JüdischesBerlin! Warum?

Innerhalb Deutschlands gibt es nur wenig Gemeindeblätter, die sich wirklich von der Masse abheben. Frankfurt hat ein hervorragendes, glänzendes, Magazin und Berlin hatte ebenfalls ein glänzendes, kurzweiliges Gemeindemagazin.
Dass man die Formate mit der Zeit ein wenig anpasst und Layouts an den Geschmack der Leser anpasst, versteht sich (hoffentlich) von selbst. Auch große Printmagazine unterliegen ja einer gewissen Evolution. Die Lesegewohnheiten der Zielgruppe ändern sich ja auch.

Nun hat Jüdisches Berlin die Gemeindezeitung/das Gemeindemagazin der Jüdischen Gemeinde Berlin gleich mehrere Stufen genommen und präsentiert sich vollkommen anders.

Bisher sah eine durchschnittliche Seite so aus:
jberlin_alt_uebersicht

Also eine leicht leserliche Serifenschrift, die Überschrift im Text. Text in vier Spalten – dreispaltig wäre vermutlich optimal gewesen. In diesem konkreten Beispiel steht der deutsche Text auf der gegenüberliegenden Seite.
Auf der Außenseite findet man die Seitenzahl mit der Nummer der aktuellen Ausgabe. So ist oben Platz für die zweisprachige Angabe dessen, was sich inhaltlich auf der Seite abspielt.

Das hat man nun geändert:
jberlin_neu

Das Layout ist nun zweispaltig und offensichtlich in Helvetica (und Arial) gesetzt. Die Seitenzahl steht dick unten auf der Seite. Hinzu kommt, dass der Text in den zwei Spalten nicht immer auf der gleichen Höhe liegt und dadurch ein wenig unruhig wirkt. Die Überschrift ist in blauer Schrift über die Spalte gesetzt. Zusätzlich ist man von einem Magazinformat (230×297) zum Format DIN A4 übergegangen. Natürlich muss dann natürlich auch der Satzspiegel nachgezogen werden. Die aktuelle Überarbeitung wirkt jedoch ein wenig radikal und macht einen weniger professionellen Eindruck als zuvor. Die Zeitschrift wirkte wertiger. Warum also die Umorientierung? Immerhin ist das eines der Gesichter, mit denen sich die Gemeinde präsentiert. Bei den eigenen Mitgliedern, aber auch nach außen.

Chabad Berlin hat vorgemacht, wie man ein DIN A4 Format mit Leben füllen könnte. Nicht sehr spektakulär, aber solide.

Falls es weitere Evolutionsschritte geben wird, wäre es vielleicht überlegenswert, einige Elemente des alten Layouts wieder zu reaktivieren?

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Die größte Aufmerksamkeit lag zunächst auf dem Layout. Bezüglich des Inhalts scheint es ja die eine oder andere Kontroverse gegeben zu haben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich daran auch beteiligen möchte. Ich könnte nur feststellen, ob die Anzahl der Artikel zugenommen hat, die sich auf die Gemeinde selber beziehen (Bericht von Feier xy) oder ob es noch Beiträge gibt, die den Horizont etwas erweitert haben (wie das früher der Fall war).

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  1. Und? Was will der Autor uns sagen?
    Dass die Berliner Gemeinde-Zeitung jetzt zwei Spalten hat (die alte hatte übrigens bereits 4- UND 3-spaltige Seiten)? Dieser Erkenntniswert nähert sich dem der neuen Zeitung an. Die nicht in Arial, sondern in Helvetica und mit mindestens 12 pt gesetzt ist, was angesichts des mageren Inhalts aber Sinn macht. Die Textzeilen liegen nicht auf der gleichen Höhe, weil das Grundlinienraster konsequent ignoriert wird, was für das ganze Heft und für die Anzeigen gilt. usw. usw. Soviel zum „Layout“.
    Aber all diese Dinge sind harmlos verglichen mit dem Inhalt, besser gesagt, mit dem Fehlen an Inhalt. Aber auf den kam es dem Autor nicht an, wie er schreibt. Schade eigentlich.
    M.S.

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  2. Schweigen wir mal disket über den Inhalt (besonders im Veranstaltungsteil), das Ding hat jetzt weniger Inhalt und ist unleserlich. In meinen Augen sieht es billig aus und ich habe noch weniger Lust, darin zu lesen. Wirkliche Informationen bekommt man eh nicht mehr.

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