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Fang den Apfel!

Vielleicht eine Anregung für den nächsten Schiur: Der Rebbe verteilt/wirft Äpfel in die Menge der Menschen, die ihm zuhören. Das klingt unspektakulär, ist aber dann spektakulär, wenn mehr als 10 Personen mit dabei sind. Etwa wie auf der Aufnahme, die bei Sanz Klausenburg entstand, bei einem Tisch zum Ende von Sukkot (bzw. Schabbat Bereschit). Da die Aufnahme aus Borough Park stammt, scheint es sich bei dem Rebben um Schmuel Dovid Halberstam zu handeln. Der verteilt die Äpfel wohl aber nicht als Snack, sondern als Broche. Deshalb heißt die Veranstaltung auch Apfel-Tisch, der Ausschnitt hier zeigt wenige Minuten einer Veranstaltung, die sieben Stunden gedauert hat.

Eines ist klar: Auch bei chassidischen und selbstbeherrschten Menschen, bricht manchmal ein Impuls durch. Schon interessant, wie die Jungs sich auf den Tisch werfen, um den Apfel zu fangen.

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Strömungscopyright

In Hamburg gibt es eine Kehila Beit Shira, die sich als Jüdische Masorti Gemeinde bezeichnet. Nun steht Masorti (traditionell) gemeinhin für die konservative Bewegung. Häufig kann man die Zuordnung zu einer Gruppe, wie liberal, orthodox oder konservativ anderen gegenüber nennen, damit diese wissen, mit wem man es zu tun hat. Nicht immer bedeutet liberal zu sein, dass man auch einem entsprechenden Dachverband angehört. Weder als Einzelperson, noch als Gemeinde. Nicht immer passt das Verständnis des Einzelnen oder einer Gemeinde vom Wesen einer Strömung, mit dem Verständnis des Dachverbandes zusammen. Das gibt es im liberalen Umfeld ebenso, wie im orthodoxen.
Zurück zu Hamburg, der Masorti-Gemeinde:

Unsere Gemeinde gehört einem europäischen Dachverband an und repräsentiert das Judentum im Sinne von Masorti/Conservative Judaism.
von hier

Auf der Website der deutschen Masorti-Bewegung lesen wir auch:

Auf dieser Grundlage distanziert sich Masorti e.V. von Kehilat Beit Shira in Hamburg. Kehilat Beit Shira erfüllt diese Kriterien nicht und führt den Namen “Masorti Gemeinde” OHNE die Zustimmung von Masorti e.V. und trotz wiederholter Aufforderung, den Namen Masorti aus ihrem Namen zu streichen. Ebenfalls gehört Kehilat Beit Shira NICHT dem europäischen Masorti Dachverband “Masorti Europe” an.
von hier

Das scheint zunächst auf einen tiefer liegenden Konflikt hinzuweisen, auf den keine der beiden Parteien (löblicherweise) in der Öffentlichkeit eingeht, aber Potential scheint vorhanden zu sein. Es weist aber auch auf ein interessantes Phänomen hin: eine Strömungs(selbst)zuweisung wird zum Politikum und verlangt bei naiver Lesart scheinbar doch die Zugehörigkeit zu einem Dachverband. So wird es vermutlich nicht sein, denn man muss betrachten, dass die Hamburger Gemeinde erklärt, dass sie zu einem Dachverband gehöre. Nur zu welchem, wird nicht deutlich. Diese Erklärung macht dann aber die Gegenerklärung auf der deutschen Masorti-Website verständlich und plausibel. Oder?