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Grenzen der Observanz

Die Sendung Americas Next Top Model und ihr deutsches Pendant Germanys Next Top Model haben üblicherweise keinerlei Relevanz für dieses Blog. Aber nun hat es die Sendung geschafft. Das ist Esther Petrack zu verdanken. Nach eigenen Angaben orthodox (also jüdisch-orthodox, nur damit keine Unklarheiten aufkommen), geboren Israel und nun Model bei Americas Next Top Model. Neben Tzinutfragen, dürfte auch die Obervanz des Schabbats eine interessante Frage sein und die wurde auch gestellt (das Tablet-Magazine berichtet):

After letting Esther say a bit about herselfnamely, that she was born in JerusalemTy Ty asked her about her Orthodox Jewish practice. Do you honor the Sabbath?

Yes I do, Esther responded, proceeding to explain the rules regarding the usage of electricity, computers, cell phones, and cars on Friday night and Saturday. Tyra sternly informed her that ANTM contestants work all the time, seven days a week. (I never realized that modeling was so urgent!) Would Esther, Tyra wanted to know, be able to adhere to the ANTM work schedule? […]

She replied after a momentary hesitation: Yes, I would do it.
von hier: Tablet-Magazine

Offenbar ein Dilemma. Junge Leute zwischen Observanz und Erfolg; auch wenn fraglich ist, dass die Teilnahme an einem solchen TV-Konzept überhaupt einem observanten Menschen (sei es in liberaler, orthodoxer oder rekonstruktionistischer Auslegung) in den Sinn kommen sollte. Es gibt scheinbar die Illusion, dass man jüdisch leben kann und uneingeschränkt an allem teilhaben kann, was außerhalb der jüdischen Welt passiert. Dass dies aber auch ein Wert sein kann, gerät ein wenig in Vergessenheit. Diese Linie zu ziehen, dürfte liberalen, konservativen und modern-orthodoxen schwerer fallen, als beispielsweise charejdischen Juden obwohl auch dort immer Grenzen neu abgesteckt werden (siehe etwa hier). Esther Petrack ist vielleicht ein Symptom dafür.