Artikel

An allem sind die Juden schuld!

Eine Polemik

Hoch ging die Diskussion im deutschen Blätterwald! Endlich wieder ein Aufregerthema! Vorbei die Diskussion um Ministerpräsidenten, die ihr Land schädigen und das Parlament ausschalten, um eine Politik, deren Nutzen, in Zweifel gezogen werden darf, contra legem durchzusetzen. Vorbei die Aufregung um (nutzlose) Rettungspakete:

Die Juden lassen ihre Kinder beschneiden! Kein anderes Thema hat im Gefolge des un- und (nach Meinung des Verfassers) blödsinnigen Urteils einer Kammer des LG Köln die deutschen Gemüter so sehr bewegt wie die Frage: Dürfen die das?
Solange ich als Jurist beruflich tätig war, waren Termine am LG die Ausnahme, und ich wußte warum die Oberlandesgerichte die Bühne waren, auf der ich aufgetreten bin! Das klingt hochmütig, ist es auch, denn ich habe erleben müssen, daß deutsche Landrichter nur dann bereit sind, nachzudenken wenn jedes ihre Urteile am OLG aufgehoben wird, weil Polemik und Vorurteile kein rechtlich sauberes Denken ersetzen.
Was macht nun die deutsche Öffentlichkeit aus dem Urteil der Landrichter? Zunächst einmal dieses: Das Urteil des LG entfaltet Gesetzeskraft, wer dagegen opponiert oder das nicht anerkennt, dem wird nahegelegt, das Land zu verlassen, nötigenfalls, indem Goethe zitiert wird. Niemand kennt den Rechtssatz, nachdem das Gesetz des Landes unser Gesetz (Recht) ist, aber: Haut die Juden!
Das alles hatten wir schon einmal. Heute werden wir nicht mehr vergast, das ist durch, aber man arbeitet daran, uns klar zu machen, daß wir hier unerwünscht sind. Wir sind an allem schuld, am Sozialismus, am Kapitalismus, am Kommunismus, an dem Bürgerkrieg in Syrien und nun auch an der Beschneidung! Die erfüllt den Tatbestand der Körperverletzung.
Wie diffus dieser Begriff ist, mag eine Begebenheit aus meinem Leben verdeutlichen. 1988 war ich zur Kur in einer Fachklinik für Stoffwechselkrankheiten. Selbstverständlich wurden zur genauen Diagnose Blutproben benötigt und (freiwillig) gegeben. Zwei Tage später wurde mir mitgeteilt, ich hätte kein Aids. Daran hatte ich keinen Zweifel, denn ich hatte nur meine Frau erkannt, die ich damals seit 24 Jahre kannte. Gleichwohl habe ich dem Chefarzt eröffnet, daß er sich der Körperverletzung schuldig gemacht habe und (damals) mit Wonne seiner Verurteilung beigewohnt. Heute denke ich differenzierter!
Beschneidung ist bei den Muslimen Brauch, bei uns conditio sine qua non. Wer medizinische, kinderschützende, rechtliche, historische oder sonstige Gründe dagegen ins Feld führt, will jüdisches (und muslimisches) Leben in Deutschland unmöglich machen. Selten sind sich orthodoxe und liberale Rabbiner einig, hier schon, denn wer an der Beschneidung rüttelt, rüttelt an den Grundfesten unserer Religion. Es fällt uns Männern schwer genug, anzuerkennen, daß der Umstand, daß die Frau nach dem Mann geschaffen wurde, ein Wertigkeitaussage enthält. Entsprechendes gilt für die Beschneidung. Die Frau ist, so wie sie geschaffen ist, in Seinem Bilde geschaffen, bei uns Männern besteht Korrekturbedarf, erfüllt durch die brith!

Erstaunlich, daß die Richter am LG Putzke gefolgt sind, dessen Arbeit daran krankt, daß sie nur die Argumente berücksichtigt, die er hören will. Entgegenstehende Statistiken und Empfehlungen wurden schlichtweg ignoriert. So verstehe ich wissenschaftliches Arbeiten nicht, frage mich viel mehr nach den Motiven!
Schade, daß die Grünen in dieser Frage gekniffen und sich im Parlament enthalten haben. Lag das daran, daß eine Führungspersönlichkeit den Namen Cem trägt und daher Abgrenzung opportun schien? Egal, das finden wie nie heraus.
Wichtig ist und bleibt nur das: Wir treten für die Beschneidung ein und lassen nicht zu, daß Deutschland endlich judenfrei ist. Vor einigen Jahren habe ich diese Schlagzeile im Archiv der Zeitung meiner Heimatstadt ausgegraben und geschworen Nie wieder!