Kulturjuden

Für die zweite Folge konnten wir Michael Wuliger gewinnen und die Folge einmal »Kulturjuden« genannt – auch wir können nicht genau definieren, was das ist, aber anscheinend geht es bei dem Begriff um Jüdinnen und Juden, die sich ausschließlich über kulturelle Bezüge als jüdisch definieren.
Michael Wuliger hat früher die Kultur bei der »Jüdischen Allgemeinen« verantwortet, schreibt wöchentlich Kolumnen über die so mancher ärgert und hat mit dem »Koscherknigge« eine Bedienungsanleitung für Jüdinnen und Juden vorgelegt. Das Gespräch ist ein Roundhouse-Kick für das, was man im deutschsprachigen Raum mit jüdischer Kultur in Verbindung bringt. Deborah Feldman, Fabian Wolff, Mirna Funk, Rafael Seligmann, Michel Friedmann, Henryk Broder, Lana Lux, Oliver Polak und einige mehr. Eine explizite Empfehlung ist Michel Bermann (»Die Teilacher«).

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab mit Spaß zugehört. Es gibt keine jüdische Kultur, das denke ich auch. Unter Existenz von jüdische Kultur verstehe ich, dass diese auch einen maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Kultur hat. Wie es bis vor 90 Jahren der Fall war. Das kann man so nicht beobachten. Hinzu kommt, und das hat das Gespräch auch deutlich gezeigt, dass man mit dem Prädikat „Jüdisch“ so ziemlich alles an den Mann bringen kann. Das verhindert die Entwicklung einer jüdischer Kultur.
    Ich bin Ost-Berliner Jüdin. In unserer Familie gabs auch den Stasi-Offizier. Der hatte mit Mischa Wolf zusammen gearbeitet. Unsere Familie war fast ausschließlich, bis auf die Großmutter väterlicherseits, säkular. Aber ich bin mit jüdischen Traditionen aufgewachsen.
    Mir war der Blick aufs deutsche Judentum zu einseitig. Und ich denke nicht, dass nach der Einheit sich einiges aus dem DDR-Judentum hinüber rettete, und somit auch noch einen, wenn auch kleinen, Einfluss auf das Berliner Judentum hatte. Im Gegenteil. Als ostdeutscher Jude hatte man ganz schnell den Stempel verpasst bekommen.
    Und zu Berlinern ist nicht unjüdisch, zumindest nicht als jüdischer Ostler.
    Aber insgesamt, gute Idee und auch Umsetzung. Vielleicht ist ein Interview über fast 40 Minuten ein wenig zu lang.
    BeHazlachah weiterhin.

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    • Vielen Dank. Ich glaube, wir hätten, und sollten das vielleicht auch mal Chajm, eine extra Folge machen zum Thema ostdeutsche Juden. Das Problem ist ja in der Tat, das heute augenscheinlich nur die gesehen werden, die damals lieber nicht als jüdisch in Erscheinung treten wollten – das jetzt mal überspitzt. Ich trage da auch noch zusätzlich diese Doku über die Juden in der DDR mit mir rum, die ich, leider, sehr vorsichtig formuliert, unglücklich fand. Aber nun ja.

      Eine Frage allerdings, was ich nicht verstehe, ich habe nicht gesagt, dass Berlinern unjüdisch sei. Kam das so rüber? Ich meinte lediglich, dass ich das an Mirna sehr mag – wie ich es überhaupt an jedem mag, der es kann. Es ist eben ein Gefühl von zuhause.

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