Urteil in Frankfurt – trotzdem Einkaufsmöglichkeiten

Zum Fleischskandal in Frankfurt am Main gibt es ein Urteil, aber kein Ende des Prozesses: zu zwei Jahren Haft auf Bewährung für einen Angeklagten und ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung für den anderen Angeklagten. Ebenso wurde eine Geldstrafe verhängt. Die Staatsanwaltschaft allerdings wird Revision einlegen, so war jedenfalls zu hören.
Die beiden Angeklagten hatten über einen längeren Zeitraum hinweg unkoscheres Fleisch als koscheres deklariert – mit Folgen für die observanten Verbraucher und das beaufsichtigende Rabbinat. Es gab parallel zum Prozess vor Gericht die Prüfungen zweier Rabbinatsgerichte (siehe hier) – die zu zwei verschiedenen Beurteilungen der Sachlage kamen.
Die Konsumenten beobachten aber nicht in Schockstarre den Prozess und bleiben nicht ohne Alternative:
Nach der Schließung des Ladengeschäfts gab es in Frankfurt einen weiteren Versuch, ein koscheres Geschäft zu eröffnen. Allerdings ohne Erfolg. Es schloss aber recht schnell.
Mittlerweile gibt es jedoch im Ostend einen Edeka Supermarkt, der auch koschere Waren führt.

Regal mit koscheren Lebensmitteln bei Edeka

Regal mit koscheren Lebensmitteln bei Edeka


Ein Besuch im Markt zeigte, dass der Supermarkt sich nicht nur auf zwei Regale im (sehr gut besuchten) Markt beschränkt, sondern auch alle anderen Waren, die laut Orthodoxer Rabbinerkonferenz, koscher sind, extra auszeichnet. So findet man überall an den Regalen kleine gelbe »koscher« Schildchen und im Gefrierfach auch Fleisch.
Aus meiner Sicht eine gute (und bequeme) Methode, eine Grundversorgung sicherzustellen ohne dafür extra ein Ladengeschäft betreiben zu müssen. Das kostet ja ebenfalls Geld und das wirkt sich auf den Preis aus. Zudem schienen die Mitarbeiter genau zu wissen, worauf zu achten ist, denn sie konnten schnell zu bestimmten Lebensmitteln in der koscheren Variante führen. Die Auswahl ist letztendlich recht groß und man kann sich gleich auch mit anderen Waren des täglichen Bedarfs eindecken.
Hoffentlich auch für den Supermarkt einigermaßen einträglich, denn dann könnte das Frankfurter Modell Schule machen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bequem ist das schon, stimmt! Die Coop bei mir in ZHR hat nämlich auch eine “koshere Ecke” reserviert! Allerdings ist das Zeug dort doppelt so teuer und schmeckt nicht mal halb so gut wie das, was nur ein paar Regale weiter für den halben Preis angeboten wird (sorry an alle, die die Tautologie entdeckt haben!). Warum also kosher zugreifen, so frage ich mich? Ich jedenfalls kaufe dort lediglich koshere Gummibärchen von Haribo ein (hmmmm!); wahrscheinlich das einzige koshere Produkt auf der Welt, das besser schmeckt, als das vergleichbare nicht-koshere! 🙂

    Shalom

    Miles

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  2. Sehr geehrter Herr Chajm,

    Ich komme aus den Bergischen Land und habe das Problem, das ich bis nach Köln fahren muß um koschere Lebensmittel einkaufen zu können! Gibt es geeignete online-shops wo ich mir diese Lebensmittel bestellen kann? Bin selber noch ,trotz Recherche, zu einem zufrieden stellendes Ergebnis gekommen! Da es für mich Neuland ist wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn sie mir weiter helfen können!

    MfG
    Klaus Moshe Doering

    Antworten

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