Haschisch und Halacha

Eine bessere Alliteration kann einem ja zu dem Thema gar nicht einfallen. Judentum und Drogen sind ein interessantes Spannungsfeld, weil es kaum aktuelle und bekannte Stellungnahmen zu diesem Thema gibt. Für die Jüdische Allgemeine habe ich versucht, den gegenwärtigen Stand zu Cannabis zusammenzufassen. Den Artikel gibt es hier.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Soweit ich weiß, gilt doch da grundsätzliche Gebot, den Körper, den einem Adoshem anvertraut hat, gesund zu erhalten und nicht mutwillig zu zerstören. Tetrahydrocannabinol und sein “Genuß” zerstört aber definitiv Gehirnzellen und demotiviert den “Nutzer”. Egal ob es also im Salböl ist, das ja auch nur äußerlich und dann nur sehr selten angewendet worden ist, wenn man sich mit dem Konsum selbst zerstört, kann es wohl nicht mit der Halacha vereinbar sein.

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  2. “Dass Drogen nicht gut sind”, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben; dazu bedarf es eigentlich nicht der Halacha! Wenn dazu aber jemand sogar noch ein paar passende Mizwot findet, um so besser! 🙂

    Shalom!

    Miles

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  3. Wenn vollkommen klar und offensichtlich ist, dass THC den/einen Zelltod im Gehirn verursacht, dann ist die Sache tatsächlich eindeutig. Da müssen also die neuen Ergebnisse aus der Forschung für eine Neubewertung herangezogen werden.

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  4. Wenn es dazu beitragen kann, die Nebenwirkung einer Chemotherapie und Schmerzen zu lindern, sollte es kein Thema sein, es medizinisch zuzulassen. Es gibt viele Dinge, die wir heute als selbstverständlich in der Medizin verwenden, die in bestimmten Dosen sehr schädlich oder tödlich wirken, in richtigen Dosen aber wirken sie heilend.
    Alkohol schädigt das Hirn wenn man zu lange und zuviel davon zu sich nimmt. Der Kidduschwein, einmal die Woche, sollte das nicht bewirken. Das erstaunliche ist allerdings, dass sich das Gehirn wieder in Teilen regeneriert, wenn Alkohol völlig entzogen wird ( es sei denn das korsakow syndrom tritt schon auf). Ich habe das schon im meinem Umfeld erlebt.
    Durch den Alkoholmissbrauch bekam jemand einen Schlaganfall, war einseitig gelähmt und konnte nicht mehr sprechen. Heute hat derjenige keine Einschränkungen mehr und auch das die Schädigungen des Gehirns haben sich nahezu zurückgebildet.

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  5. Oh, mit der Halacha kenne ich mich nicht all zu gut aus, zur Medizin kann ich allerdings etwas beitragen. Klar, eine medizinische Indikation für den Gebrauch von Dope kann es gut geben, ebenso wie das Ballern von Morphinen in bestimmten Situationen. Allerdings ist eine solche Anwendung wohl eher nicht Gegenstand dieser Diskussion!? Ich verstehe diese so, dass es an dieser Stelle alleine um das Zudröhnen geht und das ist wohl eher verpönt, religiös und gesellschaftlich. Und das mit dem zitierten Alkohol dürfte eine ganz, ganz andere Kiste sein. Werden wir nicht sogar dazu ermutigt, uns beispielsweise zu Purim kräftig einen auf die Lampe zu giessen (ist doch echt toll, Jude zu sein! 🙂 )? Da war doch was, oder!? 🙂

    Shalom!

    Miles

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  6. @ Miles, herzallerliebster Eidgenosse! Da ich für meinen Job immer Herr meiner Sinne sein muß, gibt es dazu nicht viel zu schreiben. No Drugs außer Coffein und Nikotin! Alles andere verschwummert den Sejchel!

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  7. @Miles

    Zudröhnen geht und das ist wohl eher verpönt, religiös und gesellschaftlich.

    Im Idealfall richtet sich die halachische Bewertung nicht nach der gesellschaftlichen oder anders formuliert: Im Idealfall sollte vollkommen unvoreingenommen geschaut werden, wie man eine Entscheidung unter Einbeziehung aller Faktoren zustande kommt. Ich lese sehr häufig Entscheidungen, denen ich unterstelle, sie wurden so formuliert oder konstruiert, dass man zu einem Wunschergebnis kommt…

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  8. @ Chajm: Nu, beim Kiddush heißt es ” baruch ata adonai, elohejnu melech haolam, bore pri hagafen” und nicht ” baruch ata adonai, elohejnu melech haolam, bore pro hashisch” . Auf der einen Seite gehört Haschisch und seine Wirkung mit zu seiner Schöpfung, die man genießen soll und der man verantwortlich ist, auf der anderen Seite steht die Mitzve, seinen Körper nicht unnötig zu zerstören. Da selbst das Fasten eingeschränkt wird, um nicht zu unnötigen körperlichen Einschränkungen zu führen, würde das auf den Konsum von Haschisch bezogen bedeuten, als Medikament für Schmerzpatienten ja, ansonsten nein, weil man durch den häufigen Konsum zu der Realität, seiner Schöpfung, verliert, und sich selbst zerstört.
    Hätte er gewollt, dass wir uns Bedröhnen, hätte er uns bedröhnt erschaffen!

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  9. @ Miles: Purim: nun, die Purim-Mitzve ist doch sehr eindeutig: ” Du sollst Dich betrinken, bis Du nicht mehr unterscheiden kannst zwischen Haman und Mordechai” Da steht eindeutig betrinken, nicht bekiffen, und, die Mitzveh gilt nur für diesen einen Tag, nicht für den Rest des Jahres!

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  10. @SG: Ich könnte es nicht besser sagen: Koffein und Nikotin täglich (ja, leider kann auch ich das Qualmen nicht lassen!), und nur zu Purim einen richtig guten Schluck aus der Pulle! Ach, wie wunderschön ist doch dieses Fest! 🙂

    Shalom!

    Miles

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  11. 15. T?FILAT HADERECH
    (Debbie Friedman)
    May we be blessed as we go on our way,
    May we be guided in peace,
    May we be blessed with health and joy,
    May this be our blessing, amein.
    CHORUS:
    Amein, amein, may this be our blessing,
    Amein (2X)
    May be sheltered by the wings of peace,
    May we be kept in safety and in love,
    May grace and compassion
    Find their way to every soul,
    May this be our blessing, amein.
    CHORUS (2X)

    Na ja, ist man bei einem Dope-Trip wirklich guided in peace,
    oder blended man den Unfrieden einfach nur weg?
    Bei “May we be blessed with health and joy” wäre dann Health ja noch strittig.
    Und “May be sheltered by the wings of peace,
    May we be kept in safety and in love”?
    Hüllt Dope in Frieden, bietet es wirklich Sicherheit und Liebe?
    Letztendlich verzerrt der Genuß von Dope nur die Wahrnehmung der Realität und verändert langfristig die Eigenwahrnehmung. Es löst keine Probleme, sondern führt nur zum Ausblenden der Probleme, wodurch die dann in aller Ruhe und Gemütlichkeit wachsen können!
    Nichts gegen Abschalten vom Alltag, das braucht man zum Regenieren und Sejchel freiblasen, aber dazu braucht man kein Dope!

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