Artikel

Für Ruhrgebietler: Lesung heute

Für diejenigen, die im Ruhrgebiet (oder in Westfalen leben):
Badatz! Viel zu tiefe Einblicke in den Jüdischen Alltag! DIE Lesung im Jüdischen Museum Westfalen (Dorsten) – ich behaupte, es dürfte sich lohnen zu kommen:
Entweder weil der Autor das Publikum unterhält, oder weil man dem Autor zuschauen kann, wie er scheitert. Beides dürfte unterhaltsam sein…
Wir begegnen nichtjüdischen Besuchern in Synagogen, Super-Orthodoxen, Konvertiten, Naa-zis, Zionisten und Anti-Zionisten.
Eiskalten Frauen und freundlichen Frauen. Vielleicht wird auch das Geheimnis gelüftet, in welcher Ruhrgebietsgemeinde es den besten Kiddusch gibt!

Jüdischen Museum Westfalen am 12. Juni 2014, um 19:30 Uhr.

Artikel

Badatz! Update!

LexiKohn (Glossar)

LexiKohn (Glossar)

Im Oktober erschien »Badatz!« und erfreulicherweise gab es ein paar Reaktionen auf das Buch. Unter anderem hieß es im Blog des Österreichischen Jüdischen Museums, dass es vielleicht nicht so schlecht wäre, Begriffe wie Al Chet auch Nichtjuden zu erklären. Für eine Neuauflage des Buchs ist dann auch ein LexiKohn hinzugekommen, also eine Badatz-Variante eines Glossars. In diesem findet der geneigte Leser alle Begriffe, die nicht selbsterklärend sind. Auch Al Chet, Chabad oder Hawdalah.

Und um den Optimierungen noch eine hinzuzufügen: Auch dem Ruf »Support your local bookseller« wurde nachgekommen! Das Buch kann man nun über jeden Buchhändler bestellen – gegen eine Bevorratung durch Buchhändler ist natürlich auch nichts einzuwenden:
ISBN-13: 9783735722621
ISBN-10: 3735722628
Seitenzahl: 164

Deshalb gibt es das Buch nicht nur über amazon, sondern auch über buecher.de. Die e-books werden demnächst mit dem Zusatzkapitel »LexiKohn« aktualisiert.

Eine Leseprobe gibt es hier.

Vormerken! Eine Lesung im Jüdischen Museum Westfalen am 12. Juni 2014.

Artikel

Badatz!

Badatz Bis 2012 erschienen in der Jüdischen Allgemeinen zahlreiche Artikel in der Kolumne »Neulich beim Kiddusch«. Die Geschichten setzten da ein, wo es beim Kiddusch, also dem gemütlichen Zusammensitzen nach dem Gebet am Schabbat und den Segen über den Wein, interessant wird.
Nämlich dann, wenn sich über das austauscht, was so in der letzten Zeit passiert ist. Es kann auch vorkommen, dass die Geschichten, die während des Kidduschs passieren schon an sich Material für weitere Gespräche bieten. Ganz klar, dass dabei nicht immer sehr objektiv vorgegangen wird.
44 Geschichten (aus meiner Feder) habe ich nun gesammelt, einige gekürzte Geschichten wieder erweitert und ein paar Themen mit Exkursen (Hawdalah, Kaschrut und natürlich Laschon haRa) versehen.

Diese Geschichten sind nun unter dem Titel »Badatz!« erschienen und bei amazon.de erhältlich!

Man begegnet in den Geschichten Juden aus London, Antwerpen, dem Ruhrgebiet, Israel und vielleicht auch aus den Nachbargemeinden. Nichtjüdische Synagogenbesucher , Super-Orthodoxe, Konvertiten, Naa-zis, Zionisten und Anti-Zionisten mischen natürlich auch mit.

Eine Leseprobe gibt es hier.
Das Buch gibt es übrigens auch als ebook (Kindle).

Artikel

Sein Tscholent komme über sie

Am Morgen wachte Schmulik schweißnass auf. Zitternd griff er nach der ersten Zigarette des Tages.
Er hatte vollkommen wirr geträumt. Irgendeines der Wodka-Gläser am Abend, musste eines zu viel gewesen sein. Nachdem er die Fernsehdiskussion Die Deutschen wollen keine jüdischen Nachbarn sind sie deshalb Antisemiten? gesehen hatte, wollte er die schlechte Performance seines Bruders in der Sendung runterspülen.

Seit Rachel ausgezogen war und sich mit dem Satz Ich brauche meinen Freiraum verabschiedet hatte, fand Schmulik wieder den tiefsten Schlaf, den er sich vorstellen konnte. In seinem Traum hatten Laienschauspieler nun auch im Ruhrgebiet Passionsspiele eingeführt. Die wundersame Heilung eines leprösen Blumenverkäufers am Hinterausgang des Bahnhofs hatte dazu geführt, dass sich eine Gruppe von Neubekehrten und Neugetauften dazu verpflichtete, nun jährlich die Passion des Erlösers nachzuspielen.
Im Gegenzug erwarteten sie, dass der Erlöser sie vor weiteren Krankheitsfällen verschont.
Nach überlieferten Vorbildern, zog nach der Vorstellung ein wütender Mob mit Fackeln durch die Stadt. Um der Modernität Rechnung zu tragen, hieß der Slogan statt Christus-Mörder nun Christ-Killer. Und aus Ermangelung an jüdischen Mitbürgern wurde alles Mögliche angezündet, was irgendwie im Weg herumstand.
Bis sich jemand an Schmulik erinnerte. Sein Leserbrief an den Ruhrgebiets-Beobachter, in dem er forderte, das Stadion der Stadt müsse nach Theodor Herzl benannt werden, wurde von der umsichtigen Redaktion ausnahmsweise mit voller Adresse abgedruckt.
So versammelten sie sich schließlich vor Schmuliks Haustür, kamen aber nicht rein. Schmulik öffnete nicht. Statt dessen skandierten sie unten Sein Blut komme über Dich und der blonde Christus-Darsteller wurde auf das Kreuz gebunden und in die Höhe gereckt. Der Bursche tat Schmulik im Traum ein wenig leid. Wusste er vorher, worauf er sich da eingelassen hatte?
Sein Blut komme über Dich, sein Blut komme über Dich. Beängstigend fand Schmulik das. Für den blonden Jesus. Immerhin ging es ja um sein Blut.
Vorerst wollte Schmulik den Mob ruhig stellen und entschied sich dafür, dass sein Tscholent stattdessen über sie kommen sollte. Als er gerade auf dem Weg zum Ofen war, um den Tscholent zu holen, erwachte er und schreckte hoch. Es war nur ein Traum!

Als Schmulik in die Küche kam, hatte Olga schon das Frühstück vorbereitet. Olga hatte er kürzlich beim Seder abgeschleppt. Ein guter Fang für ihn.
Nach dem ersten Aufruf von WhatsApp, um zu sehen, ob sich die rothaarige Tanja vielleicht gemeldet hatte, die er beim zweiten Seder traf, las er die Nachricht von Mustafa. Dem Fotografen. Er käme heute Abend in die Stadt. Hat einen Auftrag.

Soll die Premiere von Passionsspielen im Ruhrgebiet fotografieren.

Artikel

Badatz und der neue Teppich

Badatz war das Geräusch, das die Pappschachtel machte, als sie auf dem Boden unserer neuen Küche auftraf, nachdem ich meiner Frau die Botschaft überbracht hatte: Ich wollte unsere neue Wohnung gern einigen Verwandten und Bekannten zeigen. Deshalb hatte ich sie zu einem festlichen Kiddusch eingeladen. Badatz wäre auch das Geräusch gewesen, das der feuchte Schwamm an meinem Kopf gemacht hätte, den meine Frau nach mir warf wenn ich mich nicht rechtzeitig geduckt hätte.

Den vollständigen Text aus der Reihe Neulich beim Kiddusch gibt es auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen.