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Zwei Meldungen zu Synagogen

Zwei Meldungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

  • aus Berlin: Die Synagoge Fraenkelufer boomt – dank Facebook, schreibt der Deutschlandfunk hier. Die Synaoge scheint gerade auf einer Beliebtheitswelle zu reiten und immer mehr jüngere Juden zu begeistern. Was hat man dort richtig gemacht? Wenn man ich es richtig verstehe, dann hat man Engagement zugelassen und einfach mal laufen lassen.
  • Die Synagoge Luzern muss wohl schließen, berichten die Schweizer Zeitung »Der Bund« und das Online-Magazin zentral+. Der Artikel von zentral+ lässt jedoch eine gewisse abwertende Tendenz erkennen. Er sieht das Problem vor allem in der Orthodoxie, die hier als abgrenzend wahrgenommen wird. Tatsächlich nimmt die Gemeinde keine Mitglieder auf, die in Mischehen leben. Interessant, was passieren würde, wenn man das auch in Deutschland einführen würde. Das würde die Mitgliederzahlen dramatisch sinken lassen.

Irgendwo zwischen den zwei Meldungen finden sich zahlreiche Gemeinden wieder.
Einige spüren die sinkende Gesamtzahl der Gemeindemitglieder in Deutschland, andere arrangieren sich irgendwie und suchen nach Auswegen. Ein winzigkleines Erfolgsrezept (funktioniert nur in Gemeinden, die zumindest manchmal von Interessierten besucht werden) scheint jedoch zu sein (bitte nachmachen), dass Gemeinden, die sich um neue Gesichter kümmern, diese neuen Gesichter auch vermutlich wiedersehen. Ich war schon in einigen Gemeinden, in denen ich von der Ankunft bis zum Aufbruch unbehelligt blieb. Zwar wurde über den Besucher gesprochen, aber nicht so sehr häufig mit ihm. Es fehlt also scheinbar am »Neue-Leute-Management« und vielleicht kann man neue Gesichter mit einem freundlichen »Schabbat Schalom – schön jemanden neuen zu sehen«, als mit einem »Haben Sie das Handy ausgemacht?«.

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Nicht helfen!?

Wo wird das hinführen?
Wo steuert Deutschland hin?
Welchen Kurs nimmt dieses Land?

Flüchtlinge kommen und auch ein paar Juden äußern (zuweilen mit großer Reichweite) ein Gefühl des Unbehagens angesichts der Tatsache, dass es Muslime sind, die da kommen.
Da gibt es durchaus Fragen die man sich oder anderen vielleicht stellen kann, aber nicht so gerne vor dem Hintergrund, dass man solange niemanden aufnimmt.

Maimonides, der Rambam (1135–1204), hat eine Antwort darauf, was jetzt zu tun ist, in seinem »Führer der Unschlüssigen« Morej Newuchim (hier einmal im hebräischen Text und in der deutschen Übersetzung, tatsächlich erschien der Morei Newuchim in arabischer Sprache):

morei nevuchim

Was aber den Ausspruch betrifft:
»Du darfst einen Sklaven seinem Herren nicht ausliefern.« (5. Buch Mosche 23,16), so hat dieser neben dem Zweck des Erbarmens noch einen anderen sehr wichtigen Nutzen, und zwar, dass wir uns von dieser edlen Eigenschaft leiten lassen, dem beizustehen der unseren Beistand angerufen hat, dass wir ihn beschützen und dem nicht ausliefern, dem er entflohen ist. Es genügt aber nicht, dem beizustehen, dem man beizustehen imstande ist, sondern man ist noch zu einem anderen Ding verpflichtet, nämlich ihm seine Lebensbedürfnisse zu verschaffen und ihm wohlzutun, ohne seinem Herzen auch durch Worte wehe zu tun.
Und dies bedeutet der Ausspruch der Heiligen Schrift:
»Bei dir soll er bleiben, in deiner Mitte, an dem Ort, den er sich wählen wird, wo es ihm gut ergeht. Du darfst ihn nicht übervorteilen.« (Vers 17)
Und ferner, da man dies dem geringsten unter den Menschen, dem Sklaven, schuldet, um wie viel mehr geziemt es dir, wenn du einen achtungswerten Mann beistehen kannst, für seine Ehre alles zu tun, wozu du verpflichtet bist.

Über alles andere sprechen wir dann anschließend:
Die Hilfe endet nicht mit der Aufnahme, sondern beginnt dann erst. Wenn die euphorisierten Massen von den Bahnhöfen abgezogen sind und die Flüchtlinge »in unserer Mitte« (um mit Maimonides bzw. der Torah zu sprechen) wohnen und die Gesellschaft gefordert ist, sich weiter zu kümmern.
Vielleicht macht man die Fehler aus der Vergangenheit dieses Mal nicht: Menschen an die Peripherie schieben und sich wundern, dass da Dinge aus dem Ruder laufen.

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Jom Kippur und das Opferfest

2015 fallen Jom Kippur und das Opferfest auf einen Tag (den 23. September 2015), wie alle 33 Jahre…
In Israel ist das eine besondere Herausforderung, weil das Land kollektiv still steht und ein Teil der Bevölkerung ausgelassen feiern wird. Der Abraham-Fund in Israel hat unter dem Motto: »Zwei Feste, zwei Völker, ein Tag« ein Video dazu produziert. Hier ist es:

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Slichot

Seit Samstagnacht – Sonntagfrüh werden Slichot gesagt und das überall auf der Welt.
Instagram sei Dank, kann man das jetzt auch sehen oder zumindest einen Einblick erhalten:

Sao Paulo

#jewish #synagogue #slichot #saopaulo #sinagoga #roshhashana #5776 #judaism #kabbalah

Ein von MMoshe Israel (@mmoshe_israel) gepostetes Video am

Dublin

Manchester

New York

Jerusalem

#selichot #firstnight #elul #5775 #jerusalem #greatsinagogue

Ein von חנה (@michie.m95) gepostetes Foto am