Weiter weniger Mitglieder

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden; Zahlen von der ZWST

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden; Zahlen von der ZWST

Die jährliche Mitgliederstatistik der Jüdischen Gemeinden ist da! Leider ist diese nicht besonders vielversprechend. Der Trend ist weiter negativ. Die Anzahl der Gemeindemitglieder geht weiter zurück.

Kurz gesagt: Von 102.135 auf 101.338 sank die Anzahl der Mitglieder. Das sind 797 Mitglieder weniger. Im Vorjahr waren 662 Mitglieder weniger. Es sind also wieder mehr weniger Mitglieder – um das einmal kompliziert zu formulieren. Weiter kratzen die Mitgliederzahlen also von oben an der Grenze von 100.000 Mitgliedern.

Die harten Fakten für 2013:

  • 250 Geburten und 1244 Todesfälle
  • 70 Übertritte und 418 Austritte
  • 444 Zuwanderer und 150 Auswanderer

Einer Geburt stehen also (leider) etwa fünf Todesfälle gegenüber. Übertritte sind natürlich kein Werkzeug, um die weitere Schrumpfung aufzuhalten. Eine Maßnahme wäre vielleicht eine Verminderung der Austritte.
Helfen, ohne etwas auf die Entwicklung auszuwirken, dürfte eine Anpassung der Infrastrukturen an kleinere Gemeinden sein. Viele wurden eingerichtet mit dem Blick auf die steigenden Mitgliederzahlen zwischen 1999 und 2004. Kleine Infrastrukturen dürften einfacher in ihrem Erhalt sein.
Kleine bis mittlere Gemeinden werden das vermutlich nicht durchhalten und jüdisches Leben wird sich auf bestimmte Zentren in Deutschland und Europa konzentrieren. Weniger auf viele kleine Gemeinden.

Die Altersstruktur spricht nicht für den Umkehr des gegenwärtigen Trends:

Altersstruktur der Jüdischen Gemeinden, nach Angaben der ZWST

Altersstruktur der Jüdischen Gemeinden, nach Angaben der ZWST

oder etwas verkürzt:

Altersstruktur der Jüdischen Gemeinden vereinfacht dargestellt, nach Angaben der ZWST

Altersstruktur der Jüdischen Gemeinden vereinfacht dargestellt, nach Angaben der ZWST

Betrachten wir die Veränderungen auf Ebene der Landesverbände:

Mitglieder Zugang Abgang Prozent
Baden 5.282 67 95 -1%
Bayern 6.924 48 86 -1%
Berlin 10.157 275 355 -1%
Brandenburg 1.082 40 30 1%
Bremen 962 25 35 -1%
Frankfurt/M 6.753 317 299 0%
Hamburg 2.481 69 115 -2%
Hessen 4.861 115 171 -1%
Köln 4.176 57 110 -1%
Meck-Pom 1.450 18 115 -7%
München 9.434 125 122 0%
Niedersachsen 6.993 93 133 -1%
Niedersachsen/lib 1.200 9 21 -1%
Nordrhein 16.649 195 356 -1%
Nürnberg 1.999 75 35 2%
Potsdam 376 12 14 -1%
Rheinland-Pfalz 3.277 48 65 -1%
Saar 966 9 36 -3%
Sachsen 2.609 47 93 -2%
Sachsen-Anhalt 1.443 39 77 -3%
Schleswig-Holstein 1.260 12 27 -1%
Schleswig-Holstein lib. 713 26 8 3%
Thüringen 769 0 27 -4%
Westfalen 6.583 37 117 -1%
Württemberg 2.939 70 83 0%
Summe 101.338 1828 2625 -1%

Alle Daten kann man in der Statistik der ZWST nachlesen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, ich mache ein Referat für die Schule. Können Sie mir vll sagen, welche Juden in Deutschland heute am meisten sind ? Ich habe etwas von Sepharden und Aschkenasen gelesen, kann damit aber nichts Näheres anfangen, außer, dass Sepharden Araber sind und Aschkenasen Weiße !? Und welche sind heute in Deutschland stärker vertreten ?

    Herzlichen Dank im Voraus.

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