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Im Netz und im Gespräch

Facebook

Im Prinzip sind die sozialen Netzwerke für Kinder der erweiterte Schulhof, so meine These im aktuellen Artikel für die Jüdische Allgemeine über die möglichen Gefahren und Bedenken gegenüber den sozialen Netzwerken. Weniger sozialwissenschaftlich, als vielmehr von einer religiösen Seite her betrachtet. Der Artikel ist hier zu finden.

In der Reihe Neulich beim Kiddusch geht es dieses Mal um ungewöhnlichen Besuch kurz vor Schabbatbeginn:

Wir hatten uns für Freitagnachmittag verabredet. Ich sollte bei Schmulik vorbeischauen und ihn abholen. Unser Plan war, gemeinsam zur Synagoge zu gehen, und dabei würde mich Schmulik auf den neuesten Stand bringen: Wen darf man nicht auf welches Thema ansprechen? Wer spricht nicht mehr mit wem? Oder bei wem habe ich selbst gerade schlechte Karten? Außerdem konnte ich mein Auto bei ihm in die Tiefgarage stellen. So sieht es aus, als sei ich den gesamten Weg zur Synagoge gelaufen. Den Parkplatz um die Ecke kennen schon zu viele andere Beter. Die parken da auch heimlich. weiter

Den gesamten Text findet man auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen.

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Neu gebaut und umgezogen?

SynagogeDuisburg Atrium

Die Duisburger Synagoge ist ein Vorzeigeprojekt auf das immer wieder gerne hingewiesen wird. Architekt Zvi Hecker schuf ein ein ungewöhnliches Gebäude an Duisburgs Innenhafen. Sie wurde am 21. Februar 1999 eingeweiht und sollte als Zentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen dienen. Die Gemeinde zog damals von Mülheim an der Ruhr nach Duisburg. 9 Millionen Euro hat das Projekt damals gekostet.
Jetzt überlegt man, laut Rheinischer Post, den Standort zu wechseln:

Die jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen überlegt, aus ihrem derzeitigen Domizil am Innenhafen auszuziehen. „Wir haben zwar keine konkreten Pläne, aber es gibt solche Überlegungen“, sagt der Geschäftsführer der Gemeinde, Michael Rubinstein. von hier

Warum?
Dazu gibt es gleich mehrere Antworten. Zum einen liest man:

Die jüdische Gemeinde Dusiburg-Mülheim-Oberhausen will sich von der Synagoge am Innenhafen trennen. Grund: Der Neubau sei zu klein und zu weit abseits gelegen. Man habe bereits ein neues Domizil im Auge, verrät Vorstandsmitglied Patrick Marx. von hier: Der Westen

Das war am 17.3.2011. Am 18.3.2011 heißt es dann etwas erhellender:

Aufgrund fehlender thermischer Abschirmung einiger Gebäudeteile ist die Synagoge am Innenhafen bereits nach zehn Jahren in einem schlechten Zustand. Je nach Höhe der Sanierungskosten müsste sich die Gemeinde nach einer Alternative umschauen. von hier: Der Westen

Dem Artikel ist zu entnehmen, dass die Betonfinger, die Architekt Zvi Hecker entwarf, offenbar ein größeres Problem darstellen (auf dem Bild unten zu erkennen). Sie wurden wohl auf Anweisung des Architekten hin nicht ausreichend gegen Umwelteinflüsse abgeschirmt. Das Material arbeitet also. Dehnt sich aus, zieht sich zusammen. Wasser kann in das Material eindringen und weil alles miteinander verbunden ist, wirkt sich das auch auf das Hauptgebäude aus.

Duisburg Jewish Community Center-Zvi Hecker

Die Sanierungskosten dürften erheblich sein. Auf Der Westen.de heißt es weiter:

Damit nicht genug: Der bauliche Grundfehler wäre damit nicht behoben. Dazu müssten die Betonfinger vom Gebäude getrennt werden. Und hier kommen wir in einem Konflikt mit den Urheberrechten des Architekten, so Rubinstein. Von hier: Der Westen

Notbremse also? Nach zehn Jahren erkannt, dass die Lage nicht gut ist, die Bausubstanz schlecht und die Gemeindemitglieder eigentlich woanders leben.

Die Realität schlägt also mit der großen Faust zu.

Der Architekt erkennt aber, laut Rheinischer Post, nicht, wo das Problem liegt:

Insgesamt sei es um eine Summe von 800 000 Euro gegangen, die die Duisburger Gemeinde vom Architekten verlangt hatte. „Die Gemeinde hat nie architektonisches Verständnis gezeigt. Ich war nicht einmal zur Grundsteinlegung und zur Eröffnung eingeladen“, sagt Hecker. von hier: Rheinische Post

Die Gemeinde habe also kein architektonisches Verständnis? Es scheint also eine gewisse Kommunikationsprobleme zu geben. Eine Gemeinde benötigt einen praktischen, sicheren und ausbaufähigen Raum (heute wohl auch ökonomisch und ökologisch anspruchsvoll). Der Architekt wünscht sich ein Projekt, bei dem gezeigt werden kann, was möglich ist. Viel Symbolkraft (ähnlich wie in Mainz) müsste mit praktischen Belangen verschmolzen werden. Ob Duisburg einen Wendepunkt zeigen wird? Man wird das Projekt weiter beobachten müssen.

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Purim – Megillah gefällig?

Zu Chanukkah gab es hier einen Chanukkah-Madrich mit Transliterationen der wichtigsten Gebete und einigen Regeln, die man beachten sollte. Tatsächlich wurden die Dateien auch verwendet und ausgedruckt (leider hat niemand Fotos von den Heftchen in action gesendet).
Nun gibt es auch die Megillah für alle frei verfügbar. Die Gebete sind transliteriert, der Text übersetzt und die Teile der Megille-Lesung, die man laut gemeinsam sagt, sind dementsprechend auch transliteriert:

Die Megillah kann man direkt hier hier herunterladen!

Die pdf-Datei ist frei verfügbar für alle unter der Creative Commons Lizenz .

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5 Namen

Ma'ariv Montag 14. März

Ehud Fogel, 35, sel. Ang.
Ruth Fogel, 34, sel. Ang.
Joav, 11, sel. Ang.
Elad, 4, sel. Ang.
Hadas, 3 Monate, sel. Ang.

zuhause erstochen abgeschlachtet durch Angehörige der Al-Aksa-Brigaden, am Erew Schabbat. Auf den Bildern (die ich hier nicht verlinke) kann man sehen, dass der Mörder den Kindern die Kehlen durchschnitt.
Die 12jährige Tochter Tamar (oben auf dem Titelblatt der Ma’aariw, fotografiert während der Beisetzung) der Familie fand ihre ermordete Familie spät in der Nacht zuhause (lies hier).

An der Beisetzung in Jeruschalajim nahmen gestern 20.000 Menschen teil. Dort sprach auch der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner Me’ir Lau – Man fühlt den Schmerz, fühlt den Zorn und vor allem die Machtlosigkeit:

Thousands Attend the Funeral of the Fogel Family, Rabbi Lau Adrresses the Crowd from CrownHeights.info on Vimeo.

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Eine Gemeinde weniger in der UPJ

Die Union Progressiver Juden in Deutschland muss mit einer Gemeinde weniger auskommen. Die Synagogengemeinde Halle übermittelte am 4. März der Union ein entsprechendes Kündigungsschreiben und kündigte an, nach Pessach den Bundesverband der Juden in Deutschland mitgründen zu wollen, der Gemeinden aufnehmen soll, die weder im Zentralrat der Juden noch in der Union Progressiver Juden Mitglied sein können. Das Schreiben nennt viele Gründe, die für ein Zerwürfnis zwischen der Union und der Synagogengemeinde Halle gesorgt hätten (und dokumentiert nahezu alles auf der Homepage). Darin geht es auch um die Anerkennung von Vaterjuden (was wiederum die Erklärung für einen Artikel in der Jüdischen Zeitung wäre) und die Vorgehensweise bei der Abstimmung zum Vorstand der Union. Laut Schreiben der Synagogengemeinde würden der Vollversammlung nur Wahllisten vorgelegt, aber es sei nicht möglich, aus der Vollversammlung heraus Vorschläge zu machen. Auch von steigenden Mitgliedsbeiträgen für die Union ist die Rede in dem Schreiben.

Mit dem Austritt trifft die Synagogengemeinde Halle die Union wohl nicht ins Mark, aber die Ankündigung eines neuen Verbandes dürfte die Situation interessant werden lassen.

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Eine große Frau

Ganz vergessen, auf den Text hinzuweisen. Es geht um große Frauen:

Mein Freund Schmulik fühlte sich verfolgt. Er rief mich an was sehr ungewöhnlich ist. Denn meistens schreibt er irgendwelche Belanglosigkeiten per Mail oder SMS. Ob ich es auch schon bemerkt hätte, fragte er mich. Ob man schon darüber spricht? Immerhin hätte er Familie. Er in seiner Position könne sich keine Fehltritte leisten. Wenn das jetzt herauskommt? Was solle er nur tun? Ich hatte keinen blassen Schimmer, worüber er redete.

Den gesamten Text aus der Reihe Neulich beim Kiddusch, kann man auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen lesen hier

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Gijurprogramm? Nie gehört

Es passiert also (endlich) etwas. Einige Gemeindemitglieder werden Aushänge der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in den Gemeinden gesehen haben:

Kinder jüdischer Väter, aber keiner jüdischen Mutter, können an einem Konversionsprogramm teilnehmen. Es finden Blockseminare statt die in die Lage versetzen sollen, einen orthodoxen Gijur machen zu können. Dieser wird dann anschließend organisiert. Unter Beteiligung des israelischen Oberrabbinats.
Dieses sagt nun aber offenbar Gijurprorgamm? – das berichtet die Nachrichtenseite Kikar HaSchabbat:

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Man kenne das Organ, aber ein solches Schreiben hätte man nicht unterzeichnet.

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Wieder den Stecker ziehen!

Nicht vergessen: Am kommenden Schabbat (Freitagabend den 4. März, bis zum Abend des 5. März) ist wieder (Inter-)National Day of Unplugging (siehe Beitrag zum vergangenen Jahr). Wer nicht schon ohnehin irgendwie den Schabbat hält, legt mit zittrigen Händen für ein paar Stunden die ausgeschalteten Kommunikationsgeräte zur Seite, schaltet sie ab und wundert sich über die ungewöhnliche Situation.

Die zehn Prinzipien des Tages findet man hier.