Katzen und die Schoah

In verschiedenen Blogs heißt es, Katzen-Content geht immer, aber dieser Katzen-Content ist schon sehr sehr speziell. Hatten wir schon einen Roman aus der Perspektive von Hitlers Schäferhund Blondi, so gibt es nun auch die Reichspogromnacht aus Sicht einer Katze. Benno and the Night of Broken Glass (Homepage des Verlags mit Buchvorstellung) heißt das Bilderbuch von Meg Wiviott, das Kindern von 7 bis 11 die Schoah näher bringen soll. Das Buch schildert aus Sicht der Katze, wie Juden zunächst als Teil der Gesellschaft leben, ausgegrenzt werden, Bücherverbrennungen, die Reichspogromnacht und schließlich, dass die jüdischen Familien nicht mehr da sind. Die Perspektive ist distanziert, die Illustrationen eher Collagen. Mehr erfährt man eigentlich nicht über das Schicksal der Familien oder Personen: Familien sind da, füttern Katze, Familien werden weggebracht, Fütterer weg. Dazu kommt die Frage, ob man so etwas Kindern in dem Alter zumuten kann und ob das die richtige Herangehensweise ist. Niedliche Tiere zu malen, um etwas kindgerecht zu gestalten, dürfte nicht ausreichen. Kinder, die solche Geschichten ernst nehmen, wird es möglicherweise schockieren, auch wenn die emotionale Bindung zu den jüdischen Figuren kaum besteht, weil diese eigentlich nicht charakterisiert werden.

Einige Bilder aus dem Buch kann man sich auf der Homepage von Illustrator Jose Bisaillon anschauen (hier)
Wer es sich unbedingt als Buch anschauen will, kann es in Deutschland über amazon kaufen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. dazu fällt mir das hier ein:
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/609

    Auszug:
    Die französische Equipe im Synchronschwimmen wollte mit ihrer Choreografie die Ankunft jüdischer Frauen in den Vernichtungslagern, die Selektion durch Naziärzte und den letzten Gang in die Gaskammern zeigen.

    “Happy Holocaust” würde Broder jetzt sagen. Aber der darf das ja auch weil er ist nun mal Zyniker. Für den Rest des Publikums das noch nicht ganz verblödet ist, ist heftigstes Fremdschämen angesagt. Ansonsten gibts ja zum Glück noch Katzenbücher zum Vorlesen für Kiddies ab 3+

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