Gut gemeint – mehr nicht

Ein Kommentator schrieb einst hier Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. Ähnliches fällt der Israelititschen Kultusgemeinde Wien wohl auch zu einer Plakataktion in Wien ein:

Es gibt den G-tt des Tanach. Und es gibt Jesus Christus. Letzterer ist für gesetzestreue Juden nur ein ganz gewöhnlicher Mensch. Aber was soll's - Wahrheit ist Wahrheit, so oder so. - Agentur Lowe GGK

Wie Die Presse berichtet, ist die Kultusgemeinde nicht sehr begeistert über die Plakataktion der Aktion Mensch Österreich (ist offenbar keine Sektion der Organisation in Deutschland). Das Motiv stammt von Walther Salvenmoser von der Agentur Lowe GGK. Kleiner Tipp: Die Schrift hätte besser rechtsbündig gesetzt werden sollen ist ja Hebräisch.

Im Wiener Stadtbereich sollen die Plakate für Toleranz werben und wohl eigentlich sagen, dass es in der Religion keine absolute Wahrheit geben soll. Hätte man das in der deutscher Sprache plakatiert, wäre es wohl niemandem aufgefallen. Die hebräische Plakatierung könnte jedoch den Verdacht nahelegen, dass Juden (Israelis?) die eigentliche Zielgruppe sein sollen.
Wenn es als Kunst ist/war, dann dürfte sie ihren Zweck erfüllt haben. Man spricht über etwas, ein Diskurs ist da. Aber irgendwie bleibt es seltsam.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die (von der WErbeagentur) sollten sich einen besseren Übersetzer besorgen… …und klug genug sein, sich zu entschuldigen, wenn sie Mist gebaut haben, wozu sie offensichtlich nicht in der Lage sind.

    Antworten

  2. Im Stadttempel der erwaehnten IKG Wien dauerte Mincha/Maariv letzten Donnerstag 15 Minuten. Nicht jeweils, sondern insgesamt. Michael Schumacher waere stolz gewesen. Das schien mir auch eher “gut gemeint” als “gut gemacht” gewesen zu sein…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.