OpenSource Talmud?

Talmud - Blatt Berachot 2a

Beispiel für eine konkrete Anwendung: Talmud - Blatt Berachot 2a

Auf talmud.de gibt es eine Reihe von Auszügen aus dem Talmud. Allerdings ohne Originaltext. Einfach als Möglichkeit, sich ein kleines Bild zu machen, wie die Texte funktionieren.

Für ein anderes Projekt (den Minchah-Schiur) entstand ein kleines Handout mit der Mischnah Awot (auch bekannt als Pirkej Awot), Hebräisch-Deutsch. Allerdings hätte es hier und da noch einiger Anmerkungen bedurft.
Beim Talmud ist es ähnlich: Warum ist dieser und jener Kommentar nicht dabei? Gibt es den übersetzt? Warum ist jenes Wort so übersetzt? Könnte man nicht etwas hinzufügen?
Dann wurde hier in einem Kommentar angemerkt, dass der Talmud (und eigentlich alle jüdischen Texte) doch eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung stehen müsste und so entstand die Idee für ein Experiment:
Man könnte die vorhandenen Texte in eine Form bringen, die es erlaubt, von vielen anderen Nutzern verändert, gelesen und ergänzt zu werden.
Gedacht, getan: Einige Texte stehen nun über Google Docs zur Verfügung und können im ersten Schritt von allen Nutzern betrachtet werden und von zugelassenen Nutzern auch bearbeitet werden.
Der Text kann schnell und einfach als Word, OpenOffice, RTF oder pdf abgespeichert werden und steht so schon ohne Zwischenlösung schnell zur Verfügung, kann aber auch in andere Software übernommen werden. Etwa in DTP-Programme. Etwa, damit er ausschaut wie auf dem Beispielbild.

In der Bearbeitung sieht ein Auszug der Mischnah Awot so aus:

Mischnah Awot
Im Größenwahn habe ich das Projekt zunächst Offener Talmud (Open Source Talmud) genannt. Die genaue Beschreibung und die genauen Nutzungsbedingungen (etwa, dass Text von jeder Person weitergegeben und weiterverwendet werden kann, solange dies unter den gleichen Bedingungen geschieht, oder dass der Textfür kommerzielle Zwecke verwendet werden darf, wenn die Autoren genannt werden und der Text wieder unter dieselbe Lizenz gestellt wird: Attribution-ShareAlike 3.0 Unported) sind jedem Dokument vorangestellt.

Im Augenblick verfügbar ist

Betrachten (herunterladen etc.) kann den aktuellen Stand jeder, bearbeiten jeder, der sich meldet (über den Kommentar oder das Kontaktformular. Wer einmal daran arbeitet, darf auch selber weitere Bearbeiter hinzufügen.

Technisches:
Interessanterweise kann google docs auch vokalisiertes Hebräisch, sogar mit Umschaltung der Textrichtung. Wie das funktioniert, habe ich hier dokumentiert:

Sollte das nicht zur Verfügung stehen, muss auf der Übersichtsseite der Dokumente das Zahnrad angeklickt werden (oben rechts), dann Einstellungen und dann der Reiter Bearbeiten und dann die (derzeit einzig verfügbare) Option Für Sprachen mit linksläufiger Leserichtung können Sie im Editor Steuerelemente zum Umstellen der Textrichtung einblenden. auswählen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. also ich habe mir den Talmud gekauft und bin deshalb nicht in Konkurs geraten. Ganz im Gegenteil steht der bezahlte Preis in keinem Verhältnis zum Gewinn, den ich jedes Wochenende, wenn ich Zeit habe, mich dem Talmud ganz zu widmen, ziehe. Ganz profan gesagt: die Investition rentiert sich!

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  2. Wenn es um den Erwerb ginge, könnte man sagen: Klar. Bezahlt man halt 900 Euro für eine vernünftige Ausgabe – es geht aber doch nicht um den Erwerb, sondern darum, dass der Text möglichst vielen Menschen zur Verfügung steht und vielleicht auch ein paar Kommentare und Hinweise. Ohne Kommentare ist das Lernen des Talmuds wohl recht schwierig.

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  3. Pingback: Jdische Texte Open Source | Chajms Sicht

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