Kippahkunde

Kippakunde

Damit man weiß, wer wohin gehört und schön in die entsprechende Schublade passt, muss man Dinge auch kategorisieren.
In der englischsprachigen Wikipedia hat das jemand gemacht:

Wikipedia Artikel Kippah

Wikipedia (en) Artikel Kippah


Die gehäkelte Kippah ist aber etwas unscharf. Sie wird von Reformjuden, Anhänger des konservativen Judentums, modernorthodoxen und Anhängern des religiösen Zionismus getragen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Reformjuden unheimlich viele Berührungspunkte zum religiösen Zionismus hätten. Satinkippot (macht man daraus nicht Bett- oder Unterwäsche?) seien dem linken Flügel der Strömungen zuzuordnen (Reform und konservativ). Schwarze Samtkippah dagegen bedeutet, der Träger zählt sich zum charejdischen Judentum. Was ist jetzt aber mit den Rekonstruktionisten, mit den liberalen Juden, mit den neologen? Was ist mit den Synagogen, in denen einfach 40 Kippot vor dem Eingang der Synagoge liegen, damit man sich überhaupt eine aufsetzt, wenn man zum Gebet kommt. Müssen die im Rahmen der Einheitsgemeinde jetzt jeweils eine Kippah für jede Strömung anbieten?

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. also, ich trage in der Synagoge immer eine schwarze Samtkippa mit Silberbordüre! So weit, so gut!
    Und damit soll ich mich als Träger nun zum charejdischen Judentum zählen? So ein Quatsch, ich gröle mich tot! 🙂

    Shalom

    Miles

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  2. @SG:
    Ach nee, mein schmaler Freund, am frühen Morgen musst Du mich schon beleidigen!? Gemeinheit! 🙂
    Aber: um Dir zu beweisen, dass Du diesmal total falsch liegst mit Deiner Vermutung, habe ich heute glatt das Shacharit ausfallen lassen – hehe … eigentlich so, wie an den anderen Tagen auch! 🙂

    Shalom und einen schönen Tag!

    Miles

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    • @Mile. Tja, mein väterlicher Chawer, und das war erst der Anfang!
      Nach intensiver Recherche habe ich nämlich herausbekommen,
      dass Du der stolzer Besitzer einer Jahreskarte bei den Zürich Grashoppers bist.
      Ich werde also meine Kontakte spiele lassen und meine Fäden spinnen.
      Wundere Dich also nicht,
      wenn demnächst plötzlich neben Dir
      ein Chabad-Schaliach sitzt
      und Dich freundlich dazu auffordert,
      hier und jetzt im Stadion Tfilln zu legen!
      Es könnte natürlich auch passieren,
      dass pötzlich das Chabad Shofar Mobil
      auf den Parkplatz vor dem Stadion gebraustkommt!
      Back to the roots,
      back to pejes!
      8) 😉 8)

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      • Also, von Liberec, Reichenberg, wo Preußler geboren wurde und aufwuchs, nach Osoblaha sind es gut 400 km. Rosten schreibt zu Hotzenplotz, was in mamaloschen übrigens hotzeplotz geschrieben wird, es leite sich von mittelhochdeutsch Wiege und Frühneuhochdeutsch „hüpfen“, „vor Lachen zittern“ ab. Ich bin mir aber sicher, der Preußlersche Oberganew was mit dem jiddischen Wort Hotzeplotz zu tun hat. Denn nach Rosten gibt es aus dem Jahre 1511 ein stark gepfeffertes Gerich namens hotzenblotz. Und was hat der gute alte Räuber Hotzenplotz für eine Wumme? Na ? Eine Pfefferpistole!

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  3. Das hat Chaim in seiner Aufzählung vergessen:

    Schlecht sitzende Samt-Kippa mit Silberbordüre weist darauf hin, dass das Ding kaum je getragen wird, im Prinzip nur die 3 Tage im Jahr, wo die Person in die Synagoge geht…

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    • @Fritzbe:
      eine klitzekleine Korrektur: Also, erstens passt mir meine schwarze Samtkippa wie angegossen und zweitens war ich allein in 2011 bestimmt schon 4 Mal in der Synagoge plus mindestens 10 Mal an der Westmauer (wenn Du diese Freilicht-Synagoge mitzählen möchtest) – und das Jahr ist immerhin noch nicht zu Ende! 🙂
      Aber, Fritzbe, wenn Du mit Deinem Posting andeuten möchtest, dass ich ein „schlechter, unkosherer Levi“ bin, dann – tja dann – hast Du natürlich 100%ig recht! 🙂

      Shalom

      Miles

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      • Gar nicht, es ging nur darum, den Widerspruch zwischen Samt und nicht orthodox aufzulösen…

        Das ist mit dem „passt wie angegossen“ ist bei dieser Lösung allerdings ein Problem… Weiss nicht so genau, was man damit jetzt anfangen kann…

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