megillah 27a), eine Mikwe sei wichtiger für eine jüdische Gemeinde, als eine Synagoge.
In 71 Prozent der Fälle (170 Antworten) gibt es eine Mikwe. Nur eine kleine Zahl von Nutzern wusste mit dem Begriff nichts anzufangen. Ob die Befragten sie nutzen, wurde nicht abgefragt. Der Fragebogen wollte, um auch beantwortet zu werden, nicht bei allen Themen in die Tiefe gehen.

Es gibt eine Mikwe in meiner Stadt (170 Antworten)

Es gibt eine Mikwe in meiner Stadt (170 Antworten)


Unter dem Tag »Fakten zu Juden in Deutschland« findet man weitere Ergebnisse.

Download der Rohdaten

Download_ Jüdisch in Deutschland (Antworten) Im Idealfall fügt jemand andere Sichtweisen hinzu oder arbeitet andere Zusammenhänge heraus. Eine Adaption von Gemeinden oder Organisation für eigene Zwecke wird ausdrücklich begrüßt. Es wäre natürlich fantastisch, wenn auch diese ihre Daten teilen würden.

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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – wer war dabei? Wie ist die religiöse Zugehörigkeit?

Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland

An der Befragung zum jüdischen Leben in Deutschland haben 173 Personen teilgenommen. Zunächst also ein großer Dank an alle, die sich die sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten. Möglich gemacht haben diese Befragung alle diejenigen, die sie in den sozialen Netzwerken, per Mail und über persönliche Ansprachen geteilt haben.
Zugleich gibt das einen wichtigen Hinweis zu den erfassten Daten. Natürlich wird hier nicht der Anspruch erhoben, repräsentativ für alle Juden in Deutschland zu sein.
Es sind zahlreiche Punkte zusammengekommen, so dass die Präsentation der Ergebnisse in mehrere Teile geteilt wird und hier nacheinander veröffentlicht wird.
Schauen wir uns also die Ergebnisse dieser Umfrage an und beginnen damit, wer sich gemeldet hat und wie es grundsätzlich mit der religiösen Zugehörigkeit ausschaut. Weiterlesen

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Wieder fünfstellig

Mitgliederzahlen der Jüdischen Gemeinden 2015

Mitgliederzahlen der Jüdischen Gemeinden 2015

100.437 Mitglieder hatten die Jüdischen Gemeinden im Jahr 2014 – sechsstellig. Im Jahr 2015 wurde die Mitgliederzahl wieder fünfstellig mit 99.695 Mitgliedern.
2003 erreichte überschritt die Anzahl der Gemeindemitglieder die Marke 100.000 – 2007 dann der Höhepunkt mit 107.330. In nur 8 Jahren 7.635 Mitglieder weniger. Das entspricht schon einer sehr großen Gemeinde. Wir sind heute ungefähr auf dem Stand von 2002. Wie in den letzten Jahren muss man fragen, ob man nicht ernsthaft die Infrastruktur downsizen sollte. Vielleicht die Synagogen kleiner planen als heute notwendig, nämlich so, dass sie auch in 10 Jahren unterhalten werden können.

Heute sind 53% aller Gemeindemitglieder älter als 60 Jahre alt:

Altersstruktur der Mitglieder 2015

Altersstruktur der Mitglieder 2015

Schlechte Zeiten übrigens für Junge Männer und gute Zeiten für junge Damen: Bei den unter 30jährigen gibt es einen klaren Männerüberschuss. Werden diese jungen Männer ins Ausland gehen? Alle Männer über 30 müssten eigentlich auf ein Überangebot treffen.

Die wichtigsten Eckdaten seit 2013 im Vergleich:

2013 2014 2015
Geburten 250 243 277
Sterbefälle 1244 1335 1476
Übertritte 70 68 59
Austritte 418 528 422
Einwanderer 444 652 674
Auswanderer 150 169 142

Von den 422 Austritten entfallen 109 nur auf die Gemeinde Berlin.

Interessant wäre es nun, wenn man eine Übersicht über die Mitgliedszahlen der beiden Adass Jisroel Gemeinden in Berlin hätte und die Anzahl der Israelis in der Stadt irgendwo verlässlich ablesen könnte. Von ihnen dürften die wenigsten Mitglied der Jüdischen Gemeinde Berlin sein. Dort hat man aber zumindest in zwei Synagogen Erfolge verzeichnen können. In den Synagogen Rykestraße und Fraenkelufer scheint man die jüngeren Generationen ins Boot geholt zu haben. Die Synagogen scheinen also besser besucht zu sein, wohingegen die Mitgliederzahl der Gemeinde kontinuierlich sinkt. 2014 waren es noch 10.009 Mitglieder 2015 waren es nur noch 9.865. Zugänge aus dem Ausland sind für das Jahr 2015 mit 0 beziffert.

Alle Daten kann man in der Statistik der ZWST nachlesen.

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Wie es tatsächlich aussieht

Hinter der heraufbeschworenen Renaissance jüdischen Lebens steht ein großer Wunsch, aber wenig Substanz. Das war in diesem Blog häufiger zu lesen und noch häufiger diskutiert. RP-Online betrachtet die nüchternen Zahlen. Nach dem Wachstum geht es nun rapide abwärts. Einige Gemeinden steuern gegen, andere sind mit Selbstorganisation beschäftigt oder wollen die Situation nicht erkennen. Vor allem werden sich einige jüdische Zentren bilden (müssen), in denen Kräfte gebündelt werden.

Noch sprechen die Zahlen gegen den prognostizierten Abwärtstrend. Denn mit den Juden aus dem Osten stieg die Zahl der Gemeindemitglieder hierzulande von 28 000 vor der deutschen Wiedervereinigung auf derzeit knapp 107 000. Die Zahl ist trügerisch, weil sie eine Vitalität und Dynamik vermittelt, die allein auf der Zuwanderung, nicht aber aus sich heraus begründet ist. Und sie verdeckt eine Entwicklung, die bereits mächtig in Gang gesetzt ist: mit der dramatischen Überalterung der jüdischen Gemeinden in Deutschland und einer extrem hohen Zahl an Mischehen. von hier

Realistisch auch diese Einschätzung:

Und in Deutschland? Nach Julius Schoeps könnte es von derzeit 104 jüdischen Gemeinden in knapp 30 Jahren zwei Drittel nicht mehr geben. Jede Gemeinde mit weniger als derzeit 4000 Mitgliedern wird auf längere Sicht ohne Überlebenschance sein, so der Wissenschaftler, sollten die gesellschaftlichen Entwicklungen in gleicher Weise fortschreiten. auch von hier