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Wie bedeckt müssen Frauen sein?

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Seit den Vorgängen in Beit Schemesch ist die Stimmung aufgeheizt und so mancher Kommentator im Netz oder der Printpresse sieht in der Orthodoxie generell eine Tendenz zur Radikalisierung. Die New York Times hat sich die Mühe gemacht, ein wenig Sachlichkeit in die Debatte einzubringen und einfach mal einen orthodoxen Rabbiner zu Wort kommen lassen. Rabbiner Dov Linzer von der Jeschiwah Chovevei Torah hat deshalb für die New York Ausgabe vom 20. Januar einen kleinen Text dazu verfasst (hier online). Rabbiner Linzer lässt keinen Zweifel an seiner Überzeugung:

This is not a problem unique to Judaism. But the Talmud, the basis for Jewish law, offers a perhaps surprising answer: It places the responsibility for controlling mens licentious thoughts about women squarely on the men.
Put more plainly, the Talmud says: Its your problem, sir; not hers.
von hier

Sein Abschluss ist auch eine Art von Aufruf an diejenigen, die sich lautstark einmischen:

Jewish tradition teaches men and women alike that they should be modest in their dress. But modesty is not defined by, or even primarily about, how much of ones body is covered. It is about comportment and behavior. It is about recognizing that one need not be the center of attention. It is about embodying the prophet Micahs call for modesty: learning to walk humbly with your God. von hier

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Gegen den orthodoxen Einfluss?

Beit Shemesh, Israel, 27.12.2011.

Das ist ein Thema, das ist in der Öffentlichkeit dankbar angenommen wird und auch unter Juden heiß diskutiert wird. Dabei spielt es keine Rolle, wie schlecht Nichtjuden und Juden informiert sind darüber, was und wer da in Bejt Schemesch gegen wen oder was vorgeht.
Einige, die sich zum Orthodoxen Judentum zählen, stellen sich hinter die Charidim, einfach, weil es nicht sein kann, dass die protestierenden Israelis vielleicht Recht haben könnten und liberal orientierte (oder säkulare) Juden sehen offenbar einen Konflikt mit der Orthodoxie insgesamt. Der nichtjüdische Beobachter scheinbar dazu, aus dem Konflikt eine Zerreißprobe zu machen: Der Staat (wahlweise auch die Bürger) gegen die um sich greifende Ultraorthodoxie (eine Sicht, die auch in jüdischen Blogs aufgegriffen wird). Dabei werden gerne alle möglichen Ereignisse zusammen gemischt. Die Ereignisse in Bejt Schemesch etwa, mit denen kürzlich in Aschdod, als sich die Journalistin Tanya Rosenblit in einen Bus setzte, der von Charidim (einer sog. Mehadrin Buslinie) genutzt wird und dokumentierte, was dann (erwartungsgemäß) passierte. Worum geht es also in Bejt Schemesch? Weiterlesen