Spaßbefreit

Videos von religiösen Fanatikern erkennt man stets an ihrer kompletten Spaßbefreitheit und der Absenz jeglicher Selbstironie. In islamistischen Videos spricht meist ein Mann mit imposantem Bart und fuchtelt häufig mit einer Hand und einem ausgestreckten Zeigefinger belehrend im Vordergrund herum.
Wenn andere Personen zu sehen sind, dann schauen die meist grimmig und steif in die Kamera – manchmal sind sie auch verhüllt. Scheinbar lächeln Menschen nicht, die einem gewissen Fundamentalismus frönen – sei er politisch oder religiös.

Ein Rabbi namens Rabbi Levin hat es geschafft, diesen Stil nahezu perfekt zu kopieren. Allerdings sind auf dem Video eine ganze Reihe von Personen zu sehen, die allerdings keinerlei Funktion haben und das Anliegen einfach nur wichtig aussehen lassen:

Bis zum Schluss weiß man nicht, ob das nicht vielleicht doch eine böse Satire ist. Offenbar nicht.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist Satire… sonst würde der Typ ganz rechts doch nicht auf die Idee kommen mittendrin mal nen Foto zu machen und einfach mal aus dem Bild zu laufen und hinter ihm die wunderschöne Plastiktüte dem Blick des Betrachters freizugeben 😉 Schön auch die Flasche vorne rechts im Bild. Alles sehr professionell… aber hauptsache die Botschaft stimmt.
    Ich hoffe wirklich es ist Satire…

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  2. Klar ist das eine Satire – und eine grottenschlechte noch dazu! Mit einer gestelzten Situationskomik, über die man nicht mal müde lachen kann! Hey, Leute, ich bin ziemlich sicher, das sind gar keine echten Jidden, sondern bloss eine Handvoll New Yorker Freaks, die sich aus reinem Spass Ghetto-Klamotten angezogen haben, um ein – zugegebenermassen peinliches – Schauspiel zu veranstalten! Holy Moses, sind wir doch mal ehrlich, so wie die sieht doch heutzutage kein Jid mehr aus! So trägt heute beispielsweise ein ‘echter Jude’ Anzüge von Hugo Boss, ist glatt rasiert und hat einen Sinn für Humor und Selbstironie. Kurz: er verkörpert all das, was diesen Langweilern völlig abgeht! 🙂

    Shalom

    Miles

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  3. Was mich sehr ablenkte war die Frage, ob der blaue Gegenstand auf der rechten Seite ein Packung Toastbrot ist?

    @Miles Da fehlt mir also der Boss Anzug. Meine Adresse kannst Du schnell herausfinden, meine Größe sende ich Dir gerne zu 😉

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  4. Ich glaube, ich habe es an den Augen! Ich lese hier immer Boss!
    Boss war der Nazi-Schneider!
    Also, Chawerim, wenn schon Anzüge,
    dann doch wohl Levi-Strauß, oder?
    Vorzugsweise mit Magen-David in Hells-Angels-Design
    hinten auf der Jacke
    und für den Baleblog endlich mal
    ne vollverchromte Sonnenbrille von Harley-Davidson.
    Gitten Shabbes!

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  5. @SG:
    na super, gratuliere! Jetzt hast Du mir also meine Lieblingsanzüge vermiest! Musste das den unbedingt sein? Denn ich war bis heute ‘textilgeschichtlich’ nämlich völlig ahnungslos und habe mich in den besagten Nazi-Klamotten immer sehr wohl gefühlt! 🙂 OK, dann bleibt mir wohl keine Wahl und ich werde sukzessive auf ‘Brioni’ umsteigen. Ist denn wenigstens diese Marke kosher – sag an, SG!? 🙂

    Shalom

    Miles

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  6. Ts, ts, ts, und was müssen meine müden Augen da sehen?
    “Miles am 27. Mai 2011 um 21:53”
    Wann ist bei Euch in Zürich Kerzen zünden?
    Da müssen wir aber doch mal Rabbi Levin konsultieren,
    dass er Dich wieder auf den rechten Weg bringt!

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  7. … Da müssen wir aber doch mal Rabbi Levin konsultieren …

    @SG:
    na, von dem lass’ ich mir ganz bestimmt nichts sagen und schon gar nicht in meinem Terminkalender rumpfuschen! 🙂

    Shalom

    Miles

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  8. “Ts, ts, ts, und was müssen meine müden Augen da sehen?
    Miles am 27. Mai 2011 um 21:53?
    Wann ist bei Euch in Zürich Kerzen zünden?”

    Ich verstehe ja deine Empörung. Ich würde mir auch nicht gerne ins Handwerk pfuschen lassen.

    Miles merk dir: für Kommentare am Shabbes ist, wie der Name ja schon sagt, SG zuständig!!! Kannst du das behalten???

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  9. … Miles merk dir: für Kommentare am Shabbes ist, wie der Name ja schon sagt, SG zuständig!!! Kannst du das behalten??? …

    @Fritzbe:
    ja klar, das kann ich tatsächlich behalten, respektive mir merken! Allerdings fühle ich mich jedweden religionstechnischen Instruktionen der ‘Gesinnungspolizei des Weltjudentums’ nicht verpflichtet! 🙂 Jedenfalls solange nicht, wie Chajm den Blog am Schabbes nicht schliesst / schliessen lässt! Tja, und so werde ich auch weiterhin arbeiten, wann immer es erforderlich ist und posten, wann immer es mir passt! Rabbi Levi hin, Schabbes Goi’s her! 🙂

    Shalom

    Miles

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  10. @Miles: Was? Ich soll die Seite am Schabbes herunterfahren? Nööö – das soll mal schön jeder selber entscheiden, ob er vorbeikommt, oder lieber nicht 😉 Übrigens habe ich Samstags immer die niedrigsten Zugriffszahlen der Woche. Kann aber auch sein, dass die Leute den Samstag für Einkäufe nutzen und deshalb nicht am Rechner kleben 😎

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  11. … Was? Ich soll die Seite am Schabbes herunterfahren? Nööö das soll mal schön jeder selber entscheiden, ob er vorbeikommt, oder lieber nicht …

    @Chajm:
    super, Hut ab! Bist a lojterer kop! Schajech zu sogn! Aber das schrieb ich schon einmal an anderer Stelle, stimmts!? 🙂

    Shalom

    Miles

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  12. Miles, Miles, Miles! Boss-Anzüge und nicht Shomer Shabbat! Irgendwie haut das mit unserem Internet-Therapie Konzept “Trotz Peijes-Trauma endlich Ortho in dreißig Tagen” überhaupt nicht hin. Wahrscheinlich muss ich doch mal nach Zürich zur Live-Sitzung zu Dir rauskommen! Ich weiß nur nicht, ob ich mein koscheres Therapeuten-Sofa mit ins Handgepäck kriege. 😉 😉 😉

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  13. “Allerdings fühle ich mich jedweden religionstechnischen Instruktionen der Gesinnungspolizei des Weltjudentums nicht verpflichtet”

    Na ja, das mit der persönlichen Freiheit wäre ja an sich ein Argument. Aber du kannst doch SG seine ARbeit nicht wegnehmen!!! Das ist unmoralisch!

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  14. … Trotz Peijes-Trauma endlich Ortho in dreißig Tagen …

    @SG:
    alter Schwede, ich habe beinahe 30 lange Jahre dafür gebraucht, um mich von der Orthodoxie zu emanzipieren – und nun möchtest Du mich in nur 30 Tagen reaktivieren? Wirklich unfair! 🙂 Das Schlimmste daran ist, das “Unternehmen back to the roots” könnte sogar klappen, wenn ich es darauf anlegen würde. Hebräisch- und Jiddisch funktionieren jedenfalls noch immer tadellos und die Rumänen haben mich an längst Vergessenes erinnert, nämlich ein ‘Levi’ zu sein! Aber egal, ich gehe gewiss nicht zurück ins mittelalterliche Absurdistan, denn die Cheeseburger schmecken einfach zu gut und die Anzüge von Ermenegildo Zegna (HB kauf’ ich jetzt nicht mehr!) sehen einfach geiler aus, als auf der Hose rumbaumelnde Fäden! 🙂

    Shalom

    Miles

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  15. … wenn Du den Boss mit Tzitzit trügest, das hätte was! …

    @SG:
    oder noch besser, quasi als Wiedergutmachung: “Mode für Juden” – “Designed and made by Hugo Boss” ! 🙂

    Shalom

    Miles

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  16. @YM:
    wie bitte? Das Zeug darf man auch nicht tragen? Egal, solange mir Schabbes Goi nicht wieder erklärt, dass E. Zegna ein italienischer Nazi-Schneider war, bleibe ich künftig bei genau diesen Klamotten! Kosher hin, Sha’Atnez her – who cares? 🙂

    Shalom

    Miles

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  17. @Miles: Tja Tayerer, so richtig koscher wird es dann wohl nur in den Kostümen von Adam Adamovsky, das trägt dann auch nicht so auf und die Reinigung erübrigt sich beim Duschen! 8)

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  18. @ Miles: Ach ja, das Adam Adamovsky und die Tzniut Problematik!
    Das lässt sich einfach lösen:
    entweder flechtest Du Dir Extentions ins Brusthaar, die bis über die Knie reichen, oder Du sprichst so lange dem Gerstensaft zu, Whisky geht hier leider nicht, bis die Wampe alle Tzniut relevanten Regionen überdeckt! Schick mal ein Foto, wenn Du Dich für eins von beidem entschlossen hast. Kannst ja, auch wenn Du keine Frau bist, das Gesicht sicherheitshalber mit Photoshop raus retouchieren!

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  19. @SG:
    ah, interessant! Und wo Du schon dabei bist: Hast Du nicht auch ein paar nette Modefotos von Fallaschen-Girls anzubieten? Ist doch bestimmt auch glatt kosher, oder? 🙂

    Shalom

    Miles

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  20. @Miles:
    Wer sagt, man dürfte Zegna nicht tragen? Ich trage gelegentlich einen. Aber den habe ich testen lassen. Nachdem was gefunden wurde, musste ich ihn halt entsprechend ändern lassen. Wo ist das Problem?

    @SG:
    “Brusthaar-Extensions”? Mir scheint, das Niveau in diesem Blog war auch schon mal höher…

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  21. @YM:
    Aha … und, reine Neugier, wie findet man es testmässig raus, dass der teure Anzug von E. Zegna kontaminiert ist, bzw. wie wird das Teil dann dekontaminiert (vielleicht eine Woche lang im Garten unter dem Erdbeerbeet vergraben, oder so ähnlich?)? Und hinterher gibt’s dann zur Belohnung einen ‘glatt-kosher Aufnäherl’ vom Rabbinat der nächstgelegenen Gemeinde? 🙂

    Also, ehrlich gesagt, ich brauche so einen Aufwand nicht! Ich bin Jude und bleibe es auch, selbst wenn meine Klamotten aus Mischgewebe bestehen, sich Salami auf meiner Lieblings-Pizza befindet und der Cheeseburger bei MacDonald’s aber sowas von glatt-unkosher ist! Ich hab’ damit kein Problem mehr, und selbst wenn Hashem ein Problem damit hätte, dann kann er es mir ja noch persönlich sagen, wenn er hier wider Erwarten doch mal auftauchen würde! 🙂

    Shalom

    Miles

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  22. … Brusthaar-Extensions? Mir scheint, das Niveau in diesem Blog war auch schon mal höher

    @YM:
    glaub’ ich eigentlich nicht! Warte erst mal ab, bis SG ein paar tolle Fotos von süssen Fallaschen-Girls organisiert hat. Ich kann’s kaum erwarten! Und das Gute daran ist, das wäre sogar noch kosher! 🙂

    Shalom

    Miles

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  23. @Miles:
    In groesseren juedischen Gemeinden gibt es einschlaegige Testlabors. In der Regel kommt bei Anzuegen Schaatnes nicht daher, dass das Gewebe an sich Mischgewebe ist, sondern dadurch, dass der eigentliche Anzug-Stoff aus Wolle und das Futter oder Polster aus Leinen sind. Die werden dann einfach ausgetauscht. Die Kosten fuer diesen Eingriff sind im Vergleich zu den Kosten von Zegna-Stoff minimal. In der Tat wird danach ein einschlaegiges Label eingenaeht. Das einzige Label, das zaehlt 😉
    (Von einem, der angibt, in seiner Jugend mal eine juedische Erziehung genossen zu haben, erwartet man gewoehnlich intelligentere Fragen.)

    Klar kannst Du Jude sein und nichts halten. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Deine Nachfahren sich noch als Juden identifizieren? Du kennst gewiss die ernuechternden Ergebnisse der einschlaegigen Untersuchungen…

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  24. @YM: “Brusthaar-Extensions? Mir scheint, das Niveau in diesem Blog war auch schon mal höher” Nun ja, Niveau ist und bleibt immer eine Frage der eigenen Perspektive. Da es hier im Threat um Spaß und die Befreiung von demselbigen geht, dürfte, da Humor und Spaß im Niveau oszillieren, ebenfalls das Niveau sehr breit gefächert sein.
    Aber witzig, dass Du ausgerechnet auf die “Brusthaar-Extensions” Bezug nimmst. Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich darüber zu amüsieren, da ich altershalber eine Halb- und berufshalber eine komplette Glatze habe und nur mein Brusthaar unbändig wallt und lockt.

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  25. … Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Deine Nachfahren sich noch als Juden identifizieren? …

    @YM:
    das kann ich Dir gerne verraten. Alle meine Töchter definieren sich – auch ohne orthodoxen Drill – tatsächlich straff jüdisch, haben Juden geheiratet und schicken ihre Kinder zum Hebräischpauken. Soviel zur Identifikation mit dem Judentum!

    Zu den “intelligenteren Fragen” nun folgendes: Mehr als die og Statements liegt bei meinem durchschnittlichen Intellekt einfach nicht drin! Hiermit konzediere ich dir gerne folgendes: “Du bist wesentlich intelligenter als ich und zudem mit 100%iger Sicherheit auch ein viel besserer Jude, als ich es jemals sein könnte” ! 🙂

    Nächstes Jahr in Jerusalem!

    Miles

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  26. @Miles:
    Ich sprach nicht von Deinen “Toechtern”, sondern von Deinen “Nachfahren”. Der Prozess, auf den ich mich beziehe, beansprucht erfahrungsgemaess etwa vier Generationen. Dass die zweite Generation sich noch als “straff juedisch” definiert, ist demzufolge normal. Ich behaupte nicht, dass es bei niemandem funktioniert. Aber offenbar bei zuwenigen, um die Bevoelkerungszahl auch nur halbwegs stabil zu halten.

    @Miles:
    “Da es hier im Threat um Spaß und die Befreiung von demselbigen geht”.
    Ich fuehle mich auch schon ganz bedroht 😉

    Ich bin ein grosser Freund von Humor. Aber mir schiene in diesem Blog Humor mit Hintersinn, wie er als charakteristisch fuer juedischen Humor gilt, doch angemessener als der Nonsense- und Klamauk-Stil, der vielleicht besser zu einer alkoholisierten Karnevalsveranstaltung passen wuerde.

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  27. … Freund von Humor …

    @YM:
    super! Dann warten wir also gerne auf einen tollen jüdischen Witz, vorgetragen von Dir höchstpersönlich! Ich freu’ mich schon drauf! 🙂

    Shalom

    Miles

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  28. … Bin gelegentlich in Deinem Land. Live macht sowas doch viel mehr Spass als nur textuell …

    @YM:
    sehr, sehr gerne! Sag mir einfach Bescheid, wann Du wieder mal hier in der Gegend bist! Eine Einladung auf ein paar Bierchen liegt immer drin, und ein super-tolles Dinner im ‘Kaufleuten’ auch! Ach so: Mit Dir würde ich – sofern gewünscht – sogar kosher essen gehen (!) und das, obwohl die Menüs in dem Laden nicht besonders schmeckten! 🙂

    Shalom

    Miles

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  29. @ Fritzbe: Wobei, ohne unken zu wollen, die Devise “Der Mensch tracht und Gtt lacht” jetzt weniger nach “charakteristisch juedischem Humor mit Hintersinn” klingt, sondern eher nach purer Schadenfreude. Nun ja, man lacht!

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