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Schnell und uninformiert

Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Hitler oder den Nazis dem Wert Eins an. Mike GodwinÜbersetzung aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel

Wer politisch motiviert ins Felde zieht, der nimmt gleich die Abkürzung und erspart sich die Diskussion vollständig und tweetet direkt:

So kommentiert der Kreistagsabgeordnete von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Main-Kinzig-Kreis, Daniel Mack, die aufkeimende Diskussion um Profiling an deutschen Flughäfen. Eine Praxis, die auch in Israel seit längerer Zeit angewendet wird (siehe etwa hier). Nicht immer ist es besonders angenehm für alle Reisenden, aber bisher besonders effektiv.
Ganz gleich, welche Haltung man zum Profiling von Reisenden hat (ja, es besteht die Gefahr, dass Vorurteile eine Rolle spielen), es wird uns jedoch eindrucksvoll bewiesen, dass politisches Engagement vielleicht nicht immer gleichbedeutend mit umfassender politischer Bildung ist, sonst hätte man sicher nicht gerade dieses sprachliche Bild gewählt. Ob er weiß, dass der gelbe Stern nur ein Baustein der planmäßigen Vernichtung von sechs Millionen Menschen war?

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HaModia – digital

Beginn des Jahres zeigte ich hier, dass HaModia (der Ansager), einen Internetauftritt vorgelegt hätte und nur zwölf Monate später haben die Herausgeber riesige Schritte gemacht. Seit einigen Tagen stellen sie eine digitale Version der täglichen Ausgabe (derzeit kostenlos) ins Netz:

HaModia - digital

Die Ausgabe kann man über die Website von HaModia hamodia.com erreichen. Hier kann man tagesaktuell die Ausgabe lesen und durchblättern. Ein kleines Fenster in die charejdische Welt.

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Tzniut früher

Das Buch Minchah Belulah von Rabbiner Avraham Rappaport (hier vollständig lesbar)) (ein Kommentar zur Torah) ist nicht nur wegen seines Inhaltes interessant, sondern auch wegen des Wappens der Familie Rappaport. Neben dem Raben (Rappaport?) und den Kohanim-Händen wird das Wappen von zwei weiblichen Wesen flankiert und die sind, von der Hüfte aufwärts – nackt! (hier im Buch zu betrachten)

Obwohl man gerne in den Pfaden der Vorfahren wandelt, bestand hier offensichtlich dringender Handlungsbedarf. So erzählt das Seforim-Blog, dass die Abbildung des Familienwappens der Rappaports in einem aktuellen Buch modifiziert wurde:

Benjamin Shlomo Hamburgers recently published magisterial three volume history, Ha-Yeshiva ha-Rama bi-Fiorda (Bnei Brak, 5770) is a rich, learned study by one who has dedicated many scholarly books to the heritage of German Jewry. The volumes are noteworthy also for their rich illustrations, but one in particular catches the eye.
A chapter dedicated to Baruch Kahana Rapaport who served for many years as rabbi of Fürth (1711-1746), reproduces, as many a study on the Rapaports, the coat of arms from Mincha Belulah (volume 1, page 390).
But the supporters here have been modestly transgendered and piously rendered with beards! von hier

Jetzt sieht es so aus:

Minchah Belulah

Ist nur die Frage, warum man überhaupt Abbildungen aus Büchern übernimmt, die man heute als anstößig betrachtet und früher offensichtlich kein Problem waren…

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Wikileaks

Wikileaks war als Schlagwort in den letzten Wochen immer wieder zu hören und dabei waren die Inhalte in den Medien weitaus weniger diskutiert, als die Begleiterscheinungen um Sprecher Assange oder der (zu erwartende) Druck auf Wikileaks durch Regierungen und die Privatwirtschaft.
Meine ausführliche Einschätzung zu Wikileaks findet man in der aktuellen Jüdischen Allgemeinen, hier.

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Anatevka in Gelsenkirchen


Noch vor der Premiere durfte ich eine Probe sehen und mir ein eigenes Urteil bilden
Die Aufführung des Musicals Anatevka hat ihn Deutschland ihr ganz eigenes Spannungsfeld und das scheint mögliche Produzenten zu verunsichern. Immerhin behandelt der Stoff Juden im russischen Reich – also ein Gebiet, welches heute zur Ukraine und Polen gehört und das Leben im Schtetl. Ungefähr um das Jahr 1905. Also nur 35 Jahre bevor deutsche Truppen die Juden der Region zusammenfassen und ermorden. Ist das überhaupt heute noch Thema, oder verunsichert dieses Thema vielleicht eher unterbewußt? Weiterlesen

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Jüdische Welten – das Filmfestival


Vom 11. bis zum 16. Dezember findet in Düsseldorf (wieder) ein jüdisches Filmfestival statt.
In diesem Jahr werden die Filme Fünf Tage ohne Nora, Hey hey its Esther Blueburger, Just Like Home, The Loners, Black Bus, Simon Konianski, Gainsbourg Der Mann, der die Frauen liebte und Jaffa (im Original ??? ???
) gezeigt. Dieser Film dürfte für eine interessante Diskussion sorgen. Viele der Filme laufen im Original mit Untertitel. Für Cineasten, die sich für jüdische Filme interessieren, also eine lohnenswerte Veranstaltung.

Alle Informationen und das Programm gibt es unter www.j-fd.de

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Die Angst betet mit

Jewish prayer in Georgia

Als ich Uri kennenlernte, hätte er als Double für den jungen Franz Kafka arbeiten können. Ein wenig zu dünn, besser gesagt, viel zu dünn, große Ohren, runde Brille. Sein Passfoto hätte man in einem Lexikon unter dem Stichwort Junger Intellektueller abbilden können. Früher interessierten wir uns beide außerordentlich für die verschiedenen Bräuche des Gebets und alles, was damit zusammenhängt. Themen, die uns in der Beliebtheit beim anderen Geschlecht nicht auf Rang eins katapultierten.

Den gesamten Text aus der Reihe Neulich beim Kiddusch, kann man auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen lesen hier

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Hawdalah mit Zimt

Havdalah at home

Seitdem es bei Schlag den Raab ein Spiel namens Riechen gab, möchte mein Sohn, dass wir in der Besamimbüchse regelmäßig die Kräuter austauschen. Bei dem Spiel mussten die Spieler mit verbundenen Augen raten, was sie gerade rochen. Da war alles Mögliche dabei: Bier, Zwiebeln, Curry, Paprika und viele andere Sachen.

Den gesamten Text aus der Reihe Neulich beim Kiddusch, kann man auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen lesen hier