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Willkommen beim Bento-Rabbinat

Rabbiner William Wolff. Wilhelm (später William) Wolff emigrierte mit seiner Familie zunächst in die Niederlande und dann nach England. Dort studierte er »Nationalökonomie« und wurde Journalist. Kein schlechter, wie man hört. 1979 dann, im Alter von 52 Jahren, entschied er sich für ein Studium am Leo-Baeck-College — er wollte Rabbiner werden. Nachvollziehen kann man das gut im Film »Rabbi Wolff«.

Rabbiner Henry Brandt. Henry Brandt wurde in München geboren. 1939 emigrierte die Familie des elfjährigen Heinz Georg (später Henry) nach Tel Aviv. 1947 meldete sich Hanan (vorher also Heinz) zur Marine-Einheit des Palmach und wurde Leutnant. Er kämpfte im israelischen Unabhängigkeitskrieg. 1951 dann ging er nach Belfast und studierte Wirtschaftswissenschaften. Nach seinem Abschluss ging er in die Industrie. 1957, im Alter von 30 Jahren, entschied auch er sich für ein Studium am Leo-Beck-College. Auch er wollte Rabbiner werden.

Rabbiner Bea Wyler. Frau Rabbiner möchte sie genannt werden, deshalb steht das hier so. Sie wurde 1951 in der Schweiz geboren. Sie studierte Agronomie und wurde nicht nur Wissenschaftsredakteurin, sondern leitete schließlich das Wissenschaftsressort der Basler Zeitung. Nach einem Studium am Leo-Baeck-College und am konservativen Jewish Theological Seminary wurde sie 44-jährig Rabbiner(in). Wie erwähnt, damals legte sie Wert darauf, Rabbiner genannt zu werden. 1995 nahm sie das Rabbinat der jüdischen Gemeinde in Oldenburg an. Die Emotionen schlugen damals hoch. Kein Vergleich zur Strömungsdiskussionen heute. Es wurde »emotional« und ein maximaler Störfaktor in der Beschaulichkeit (der SPIEGEL berichtete). Sie war die erste Frau in diesem Amt in der Bundesrepublik Deutschland und sorgte dafür, dass einige Steine heute nicht mehr beseitigt werden müssen.

Elisa Klapheck, geboren 1962 in Düsseldorf (Kunstfreunde kennen den Namen Klapheck) studierte Politikwissenschaft, Jura und Judaistik in Nijmegen, Hamburg und Berlin. Sie wurde später Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde Berlin, wirkte aber auch journalistisch für Zeitungen und andere Medien. Später kümmerte sie sich um das Gemeindemagazin »jüdisches Berlin«. Sie initiierte 1999 mit anderen Frauen »Bet Debora«. Ein Netzwerk und eine Tagung für Rabbinerinnen, Kantorinnen und rabbinisch gelehrter Jüdinnen und Juden in Berlin. Mit etwa 37 Jahren begann sie ein Studium beim »Aleph Rabbinic Program« der Jewish Renewal Bewegung. 2005 wurde sie Rabbinerin in Amsterdam und wirkt(e) auch in Deutschland.

Warum stehen sie hier?

Diese vier Personen sind hier Stellvertreterïnnen für das »klassische« Rabbinat des traditionsorientierten liberalen und konservativen Judentums in Deutschland. Man muss ihre religiöse(n) Ausrichtung(en) nicht teilen — man kann Rabbiner orthodoxer Rabbinerseminare bevorzugen.
Aber: was die genannten Menschen jedoch auszeichnet — und das teilen sie mit einigen anderen — ist der Weg ins Rabbinat. Sie standen schon mitten im Leben und haben sich dann für diese Berufung entschieden. Der Gesprächspartner, das Gegenüber, wird die Lebenserfahrung zu schätzen wissen. Natürlich gibt es auch die Rabbiner aus einer »akademischen« Laufbahn, aber die sind hier nicht das Thema. Sich aus Lebenserfahrung heraus zu diesem Schritt entschlossen zu haben, ist mit Sicherheit der beste Weg für die Persönlichkeit selber und die Menschen, mit denen sie später zu tun haben wird.

Der SPIEGEL hat uns in dieser Woche einen anderen Weg präsentiert. Anscheinend weiß es die Autorin des Artikels »Wenn ich als angehende Rabbinerin nicht über Queerness im Judentum spreche, macht es niemand« besser.
Neben viel Marketingsprech und Superlativen wie »historisch«, »eine der ersten Frauen« (stimmt nicht, wie wir schon an diesem Artikel hier sehen) und »Ikone für eine neue jüdische Generation« (Feuerwerk der Superlative, aber auf welcher Grundlage?), wird hier vor allem die Jugend der angehenden Rabbinerin hervorgehoben. Dieser Schritt, das Lernpensum und die Festlegung auf das Amt kann bewundert, oder hinterfragt werden. Oder beides. Diese Mühe macht sich die Autorin des Artikels nicht.
Es wird in erster Linie ein Ego ausgebreitet und hier lauert eine Gefahr. Die Vertreterïnnen der Selfie-Generation sind heute mit viel Selbstbewusst- und Sendungsbewusstsein ausgestattet und erhalten meist schon einen großen Vorschuss an Lob und Vertrauen. Wer mit Selfies Follower sammeln konnte, wird mit seiner Personality das sicher auch mit seinem neuen Amt schaffen, ist vielleicht die Haltung. Sowohl die eigene, als auch die der wohlmeinenden Berichtenden.
Eine interessante Dynamik, die behauptete Relevanz in den Social Media Kanälen durch Berichterstattung weiter boostet und es immer schwieriger macht, die tatsächliche Relevanz zu erkennen oder zu hinterfragen. Lasst uns doch mal auf den Inhalt schauen und auf das, was dieser bewirkt und nicht auf den Eindruck, der entsteht.
Es gilt zu schauen, wieviel Substanz hinter etwas steckt. Ist mehr hinter einem Instagram-Account als ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, andere mit mir, ich, ich, ich, andere mit mir, ich, ich und ich? Wie reflektiert kann jemand, der viel Zustimmung und Likes erfährt, mit Grenzerfahrungen umgehen? Es werden die Tage kommen, an denen man auf jemanden zugehen muss, der gerade in den Abgrund geblickt hat.
Hat man sich darüber Gedanken gemacht?
Nicht alle Gespräche mit Gemeindegremien und Gemeindemitgliedern werden freundliche Nettigkeiten sein. Die Erwartungen allerseits sind hoch. Die Porträtierte wird hoffentlich nicht wegen der Tatsache, dass sie die »wahrscheinlich jüngste Frau in Deutschland, die Rabbinerin wurde« war, in die Geschichte eingehen, sondern hoffentlich, weil sie beispiellos gute Arbeit geleistet hat. Ansonsten wäre das etwas wenig.

Der SPIEGEL-Artikel zeigt schön, was passiert, wenn man versucht, das Rabbinat in popkultureller Coolness darzustellen. Es wird eine Personality-Show. Willkommen beim Bento-Rabbinat.

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Talmud Übersetzung online

Ein kleiner Meilenstein ist erreicht worden! Die Übersetzung des Talmud von Lazarus Goldschmidt ist nun online verfügbar. Sie begann am 1. Januar mit Pessachim und Megilla – die übrigen Traktate liegen bereits als »Texte« vor, müssen aber noch fit für die Publikation gemacht werden. Alles über das Projekt findet man auf einer kleinen Übersichtsseite auf talmud.de:
Übersetzung des Talmud ist online

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Sechs Jahreszeiten

Sechs Jahreszeiten? Wenn man sich bewusst macht, dass die vier Jahreszeiten eine menschliche Einteilung dessen sind, was in der Natur beobachtet wurde, wundert es nicht, dass es tatsächlich noch andere Systeme der Einteilung gibt. Um es kurz zu machen: Der Talmud kennt (zumindest in einer Diskussion) sechs Jahreszeiten. Abgeleitet werden diese aus der Geschichte von Noach. Nach der Geschichte der großen Flut beschloss nämlich G-tt, dass »Fortan, alle Tage der Erde, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter und Tag und Nacht nicht gestört sein« (1. Buch Mosche 8,22). Diese Diskussion habe ich etwas genauer beleuchtet. Den gesamten Text findet man hier:

Jüdische Allgemeine – Die sechs Jahreszeiten: Saat, Winter, Frost, Ernte, Sommer und Hitze

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Lockerungen zu Chanukka?

Zwar hat sich die Corona-Thematik in diesen Tagen noch etwas verschärft (weil die aktuellen Maßnahmen offenbar nur sehr begrenzt greifen), aber dennoch wurden Ausnahmeregeln für Weihnachten diskutiert. Die Jüdische Allgemeine hat Prof. Micha Brumlik und meine Wenigkeit gebeten, dafür oder dagegen zu sprechen. Prof. Brumlik argumentiert für gleiches Recht, ich dagegen.

Beide Meinungen sind hier zu finden (Juedische-Allgemeine.de)

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Reclams Sprüche der Väter

Reclam. Die meisten Schülerinnen und Schüler, die in Deutschland zur Schule gegangen sind, kennen die kleinen gelben Heftchen von Reclam. Dort gab und gibt es die große Literatur. Den »Woyzeck«, die »Die Leiden des jungen Werthers«, aber auch den »Jerusalemer Talmud« (in sieben ausgewählten Kapiteln) und nun »Die Sprüche der Väter«, auf Hebräisch »Pirkej Awot«. Sie sind Bestandteil der Mischnah und sind ein beliebter Steinbruch für Zitate »Wenn nicht ich, wer dann?«, »Sprich wenig und tue viel!«, »Sage nicht, wenn ich frei sein werde, werde ich lernen; vielleicht wirst du nicht frei werden.« Die Liste kann lange fortgesetzt werden.

Die erste Frage nach dem Reclam-Text lautete also: Welche Übersetzung haben sie verwendet? Marcus Lehmann, Lazarus Goldschmidt oder Bamberger? Das deutschsprachige Judentum hat zahlreiche gute Übersetzungen (und Kommentare) hervorgebracht.
Keine von den vielen, die verfügbar sind, wurde verwendet. Der katholische Theologe Professor Bernhard Lang hat die Übersetzung und den Kommentar verfasst. Leider merkt man eine große Distanz zur jüdischen Sicht auf den Text recht schnell bei der Lektüre.

Eine neue Übersetzung Warum?

Wo Mosche die Torah vom Sinai [miSinaj] empfing, so die meisten anderen Übersetzungen, erhält Mose hier das »Tora(-Amt)« am Sinaj. Wo das Judentum von der Weitergabe der Mesorah spricht, wird hier von der Weitergabe eines »Amts« gesprochen. Der »Zaun um die Lehre«, der ja nahezu sprichwörtlich geworden ist, wurde zur »Hecke um die Tora«.

Die Sprache ist offenbar absichtlich etwas altertümlich gehalten und die Syntax etwas verkomplizierend umgestellt. Anscheinend soll die Satzstellung des hebräischen Satzes nachgestellt werden. Interessant sind Reime in der Übersetzung, während im hebräischen Original keine vorhanden sind: »Einen Lehrer dir nimm, einen Kameraden gewinn« macht Lang aus dem Satz »aseh lecha raw, ukene lecha chawer« – kein Reim. Der Satz bedeutet, wörtlich übersetzt, etwa »Mache dir einen Lehrer, erwirb dir einen Freund«. Der »Kamerad« führt recht weit weg von der ursprünglichen Bedeutung. In seiner Anmerkung zu dieser Textstelle weist Lang darauf hin, dass das »Studium zu zweit bis heute in orthodoxen Talmudschulen üblich sei«. Als Beispiel nennt er dann Anschel und Avigdor aus Singers »Jentl, der Talmudstudent«…

Übersetzerische Missverständnisse lassen sich einige zusammentragen. Die meisten scheinen darin begründet zu sein, dass bei der Übertragung der Kontext ausgeblendet wurde. Es fehlen an dieser Stelle Platz und Ausdauer für eine detaillierte Aufzählung. Aber eine Stelle schauen wir uns noch an. Sie ist recht bekannt: »Im ejn Torah – ejn derech erets«. Jüdische Übersetzer und Kenner der Mischnah übertragen in diese Richtung: »Wer keine Torakenntnis besitzt, der hat keine Humanität« (Bamberger), man könnte es vielleicht auch mit »angemessenem Verhalten« übertragen. Lang übersetzt »keine Tora, kein Alltagstun.«. Hier gehe es, laut Kommentar darum, sich an »Sponsoren zu wenden« – in dem Satz gehe es um Lebensmittel.

Missverständnisse? Talmud und Weise

Der Untertitel des Buches ist übrigens »Das Weisheitsbuch im Talmud«. Das ist deshalb interessant, weil es von Pirkej Awot »nur« eine Mischna gibt. Diese Mischna hat keine Gemarah, ist also in den meisten Ausgaben des Talmud überhaupt nicht enthalten und gehört auch eigentlich nicht dazu. Die Begründung ist nicht sehr überzeugend, zumal der uninformierte Leser nichts über den Talmud erfährt:

»Der Talmud umfasst in seiner deutschen Übersetzung zwölf Bände (Der babylonische Talmud, übersetzt von Lazarus Goldschmidt, Berlin 1929-36). Als Teil des Talmuds – zu finden in Band 9 (1934) – sind die Vätersprüche in der jüdischen Literatur etabliert, so dass sie ununterbrochen studiert und kommentiert werden.«

Sprüche der Väter, Seite 129

Die Talmud-Ausgabe von Lazarus Goldschmidt hatte den Anspruch alle Mischnajot und alle Traktate des Talmuds zu präsentieren. Ein Blick in »Primärliteratur« wäre vielleicht erhellender gewesen. In einem Talmud-Band von Goldschmidt sind mehrere Traktate des Talmuds und die Mischnajot zusammengefasst.

Neben Anschel und Avigdor aus Jentl treffen wir auch Shakespeare. Er habe in »Coriolanus« (entstanden um 1608) ein Zitat aus den Pirkej Awot verwendet (hier mal in der Übersetzung von Schlegel zitiert):

Schreit gegen den Senat, der doch allein,
Zunächst den Göttern, euch in Furcht erhält;
Ihr fräß’t einander sonst. Was wollen sie?

Shakespeare, Coriolanus, 1. Akt, 1. Szene

In den Pirkej Awot heißt es (Bamberger):

»Rabbi Chanina, der Vorsteher der Priester, sagte: 
Bete stets für das Wohl der Regierung, denn wäre nicht die Furcht vor ihr, so würde einer den andern lebendig verschlingen.«

Mischna Awot 3,2

Dazu schreibt Lang: »Hat der Autor das Wort aus dem Mund eines jüdischen Zeitgenossen gehört?« Das wird schwierig gewesen sein, wurde doch die jüdische Bevölkerung 1280 aus England vertrieben und erst 1655 wurde gestattet, sich wieder auf englischem Boden niederzulassen. Mehr Projektion als Fakt.
Das bezieht sich auch auf die Exkurse über die Mischna Awot und die »Rabbinen«, die anhand der Lektüre des Traktats Awot als »Asketen« dargestellt werden sollen – was große Teile des Talmuds einfach komplett ignoriert, in dem die Weisen teilweise einfach auch mal Männer sind. Bei der Charakterisierung kommt übrigens Hermman Hesse zu Wort, der nicht nur freundliche Dinge über Juden gesagt hat (etwa »Juden wie Deutsche haben neben ihrer rohen dummen und feigen Mehrheit auch eine feine, weise und tapfere Minderheit, mag sie noch so klein sein.«). Als Untermauerung soll auch eine Gegenüberstellung von Sätzen aus den Sprüchen der Väter mit der »Benediktsregel« (der Bendediktiner-Mönche) dienen.

Alles in allem: Wer sich mit den »Sprüchen der Väter aus katholischer Sicht« befassen möchte, kann zu diesem Band greifen. Wer sich dem Judentum über einen jüdischen Text annähern will, der greift bitte nicht zu dieser Übersetzung und nicht zu diesem Kommentar.

Die Sprüche der Väter
Das Weisheitsbuch im Talmud
Neuübersetzung
Reclam 2020
Übers. und Hrsg.: Lang, Bernhard
138 S.
ISBN: 978-3-15-014042-0
(Link zu Reclam mit Leseprobe)

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Hochmotivierte Mitglieder warten auf ihren Einsatz

Im Herbst 2019 tat der Zentralrat etwas recht bemerkenswertes: Er lud zu einer Umfrage ein (Details siehe hier). Die Zielstellung könnte man, etwas vereinfacht, vielleicht so formulieren: Wie ist die Haltung derjenigen, die wir erreichen können, zu ihrer oder den Gemeinden insgesamt?

Also weniger eine sozialwissenschaftliche Studie und mehr Einblick in das, was man von den Gemeinden eigentlich »draußen« erwartet und welche Haltung man entwickelt hat. Warum kommt man, wenn man kommt? Warum kommt man nicht? Warum ist man ausgetreten? Warum nimmt man nicht an Veranstaltungen teil?
Und tatsächlich haben 2.716 Personen teilgenommen. Überwiegend Vertreter der Generationen, die demographisch in der Minderheit sind. Also weniger Senioren – das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 48 Jahren. 45 Prozent der Teilnehmer sind in Deutschland geboren worden.

Das ist bemerkenswert. Während man in den europäischen Nachbarländern nicht einmal weiß, wie viele Gemeindemitglieder im eigenen Dachverband organisiert sind (siehe Schweiz), kennt man recht konkrete Details zur jüdischen Demographie – zumindest für die Gemeinden, die im Zentralrat organisiert sind. Nun kommen weitere Daten hinzu.

Was ist bemerkenswert? Mehrere Punkte

Gleich mehrere Punkte sind bemerkenswert.
Beginnen wir mit einem positiven Aspekt:
Zwei Drittel aller Befragten würden gerne (mehr) aktiv in einer Gemeinde mitarbeiten. Das ist ein enormes Potential.
Die Gegenfrage liegt nahe: Warum denn dann nicht?

Die Antwort gibt ein anderer Aspekt (möglicherweise): Nur 18 Prozent der befragten (derzeitigen) Gemeindemitglieder haben das Gefühl, sie hätten Einfluss auf die Entscheidungen innerhalb einer Gemeinde. Eine Mehrheit gibt an, dass ihre Stimme überhaupt kein Gehör in der Gemeinde findet.
41 Prozent der Gemeindemitglieder geben an, dass sie nicht an Veranstaltungen teilnähmen, weil sie Probleme mit anderen Personen in der Gemeinde hätten.

Partizipation in der Gemeinde, Abbildung Zentralrat der Juden in Deutschland, infas

Es lässt sich also behaupten: Die Leute wollen mitmachen! Die Leute wollen sich engagieren. Da ruht also richtig viel Potential.
Dazu passt, dass sich 47 Prozent der ehemaligen Mitglieder eigene jüdische Räume schaffen und immerhin noch 35 Prozent derjenigen, die Mitglieder sind, ebenfalls tun. Hier könnten Gemeinden vielleicht ansetzen?

Strömungen Die alte Frage

Wer ist orthodox, wenn »Ja«, wie sehr?
Die Umfrageergebnisse erlauben es, innerhalb der Strömungen zu differenzieren. »Ja, orthodox und observant« oder» Ja, traditionell und observant« oder eben »traditionell und nicht observant«. Demnach wären 15 Prozent der Gemeindemitglieder orthodox, 37 Prozent »traditionell« und 27 Prozent liberal. Dann gibt es noch die »feuilletonistischen« Jüdinnen und Juden (»kulturell«) mit etwa 16 Prozent. Bei den Nichtmitgliedern und ehemaligen Mitgliedern ist die Zusammensetzung etwas anders. Hier findet man mehr Jüdinnen und Juden, sie sich über die »Kultur« mit dem Judentum identifizieren. Interessant wäre es, Veränderungen hier nachzuverfolgen. Überraschend ist, dass die Zahlen recht nah an diejenigen herankommen, die hier im Blog 2016 erhoben wurden (siehe hier). Die Einheitsgemeinde ist also wichtiger als noch vor Jahren. Wie religiöse Konfliktfelder moderiert werden, wird also eine Aufgabe für Gemeinden bleiben. Moderation und Heimat für alle und nicht Parteinahme wäre vermutlich ein wichtiger Aspekt der Zukunft.

Wer kann erreicht werden? Wenig Schnittstellen

Vorsicht Metaphernhagel: Es liegt auf der Hand, dass nur Menschen teilnehmen konnten, die irgendwie noch im jüdischen Orbit unterwegs sind. Sie müssen nicht auf dem Planet Gemeinde wohnen, aber noch irgendwie eine Verbindung haben. Offenbar ist die Jüdische Allgemeine das Medium mit der größten Reichweite.

Genützte Medien, Abbildung Zentralrat der Juden in Deutschland, infas

Bemerkenswert ist aber, dass die Jüdische Allgemeine stärker außerhalb der Gemeinde genutzt wird. Das gilt für fast alle Medien – mit Ausnahme des Blatts »Zukunft« des Zentralrats (gibt es das außerhalb der Gemeinden überhaupt?).
Was also vielleicht noch immer fehlt, ist ein Medium, das auch diejenigen erreicht, die schon recht weit weg sind. Eines, das vielleicht Interesse weckt. Schwierig.

Erstmals wahrgenommen Vaterjüdinnen und Vaterjuden

Es ist auch nach denjenigen gefragt worden, die in Deutschland nicht Mitglieder eine jüdischen Gemeinde werden können: Denjenigen, die einen jüdischen Vater haben, aber keine jüdische Mutter. Von 622 Nichtmitgliedern waren das 29 Prozent, also etwa 180 Personen. Von ihnen haben 88 Prozent angegeben, dass sie in eine Gemeinde eintreten würden, wenn es ihnen ermöglicht werden würde – wir erinnern uns – diese Befragung wurde von Menschen ausgefüllt, die sich noch im jüdischen Orbit befinden. 72 Prozent würden übertreten, wenn der Übertritt vereinfacht werden würde und immer noch 62 Prozent würden bei einem transparenten Prozess übertreten (also schwierig, aber transparent).
Interessant wäre hier die Frage, wie groß die Gruppe eigentlich wäre?
Bei der Beantwortung dieser Frage könnte die Studie »Jews in Europe at the
turn of the Millennium« von Sergio DellaPergola (dem Großmeister der jüdischen Demographie) aus dem Oktober 2020 helfen.
Er gibt die »Core Jewish Population« (jüdische Eltern) von Deutschland mit 118.000 Personen an. Die »Jewish parent(s) population« (mindestens ein jüdischer Elternteil) beziffert er mit etwa 150.000. Wenn man von dieser Zahl die »Core Jewish Population« ab und etwa 2.000 Konvertiten, dann erhält man die beeindruckende Zahl von etwa 30.000. Hier ist offen, was mit diesen Erkenntnissen in Zukunft passieren wird.

Kurzes Fazit Jüdisches zuhause gesucht

Die Aussagen aus der Studie legen den Schluss nahe, dass viele Jüdinnen und Juden ein »jüdisches Zuhause« suchen und sich das durchaus in einer Gemeinde wünschen. Fällt dieses »Zuhause« weg, orientieren sich viele Menschen um und schaffen sich Räume dafür selber. Man kann hoffen, dass dies gehört wird und in Zukunft erneut abgefragt wird, ob es hier Schritte gegeben hat. Hoffentlich werden diese dann erfolgreich gewesen sein.
Die Auswertung wird von konkreten Hinweisen abgeschlossen. Was wäre nun zu tun? In Kürze: Zuhören, Zugehörigkeit, Beziehungen, Jüdische Bildung, Transparenz, Vernetzt denken, Zukunftsvisionen.

Und ja: Es wird Verantwortliche vor Ort geben die das vom Tisch wischen. Es wird diejenigen geben, die sich aussuchen möchten, mit wem sie in den Gemeinden etwas machen möchten, aber es wird auch viele geben, die in die richtige Richtung gehen und Zukunft gestalten und nicht in der Verwaltung und im Rückschritt verharren wollen. Hier wird sich zeigen, wer Gestalter ist und wer Strukturen nutzt, um Selbstbestätigung zu finden.

Die Studie steht hier zum Download und zur Ansicht zur Verfügung. Hier findet man alle Details gut aufbereitet.

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Im Andenken an Rabbiner Jonathan Sacks

Der Tod von Rabbiner Jonathan Sacks (sel. Ang.) am 7. November 2020 war ein großer Verlust, nicht nur für Großbritannien, sondern für die gesamte »englischverstehende« Welt. Kaum jemand hat es verstanden wie er, jüdische Inhalte in dieser und in diese Zeit zu präsentieren.
Die United Synagoge hat am 19. November ein Memorial gestreamt. Dieses kann man sich hier bei YouTube anschauen und die 70 Minuten sollte man sich nehmen.

Man hört Wegbegleiter, Familie und Menschen, die er beeinflusst hat. Eingebettet ist ein beeindruckender Einblick in die Slichot in der Hampstead-Synagogue. Die Draschah von Rabbi Sacks zu diesem Anlass kann man sich hier anschauen.

Das Video geht übrigens nach dem Abspann weiter mit einer Botschaft für Chanukkah.

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Wie viele Juden gibt es bei der Bundeswehr?

Irgendwann stand da diese Zahl im Raum. 300.
300 Juden und/oder Jüdinnen gäbe es bei der Bundeswehr. Meine erste Reaktion darauf war: Es für unrealistisch zu halten. Diese Zahl erschien mir recht hoch.
Aber die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium sind keine kleinen Einrichtungen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die Angaben valide sind.

Wie sich jetzt herausgestellt hat, weiß niemand so genau, woher die Zahl stammt. So zuletzt ein Artikel in der taz. Ist sie realistisch?

Versuchen wir uns mal an einer Beispielrechnung, die so lange valide ist, bis jemand eine andere vorlegt.

Eckdaten Wie viele Soldaten gibt es derzeit?

Grundlegend für jedes Spiel mit den Zahlen ist, dass wir ein paar Eckdaten erfassen. Also schauen wir, wie viele Soldatinnen und Soldaten es derzeit überhaupt gibt. Die Bundeswehr kann dazu eine sehr genau Aussage treffen (Stand August 2020): 184.258 Soldatinnen und Soldaten (Quelle, bundeswehr.de) – Zeitsoldaten, freiwillige Wehrdienstleistende und Berufssoldaten sind mit dieser Zahl erfasst.

Zwischenstand Vergleichen wir die Zahlen

300 von 184.258 wären 0,16 Prozent. Ein schneller Vergleich mit der Einwohnerzahl Deutschlands und der Größe der jüdischen Bevölkerung hilft uns zu schauen, ob das Verhältnis passt. In Deutschland sind 94.771 Menschen Mitglieder einer jüdischen Gemeinde. Wenn wir davon ausgehen, dass nicht alle Jüdinnen und Juden Mitglieder einer Gemeinde sind, müssen wir noch ein paar hinzurechnen. Eine etwas zu hoch gegriffene Zahl dient erst einmal als Hilfe: 130.000 Menschen. 130.000 von 83 Millionen Einwohnern (2019) sind 0,16 Prozent. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und mit dem Anteil an der Gesamtbevölkerung gerechnet! 0,16 Prozent passt ziemlich gut zusammen. Aber die Bundeswehr repräsentiert in ihrer Zusammensetzung gar nicht die Gesamtbevölkerung!

Die endgültige Zahl? Natürlich nicht

Also ist das nicht die »letzte Zahl«. Es wäre möglich, ein paar weiche Argumente vorzubringen: Als es die Wehrpflicht noch gab, mussten nicht alle jüdischen Jungs einrücken. Oder: Die Bundeswehr als Nachfolgeorganisation der Wehrmacht wäre kein geeigneter Ort für eine Jüdin oder einen Juden. Bevor man diese Karte zieht, gibt es noch ein paar andere Zahlen, die man beachten sollte.

Wie viele Jüdinnen und Juden könnten überhaupt Dienst an der Waffe leisten?
48% (mehr zu diesen Zahlen hier) der Jüdinnen und Juden aus den Gemeinden sind über 61 Jahre. Diese müssten wir herausrechnen. Bei den Leuten außerhalb der Gemeinden dürfte die Altersverteilung ähnlich ausschauen. Ziehen wir diese also ab: 48% von 130.000 sind 62.400.
Dann blieben noch 67.700 potentielle Kandidaten übrig. Kinder und Jugendliche müsste man auch noch abziehen. Also einigen wir uns auf 60.000. Dieses auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, wären dann nur noch 0,07 Prozent. Das auf die Bundeswehr hochgerechnet, wären ungefähr 129. Gibt es also schätzungsweise 129 Jüdinnen und Juden bei der Bundeswehr?

Man kann behaupten, dass ein großer Anteil der Gemeindemitglieder einen »Migrationshintergrund« hat. Als Bürger mit Migrationshintergrund gilt man, per Definition, wenn noch ein Großelternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Eine optimistische Schätzung aus dem Jahr 2016 sagt, dass 26% aller Soldatinnen und Soldaten einen Migrationshintergrund haben (Quelle, faz.net). Hinzu kommt: Nicht alle Gemeindemitglieder haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist ein Dienst bei der Bundeswehr nicht möglich (Soldatengesetz §37). Das schmilzt den Kreis weiter herunter. Als optimistische Schätzung stelle ich nun 100 in den Raum. Es könnte 100 jüdische Soldaten bei der Bundeswehr geben. Vermutlich sind es noch weniger, wenn man die Altersklassen noch weiter unterteilt. Vermutlich wären sie nicht älter als 35. Wieder würde die Zahl weiterschrumpfen.
Das ist übrigens kein Grund, keine Rabbiner bei des Bundeswehr zu haben, die sich um die Soldatinnen und Soldaten kümmern. Grundsätzlich sollte die Armee eines demokratischen Staates die Seelsorge für alle Soldatinnen und Soldaten gewährleisten können. Die Zahl der einrückenden Rabbiner (zehn) erscheint vor diesem Hintergrund jedoch etwas zu großzügig dimensioniert.
Zehn neue Rabbiner bei der Bundeswehr würde also die Zahl von Jüdinnen und Juden bei der Bundeswehr um mindestens 10% anwachsen lassen.

Die Mitteilung der Bundesregierung zum entsprechenden Staatsvertrag (hier zu finden) zeigt übrigens als Symbolbild einen Rabbiner von Chabad. Vermutlich wird aber Chabad hier nicht beteiligt.

Militärbundesrabbiner Neue Stelle

Es gibt aber eine neue Stellenbezeichnung, den »Militärbundesrabbiner« (siehe Text im Bundesgesetzblatt). Sicher eine Position und Stellenbezeichnung, die dem Inhaber die Türen zu den verschiedensten Medienterminen jetzt schon öffnen.
Die Rabbiner werden durch den Zentralrat berufen werden und keine Angestellten des Bundes sein.

Reservisten Nicht betrachtet

In den Zahlenspielen spiegeln sich die Reservisten übrigens nicht wieder. Das ist eine recht große Gruppe von Personen und anscheinend können die Militärrabbiner auch diesen Kreis betreuen. Die Zahl 300 bezieht sich aber zunächst auf die Soldatinnen und Soldaten (Quelle, bundeswehr.de) – Zeitsoldaten, freiwillige Wehrdienstleistende und Berufssoldaten.

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Genesis Prize

Seit ein paar Wochen erhalte ich aus verschiedenen Richtungen die Aufforderungen, doch nun bitte mal für den »Genesis Prize« abzustimmen. Meine Stimme zähle.
Aha.
Der »Genesis Prize« sei der »jüdische Nobelpreis« steht da oft in Anführungszeichen.
Ist er nicht. Der Nobelpreis ist eigentlich der Preis für besondere Verdienste. Menschen, die ihr gesamtes Leben der Erforschung einer speziellen Sache gewidmet haben, erhalten einen Preis. Vollkommen verdient. Die Dotierung ist dementsprechend angemessen.
Der »Genesis Prize« wird an Leute verliehen, die ohnehin schon bekannt sind und über, davon ist jedenfalls auszugehen, ausreichende liquide Mittel verfügen. Der Milliardär Robert Kraft (der CEO der Kraft-Gruppe), Michael Douglas oder Natalie Portman sind nicht die ärmsten Menschen, die sich für das Judentum einsetzen. Vor allem: Sie können es sich leisten.
Die »Fallhöhe« ist klein. All diejenigen, die täglich kleine oder große Projekte mit hohem persönlichen Einsatz organisieren, kommen in dieser Welt gar nicht vor.
Schon einmal von  Mordechai Mandelbaum und Alexander Rapaport gehört? Sie haben Suppenküchen in den USA organisiert (masbia.org). Es gibt in zahlreichen Ländern mutige Menschen, die sich gegen Antisemitismus wehren und dabei mehr als nur ein paar Prozent ihres Einkommens riskieren. Die Leute vom Jüdischen Hospiz Amsterdam investieren viel Zeit und Geld dafür, dass Jüdinnen und Juden in Würde sterben können. Man könnte die Liste lange lange fortsetzen.
Der »Genesis Prize« ist für diejenigen interessant, die jüdisch sind und bereits über viel Geld oder Einfluss verfügen und natürlich für diejenigen, die ihn vergeben. Sie partizipieren daran.
Übrigens: Ja, das Preisgeld wird in der Regel gespendet. Man könnte sich vielleicht einfach das ganze Drumherum sparen und statt dessen das gesparte Geld auch noch für kleine Projekte spenden.

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Überraschende Statistik aus der Schweiz

Die Synagoge in Zürich (Löwenstrasse) – Roland zh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Dden Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen nicht nur auf Deutschland zu richten, kann hilfreich sein, um Vergleiche zu ziehen und allgemeine Trends erkennen zu können. Es kann jedoch auch hilfreich sein zu schauen, was in anderen Ländern getan wird, um Mitgliederrückgänge vielleicht zu verhindern. Ein Blick in die Schweiz scheint da interessant zu sein. Der Blick in die Schweiz hält jedoch eine Überraschung bereit.

Ohne spoilern zu wollen: Im Gegensatz zur Schweiz, ist Deutschland viel weiter. Zumindest mit Blick auf die Zahlen. Der SIG (Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund) hat nämlich keine demographischen Daten. Das berichtete Tachles am 16. Oktober 2020 unter der Überschrift »Gemeindejudentum und seine Grenzen«. Fest steht lediglich, dass es zwei Dachverbände gibt: Den SIG und die Plattform der Liberalen Jüdischen Gemeinden der Schweiz (PLJS) – beide gemeinsam würden etwa 35 Prozent der rund 50.000 Juden der Schweiz vertreten und auch diese Zahlen stammen aus dem Jahr 1997. Nur ein Drittel der Juden in der Schweiz gehören also den Dachverbänden an. Bei einer Volkszählung im Jahr 2000 hätten 17.914 Personen angegeben, jüdisch zu sein.

Und wie sieht es innerhalb der Gemeinden des Dachverbandes aus? Auch hier unklare Zahlen: Die gibt es nicht. Der Dachverband kann darüber keine Auskunft erteilen. Denn die Gemeinden zählten unterschiedlich: Für einige Gemeinden zählten Einzelpersonen ohne Familie, aber auch Ehepaare jeweils als ein Mitglied, bei anderen würden ganze Familien als einzelne Mitglieder aufgeführt. Grob kann man also sagen, dass viele Gemeinden die »Haushalte« erfassen.

Kein Wachstum wohl eher Rückgang

Der Tachles-Artikel zieht aber einen weiteren Bogen und berichtet von Ralph Weill, der auch externe Zahlen betrachtet hat, um herauszufinden, was in Deutschland die ZWST recht sicher erfasst. So fragte man beim israelischen Büro für Statistik an, wie viele Jüdinnen und Juden aus der Schweiz nach Israel eingewandert sind und erfuhr, dass es seit 1990 etwas etwa 1.500 Personen Personen waren.

Er berichtet weiter, dass 60 Prozent der Eheschließungen von Jüdinnen oder Juden mit einer nichtjüdischen Person geschlossen werden würden. Die Gemeinde die Israelitische Gemeinde Basel schrumpfte im laufenden Jahrhundert um ein Drittel (! und das obwohl die Gemeinde offensiv um Mitglieder wirbt), die Israelitische Gemeinde Kreuzlingen löste sich gar auf. Wachstum hingegen gäbe es bei der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich und der Communauté Israélite de Genève (Genf). Zürich bliebe stabil mit 2.500 Mitgliedern (Haushalte? Personen?).

Die Situation scheint also der deutschen zu ähneln, allerdings gibt es in Deutschland mehr Zahlen (überhaupt verlässliche), um Maßnahmen zu begleiten oder überprüfen zu können. Vermutlich sollte man das auch in der Schweiz ins Auge fassen und betrachten, wie überhaupt die demographische Situation ausschaut.