Ein neuer Landesverband

Die Mitgliedsgemeinden der Union für Progressives Judentum in Nordrhein-Westfalen (Köln, Oberhausen und Unna) haben am 4. Mai einen eigenen Landesverband gegründet. Der neue Landesverband soll die Aufgabe haben, die Mitgliedsgemeinden etwa gegenüber der Landesregierung zu vertreten und am Staatsvertrag beteiligt zu werden (der auch finanzielle Förderungen vorsieht). Der Vorstand des Landesverbandes setzt sich (überraschenderweise) zusammen aus dem Vorstand der drei beteiligten Gemeinden: Sonja Guentner aus Köln, Alexandra Khariakova aus Unna und Lev Schwarzmann aus Oberhausen. Die Vorsitzende ist nun zunächst Sonja Guentner, die zugleich auch der Union progressiver Juden in Deutschland vorsteht. In Nordrhein-Westfalen gibt es nun also drei Landesverbände. Die dem Zentralrat angeschlossenen Verbände Nordrhein und Westfalen und nun eben den liberalen Nordrhein-Westfalen. Bleibt abzuwarten, was an konkreten Handlungen und Infrastruktur folgen wird. Zumindest zwei der drei Gemeinden haben bisher keine revolutionären Umbrüche in ihrer Umgebung bewirkt und ein eher bescheidenes Outreach-Programm betrieben.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

      • Das scheint eine Frage des Finanzierungs- und Motivierungsmodells zu sein. Gemeinden die ohnehin finanziert werden, brauchen doch Kiruv/Outreach nicht. Die erhalten ihre Mittel auch so. Andere Gemeinden wollen vielleicht lieber an diesem Modell teilnehmen, statt den Kiruv/Outreach-Weg zu gehen?

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        • “Gemeinden die ohnehin finanziert werden, brauchen doch Kiruv/Outreach nicht. Die erhalten ihre Mittel auch so.”

          Noch. Aber wenn die jetzigen Senioren, die hauptsächlich die Mitgliedschaft ausmachen, mal in die nächste Welt fortgeschritten sind, was wird dann sein? Falls die Mittel pro Kopf vergeben werden und weniger Köpfe (und sei es Karteileichen) zur Verfügung stehen, dürfte sich das auch auf die Finanzen auswirken, wenn man jetzt nicht ausreichend jüngere Mitglieder hat.

          Aber im Bezug auf Finanzen sehr kurzfristig zu denken, das scheint ja auch in der “grossen Politik” die allgemeine Vorgehensweise zu sein…

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  1. Ich würde die Einheitsgemeinden auch nicht dem klassisch orthodoxen Spektrum zuordnen.
    Die Union Progressiver Juden scheint jedoch ähnlich wie Lauder und Chabad einen Sonderweg abseits der Einheitsgemeinde zu verfolgen, so dass ein Vergleich durchaus angebracht ist. Daher stellt sich bspw. auch die Frage, inwieweit die Reformgemeinde für junge Leute überhaupt attraktiv ist.

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  2. In meiner Jugend(gut, ich bin noch immer jung) war es mir beispielsweise relativ egal, ob ich in eine orthodoxe oder liberale Gemeinde ging. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort war es dann eine liberale Gemeinde, wobei ich dann doch recht schnell bei Lauder landete, da mir dort ein attraktives Angebot gemacht wurde.

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    • … bei Lauder landete, da mir dort ein attraktives Angebot gemacht wurde…

      Aha! Reine Neugier: wie hoch war denn die Ablösesummer, die man damals für Deinen Wechsel zahlte? 🙂

      Shalom

      Miles

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