Schoah als Kulisse

Gerade las ich die Rezension von Hannes Stein über Alvin Rosenfelds Polemik gegen die Banalisierung des Schoa-Gedenkens (siehe hier), da werde ich auf Rainbow in the Night aufmerksam gemacht.
In dem Musikvideo, singt (Kantor) Yaakov Lemmer zwischendurch auch als Häftling eines Konzentrationslagers. Wenn er eine Frau wäre, würde man seine Erscheinung vielleicht saftik nennen jedenfalls hat das nichts mit der Realität in Konzentrationslager zu tun.

Die Häftlinge sahen auch nach ihrer Befreiung nicht so aus, wie im Video imaginiert:
Auschwitz Liberated January 1945

Wohl genährt, bärtig, singt er hinter einem Stacheldrahtzaun sein Lied. Das Ghetto ist bestenfalls verzerrt dargestellt. Pathos rettet das nicht. Ein gutes Beispiel dafür, wie man das Andenken verzerren kann.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Tja, Noa, ich finde das Video gar nicht so übel und womit sollten die Leute denn sonst anstossen, wenn nicht mit einem Gläschen Sekt? 🙂 Für das richtige Pathos sorgte schon Marcel Reich-Ranicki im Deutschen Bundestag, oder!? 🙂

      Shalom

      Miles

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