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Judentum und Sexualität

Es gibt stets ein paar Dinge und Einzelheiten, die man häufig erst gefragt wird, wenn nicht mehr so viele andere Menschen dabei sind. In der Regel dreht es sich um den Themenbereich Sexualität. Wie sieht es da aus? Juden und Sex? Klar ist wohl, dass sie ihn haben. Dass die Männer beschnitten sind, hat sich wohl ebenfalls herumgesprochen. Und dann? Loch ins Laken geschnitten und los?
Was geht? Was geht nicht? Gibt es Tabus?
Informationsbedarf scheint vorhanden zu sein, also wird es nun auf talmud.de eine ganze Reihe von Artikeln geben, die sich mit der Sexualität beschäftigen. Weil das Judentum sich mit jedem Lebensaspekt beschäftigt, gibt es zu dem Thema auch einiges zu sagen.

Der erste Artikel, der nicht explizit mit »Was geht? Was nicht?« überschrieben ist, aber das
meint, ist hier zu finden.

Die Frage, wer den Mythos mit dem Loch im Laken erfunden hat, konnte aber bisher nicht geklärt werden. Woody Allen?

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Das Kompendium für Beschneidungsgegner

Die Debatte um die Beschneidung ist eine Scheindebatte. Das wissen wir mittlerweile. Hier geht es angeblich um Kinder, aber tatsächlich geht es doch um die Frage »Was dürfen die Anderen bei uns?« oder auch »Dürfen DIE das hier?«

Der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, der übrigens auch recht viele Bücher für christliche Theologen im Angebot hat, wartet nun für das Jahr 2014 mit etwas auf, was man vielleicht auch als Kompendium der Beschneidungsgegner bezeichnen könnte. Ein Buch, bei dem der Untertitel schon die Tendenz erahnen lässt: »Die Beschneidung von Jungen – Ein trauriges Vermächtnis«. Wenngleich in der Einführung ein Diskurs angekündigt wird, wird aber schon sprachlich deutlich, wohin die Reise tatsächlich geht:

Es ist zu bezweifeln, ob es noch angemessen ist, kleinen Jungen zur Absicherung der gruppalen bzw. religiösen Identität von Erwachsenen Schmerzen und Ängste zuzufügen, sie erheblichen Gesundheitsrisiken und irreversibler körperlicher Verletzung der Intimzone auszusetzen.
von hier

Das Urteil steht natürlich fest, nun geht es darum, die namhaftesten Gegner der Beschneidung zu Wort kommen zu lassen. Holm Putzke ist natürlich dabei, die Grüne Irmingard Schewe-Gerigk, »Experte« Andreas Gotzmann und einige andere. Natürlich darf auch ein Jude nicht fehlen. Diesen Part übernimmt Jérôme Segal.

Man kann fragen, ob mit diesem Buch dem Sendungsbewußtsein Rechnung getragen werden soll, (unter anderem) die Juden in die Moderne zu holen? Sollen nun alle Beschneidungsgegner ohne (eigene) Argumente, ein großes Kompendium erhalten?
Medizinische, juristische und religionswissenschaftliche Beiträge decken jedes Feld ab. Teile dieser Argumentationen werden jüdische Gemeinden in der Post finden, jüdische Onlinemedien in den Kommentaren oder in Gruppen zirkulieren, die sowieso gegen Israel und irgendwie auch gegen Juden sind.

Die Buchseite bei Vandenhoeck & Ruprecht hat eine Rubrik für Leserstimmen. Spannend, dies in Zukunft zu beobachten.

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Eine jüdische Weihnachtspredigt

Abschrift von Dr. Lewins Text.

Abschrift von Dr. Lewins Text.


1922 hielt Rabbiner Dr. Reinhold Lewin diese »Jüdische Weihnachtspredigt« in Königsberg. Er stellt mit seiner Predigt Fragen, die heute durchaus noch aktuell sind.
Seitdem sie gehalten wurde, ist sie nicht publiziert worden.

Weshalb feiern wir Weihnachten nicht?

Die Frage zur jüdischen Andacht gestellt, verblüfft zunächst und versetzt in Staunen. Sie wäre wirklich unstatthaft, nicht zu entschuldigen, nicht zu begreifen, wollte sie allgemein erörtern, was heute den Juden (der als solcher sich fühlt) von seinen Mitbürgern trennt.
Worin er glaubensmäßig abweicht, steht, scharf umrissen, zweifelsfrei fest.

Jedoch ersinnt man kein Judentum gewissermaßen im luftleeren Raum, erwägt man die Judenheit, besonders die deutsche. So wie sie ist, stößt man darauf: Weihnachten zog in unserer Mitte hemmungslos ein. Weiterlesen

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Das Gesicht Deutschlands im Ausland

Internationale Buchmessen gibt es nicht nur in Deutschland. Es gibt auch eine in Guadalajara (Mexiko). Auf dieser Messe präsentiert das Bundesministerium für Wissenschaft und Technologie den German Pavilion und ein paar Verlage zeigen dort einen Ausriss aus der deutschen Buchszene.
Interessant wäre es, zu erfahren, ob jemand von den Organisatoren darüber nachgedacht hat, welches Gesicht hier Deutschland von sich präsentiert.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass Israel in diesem Jahr Gastland ist.
Denn nicht nur Tessloff ist dabei, sondern auch Verlage, die Bücher wie diese hier veröffentlichen:
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und einige weitere:

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Was soll das also, dass man im Ausland Deutschland mit solchen Werken präsentiert?

Für die Fotos vor Ort danke ich Pablo Zepeda.