Marche Du 11 Janvier

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Colonnes de la Nation

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Je suis juif, musulman, chrétien, athée, français, citoyen du monde… Je suis charlie

Viele Worte muss man nicht verlieren. Die Franzosen gedachten heute in Paris und vielen anderen Städten allen Opfern des Terrors in Paris. Das schloss das Gedenken an die jüdischen Opfer mit ein und doch war es für die Juden Frankreichs fast schon zu spät. Sechs Juden starben nun in Paris. Zwei bei Charlie Hebdo und vier bei der Geiselnahme im koscheren Supermarkt. Eine Tatsache, die in Deutschland nahezu unbeachtet blieb. Auch die Tatsache, dass es seit Jahren nun Attacken auf Juden in Frankreich gibt (siehe hier), bleibt unerwähnt – dabei hat es schon Todesopfer gegeben.
Am Abend war dann Frankreichs Präsident Hollande mit Benjamin Netanjahu bei der jüdischen Gemeinde. Die Menschen bei Charlie Hebdo waren aus Sicht der Terroristen eines Verbrechens schuldig.
Und die Juden?
Werden gehasst und getötet, weil sie Juden sind.
Bis dies in die kollektive Wahrnehmung einsickert, wird es vermutlich noch etwas dauern.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Diese Angriffe unterstreichen, wie notwendig es ist, dass der französische Staat unmittelbar Verhandlungen mit den französischen Muslimen aufnimmt, um zwei Staaten für zwei Völker schaffen, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben, mit Paris als gemeinsamer Hauptstadt.

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    • Was heisst “Verhandlungen mit den französischen Muslimen aufnimmt”? An der Demo gestern waren jede Menge Moslems, auch Vertreter der grossen Organisationen der Moslems in Frankreich, auch Imame von Moscheen, um zu sagen, dass diese Morde einfach Morde sind und dass sie sie in keiner Weise gutheissen!!!

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      • Sogar Iran und die Hamas haben die Morde von Paris verurteilt. Dort würde man Karikaturisten selbstverständlich nur nach ordentlichem Gerichtsverfahren hinrichten, soviel Ordnung muss sein.
        Die Verurteilung bezieht sich natürlich nicht auf die Morde im koscheren Supermarkt…

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  2. Wie viele von den Imamen, die gestern im Zug mitliefen und so schön gesprochen haben, mögen zwei Tage vorher (oder auch sonst freitags) gegen die Ungläubigen und Juden gehetzt haben?

    6 von den 16 Getöteten waren Juden (4 im Supermarkt, zwei beim Satiremagazin), und es war die erklärte Absicht, Juden umzubringen (wie schon oft vorher). Das war jedoch Gestern KEIN Thema.

    Und wenn man sich all die Regierungschefs, die so bildwirksam daherschritten, mal anschaut, dann erkennt man ganz viele, die (ich sage es mal ganz vorsichtig) zumindest mit Pressefreiheit oder Gedankenfreiheit NICHTS am Hut hatten. Wie war das doch mit dem Blogger in Saudi Arabien, der 1000 Peitschenhiebe erhält, fein dosiert, 20 Tage lang je 50?

    Also irgendwo ganz großes Theater, aber das eigentliche Thema wurde verfehlt: Die Islamisierung Europas, die faktische, die offiziell natürlich gar nicht existiert.

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  3. Auf heute.de steht eine Übersetzung der Koranverse, die gestern Abend bei der Mahnwache in Berlin vorgetragen wurden: “Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israels vorgeschrieben: Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne dass es einen Mord begangen oder auf der Erde Unheil gestiftet hat, so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.”
    Kommt es nur mir so vor als erlaubt der Koranvers die Auslegung, daß einer der eben JA auf der Erde Unheil gestiftet hat, dann doch getötet werden kann, ohne daß der Mörder “alle Menschen” damit getötet hätte? Ich finde, dieser Koranvers ist pretty dehnbar. Damit könnte ja gesagt werden – so verstehe ich das zumindest – , wenn einer findet, dass z.B. jemand mit dem Zeichenstift Unheil stiftet…. Wie seht ihr das?

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    • Mich erinnert das an Sanhedrin 37a:
      »Wer immer eine Seele (von Israel) zerstört, ist wie jemand, der eine ganze Welt zerstört hat.
      Und wer ein Leben rettet, ist wie jemand, der eine ganze Welt gerettet hat.«

      Im Text des Korans wird eine Unterscheidung zwischen »töten« und »morden« vorgenommen. Ich finde das liegt auch in der jüdischen Unterscheidung nahe (?)

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  4. Ja, abgesehen davon, daß mich die Sure ebenfalls an den Spruch aus dem Jerushalmi erinnert hat, wollte ich eher darauf eingehen, welche Zusätze mit dem “Unheil stiften” als Einschränkung da gemacht wurden. Denn “Unheil stiften” kann ja sehr divers ausgelegt werden: ist es “Unheil”, den Propheten auf der Frontseite von Charlie Hebdo trauernd aussehen zu lassen, oder überhaupt ironische Kommentare zu Religionen zu machen? Genau da scheinen die Ansichten und Sensibilitäten sehr auseinanderzugehen und finden in der Sure evlt. eben auch Legitimation. Oder lese ich da zuviel rein?

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    • Ich wage da nicht gerne eine Auslegung, weil es da ähnlich den hebräischen Schriften ist. Die Übersetzung ist oft schon Interpretation.

      Eine andere Übersetzung habe ich hier gefunden:
      http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/art/der-heilige-koran/

      Sure 5,32[33]

      »Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem anderen oder für Gewalttat im Land-, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.«

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  5. “Ich wage da nicht gerne eine Auslegung, weil es da ähnlich den hebräischen Schriften ist. Die Übersetzung ist oft schon Interpretation. ”

    Ja, Du hast Recht, danke. Vielleicht bräuchen wir jemanden, der sich im Koran wirklich vorzüglich auskennt und die Stelle und ähnliche Stellen im Koran erklären könnte.

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  6. Als wenn es um irgendwelche Verse ginge… Vor 50 Jahren waren die Araber auch Moslems und den Koran gab es auch schon. So etwas gab es dennoch nicht. Der Mensch sticht zu, nicht das Messer. Damit sollte man Gemüse schneiden.

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    • Ich kann dem nur beipflichten, würde es allerdings noch ein klein wenig umformulieren:

      “Als wenn es um irgendwelche Schriften (Tanach, Koran, Neues Testament) ginge” … In jedem dieser ‘Bücher’ steht mindestens genauso viel Schrott, wie auch Gutes drin. Es sind jeweils ‘Selbstbedienungsläden’ mit denen man je nach Lust und Laune vom religiösen Standpunkt aus für oder gegen die Vielweiberei, die Prügelstrafe oder auch den Galgen argumentieren kann. Und das alles auch noch mit ganz korrekten Zitierhinweisen! Deshalb mein Tipp: Nehmen wir das, was dort jeweils geschrieben steht, also nicht allzu ernst und vor allem nicht wörtlich!

      Shalom

      Miles

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      • Wenn kein Koran, kein Evangelium (ja, selbst daraus kann, wer will, ein Schwert schmieden, soll vorgekommen sein), kein Tanach “zur Hand ist”, ja dann erschlägt man die Feinde eben aus nationalistischem Eifer, schon mal gehört ? Kommt meist ganz ohne Verse aus.

        Nenn mich naiv, aber ich sehe mir diese Schriften an und sehe Geschichten, Erzählungen früherer Ereignisse, aus denen man sicher ewige Weisheiten heraus extrahieren kann. Aber Menschen abzuschlachten ? Da ist dann vorher was passiert mit dieser Person.

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