Handfest

Was sich bei Juden schon seit Beginn der israelischen Antwort auf den Raketenbeschuss bemerkbar gemacht hat, ist nun auch in der Allgemeinheit angekommen:
Viele der Friedensdemonstrationen sind ein Ventil für handfesten Antisemitismus, niemals seit der Schoah haben europäische Straßen so offensichtliche Bekundungen von Antisemitismus gehört.
Neuer Slogan ist seit neuester Zeit die Formulierung »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein«. Die hat etwas bewegt. Die Berliner Polizei schätzt das nicht als Straftat ein, möchte es aber dennoch verbieten.
Zu schreiben, wie die Zeit, der Konflikt hat längst auch Deutschland erreicht, ist angesichts dessen verzerrend, denn das würde bedeuten, die Konfliktparteien seien in Deutschland präsent. Tatsächlich sind die Juden in Deutschland keine Konfliktpartei. Das sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein.

»Ihr Juden seid Bestien«, schreibt Filipp Piatov, konnte man in Frankfurt lesen, in Berlin wurden zwei Israelis angegriffen, in Gelsenkirchen die Synagoge beschädigt, in Essen wurde ein Anschlag auf die Alte Synagoge vereitelt, in Köln wurde eine (antizionistische) Israelin niedergebrüllt, in Hannover kam es ebenfalls zu handfesten Übergriffen, so wie in Göttingen oder Kassel

Aber auch in Österreich kam es zu Ausschreitungen und Frankreich hat es sogar bis in die Fernsehnachrichten gebracht.
Einige Zeitungen sind nun darauf aufmerksam geworden, dass es vielleicht nicht nur um ein paar Demonstranten handelt, die sich wünschen, dass der Konflikt aufhört (was ja ein naheliegender Wunsch wäre) und einige bezeichnen dies nun in aller Deutlichkeit: So fragt die B.Z. dann auch »Wie lange sehen wir dem Hass gegen Juden noch zu?«. Die FAZ veröffentlichte einen Kommentar unter dem Titel »Hass und Hetze« Im Zusammenhang mit dem Übergriff auf ein israelisches Paar stellt der Tagesspiegel fest: »Berlins Polizei kuscht vor Juden-Hassern« und das könnte auf viele ähnliche Falle zutreffen. Die Polizei hat die Lage weitestgehend wohl nicht im Griff und scheint überrascht von der Gemengelage.

Wenn das Friedensdemonstrationen sind, dann wird wohl genau das gemeint sein, was die Hamas unter Frieden versteht:
Eine Welt ohne Juden.
Nicht das friedliche Zusammenleben.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

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