Boykott? Gute Idee!

Hallo zionismuskritische Aktivisten,
Hallo BDS,
Hallo Boykottfreunde,

wie zu lesen war, fruchten Eure Bemühungen so langsam. Selbst die deutsche Regierung erwägt eine Markierung von Artikel die, Eurer Meinung nach, von Israel besetzt gehalten werden. Diese Maßnahme erleichtert natürlich den Boykott dieser Waren ungemein. Immerhin sollen ja die kritischen Verbraucher nicht auf die Idee kommen, Waren aus Israel oder sogar aus den besetzten Gebieten zu kaufen. Denkbar ist übrigens eine App, mit der man EAN-Codes einscannen kann. Die App würde zunächst zwei Stufen vorsehen: Zionistisches Produkt: Ware kommt aus Israel und Apartheidsprodukt – Ware kommt aus dem Westjordanland. Für die nächste Version kommt dann noch die Stufe Jüdisches Produkt – Finger weg. Die Hersteller könnten mit Israel sympathisieren.

Made in Israel

Made in Israel

Stellt Euch einmmal vor, Ihr setzt Euch durch und die Maßnahme greift wirklich?! Was ja durchaus realistisch ist, denn man könnte man sich ja über den Einkaufswagen auch gleich für die Beschneidung revanchieren.
Wenn Euch das gelänge, dann würdet ihr der Intifada einen riesigen Anschub geben. Denn wenn keiner mehr die Produkte kauft, müssen ja die Fabriken und Unternehmen ihre palästinensischen Arbeitnehmer entlassen und die bleiben dann ohne Geld. Sie können ihre Familien nicht mehr ernähren und sind dann endlich vollkommen auf die Infrastruktur militanter Islamisten angewiesen und dann geht es richtig rund. Eine Zivilgesellschaft, die auf vernünftige ökonomische Verhältnisse angewiesen ist, kann man ja unter diesen Umständen nicht aufbauen. Und das wollt Ihr ja vermutlich auch nicht. Eine Demokratisierung der Verhältnisse würde wahrhaftig nur dafür sorgen, dass sich Israel irgendwie mit einem ordnungsgemäßen Verhandlungspartner einigt und einen Kompromiss eingeht.
Wenn Ihr den vollständigen Aufstand wollt (was man der Formulierung die Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes beendet durchaus entnehmen könnte), dann ist das der Weg, den man einschlagen sollte. Klar, wird sich die soziale Situation der meisten Familien rapide verschlechtern. Aber es geht hier doch ums Prinzip, oder? Man muss auch bereit sein, Opfer für höhere Ziele zu bringen.
In diesem Sinne: Ran an die Einkaufswagen!

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. “Jüdisches Produkt”:
    Genau, am besten alles boykottieren, wo jüdisches drinsteckt. Mit den 10 Geboten angefangen über die ganze biblische Moral hinzu erheblichen Teilen der modernen Philosophie, Literatur, Wissenschaft, Medizin und Technik.

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  2. Interessant, hier schliessen sich zurzeit Palaestinenser und Juden zusammen in den sogenannten besetzten Gebieten, sie haben das gleiche Ziel, gegen den Boykott zu protestieren. Denn was man in deutschland nicht bedenkt, dass man damit natuerlich wie du schon erwaehnst, die Araber gleich mit bestraft. Jajaaa… boykottiert mal schoen weiter…
    danke Chaim fuer den Beitrag. kannst du ihn nicht in die Zeitung setzen, bzw. noch weiter veroeffentlichen????
    shabbat shalom und uns allen Chodesh tov.
    Noa

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  3. Was für eine geschickter Schachzug dieser kleveren Juden! Am besten schreiben die auf Judäischen Kartoffeln gleich “Made in Palestine” drauf, dann schafft es die Erdfrucht bis nach Saudi-Arabien und auch noch im Iran wird man sich die Finger nach ihr lecken. Schließlich kommt sie aus Palästina und nicht aus dem verhassten zionistischen Gebilde 🙂

    So einen Boykott gabs doch schon mal, allerdings mit deutschen Waren in England. Hat auch voll funktioniert..

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