Purim, Verkleidung und Schluss mit lustig

jewish holiday Purim
(Das Bild zeigt eine Megillah-Lesung in Moskau am 7.03.2012)

Purim ist ein fröhliches Fest, aber dennoch die traurige Nachricht als Einstieg: Die famose Rubrik Neulich beim Kiddusch bei der Jüdischen Allgemeinen ist zu Purim so fest eingeschlafen, dass sie nicht mehr erwacht (deshalb: Schluss mit Lustig). Dabei gäbe es sogar noch ein paar Ideen, die in der Schublade liegen.
Sie ist eingestellt worden und wird nun durch eine kurze Erklärung zu einem jüdischen Symbol oder Brauch abgelöst. Die Glossen haben mir viel Freude bereitet und mir nicht immer nur Freunde gebracht.
Es haben sich Personen gemeldet, die meinten, ich habe genau sie beschrieben und dass fanden sie gar nicht nett. Man muss nicht erwähnen, dass ich weder Person noch Ort kannte. Offenbar habe ich zuweilen einfach mal so ins Schwarze getroffen. Mein persönliches Highlight war ein Leserbrief, der sich auf die Geschichte Kleine Geschenke erhalten die Ehe bezog.
In dem Text kaufe ich ein koscheres Kochbuch im roten Einband (vom Wühltisch):

Das ist doch bestimmt eines, in dem steht, Pessach sei das jüdische Osterfest. Mit jeder Menge Geschichten und einer winzigen Sammlung von Rezepten.

Jedenfalls teilte mir Autor in einem sehr bissigen Brief mit, er habe kein rotes Kochbuch verfasst und über ein jüdisches Osterfest stünde auch nichts im Text. Schon gar nicht sei das Buch auf dem Wühltisch zu haben. Überhaupt sei das keine besonders gute Rezension.
Ob der Autor auf die Idee gekommen sei, dass es sich womöglich gar nicht um sein Buch gehe, fragte ich in einer Mail zurück. Ich wies auch auf den Umstand hin, dass es gar keine Rezension sei. Das klingt ärgerlich, hat aber Spaß gemacht und sorgte manchmal für Stoff zu weiteren Geschichten.

Mal schauen, was ich mit den bereits entstandenen Geschichten in Zukunft machen werde.

Auch für die neue Rubrik habe ich gleich zu Beginn einen neuen Artikel zum Verkleiden an Purim verfasst. Wo könnte es herkommen? Den Artikel findet man hier.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich gestehe es, dass mit dem gekauften Schlüssel habe ich jetzt nicht verstanden! Ich habe aber auch keinen, sondern nur einen verbogenen Nageln, der einem fast alle Türen öffnet.

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    • Na, ich meine einfach, dass einige derjenigen, die Kabbalah und die entsprechenden Geheimnisse unterrichten, das Wort Wissenserwerb sehr wörtlich nehmen und sich die Geheimnisse zuweilen in barer Münze auszahlen lassen.

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      • Stimmt, ich habe mir auch schon überlegt, ob ich mir nicht das Outfit zulegen sollte, dass Ronny als Purim-Kostüm hatte, um mir dann als Kabbala-Trallala was dazuzuverdienen. 😉

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        • Wobei, wenn ich mir es recht überlege, das mit der Gematrie wäre mir dann doch zu kompliziert und arbeitsaufwendig. Aber der Grundansatz zum Erwerb der Parnasse hat was! Wenn Du demnächst also in den Schlagzeilen liest, dass ein Hobbyarchäologe Urim und Thummim wieder ausgegraben hat und damit Blicke in die Zukunft gewährt, weißt Du, warum unser Theater geschlossen hat.

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        • Das sollte man tun. Scheint einträglich zu sein. Ich kann Dir jetzt schon gelbe Bändchen anbieten. Die machen glücklich und zufrieden, wenn man sie um den rechten Oberarm wickelt. Sie kosten nur 200 Euro. Vorsicht! Wenn man sie falsch anwendet, machen sie nur ein wenig zufrieden.

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  2. Pingback: Badatz! | Chajms Sicht

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