Keine Siedlungen – Freiheit

Die Zeit hat einen Artikel von Gadi Taub in deutscher Übersetzung veröffentlicht, in dem er sich mit der Gefahr auseinandersetzt, die von den Siedlungen für das gesamte zionistische Projekt ausgehen könnte (hier):

Trotzdem war Zion nur das Mittel, nicht der Zweck. Der Zweck des Zionismus war die Befreiung der Juden: Wenn Juden nicht als Freie und Gleiche zu Bürgern anderer demokratischer Republiken werden könnten, dann benötigten sie eben ihren eigenen unabhängigen Staat, glaubte Herzl. von hier

Gadi Taub hat kürzlich ein Buch über die Siedlungen veröffentlicht (bei amazon hier), in diesem beschreibt er auch eingehend die Geschichte der religiösen Siedler und stellt zugleich klar, dass viele der Siedler keine nationalreligiösen Menschen mit Mission sind, sondern Menschen, die gerne eine bezahlbare Wohnung hätten. Zusammenhänge werden recht gut deutlich, die Situation analysiert, aber eine wirkliche Perspektive erwächst daraus nicht, denn es ist nicht klar, was daraus folgt, wenn man Taubs Analyse folgt.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Problem ist doch nicht was aus der Analyse von Taub folgt. Was gemacht werden müsste, damit es irgendwann Frieden gibt, ist eigentlich klar. Die Lösung steht eigentlich fest. Nur keiner der beiden Seiten möchte den Preis dafür nicht zahlen.

    Ist die israelische Regierung der Frieden so wichtig, das es die Siedlungen aufgibt, oder besser gesagt keine mehr baut? Anscheinend nicht, denn da wird munter weitergebaut. Eigentlich wär das ja auch kein Problem, wenn nicht die Infrastruktur auschließlich für die Siedlungen bereitgestellt wird, sodann die Palästinenser in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, damit die Siedlungen geschützt werden. Das gleiche gilt doch auch für die Ressourcen.

    Aber das wird ja leider von einer Fraktion der Gegenseite komplementiert. Religiöse Unterdrückung im Namen der Religion, Korruption usw.

    Also echt, Palästinenser und Israelis sind eigentlich Partners in Crime.

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  2. Erst wenn beide Seiten die jeweils andere nicht nur als Feind wahrnehmen (wollen) und sich selbst als Opfer, wird sich etwas bewegen.
    Das muss schon in der frühkindlichen Erziehung – privat und staatlich – beginnen ……………………. (Studien zeigen, dass Grundschulkinder noch vorurteilsfrei auf andere zugehen können.)
    Nur wenn der jeweils andere als gleichwertig und gleichberecht (an)erkannt wird haben Verhandlungen Aussicht auf Erfolg.
    Wer kann die Hardliner/Fundamentalisten/Gewalttäter unter Kontrolle halten, bisder Bewusstseinswandel auf beiden Seiten sozusagen erwachsen geworden ist (Mindestzeitraum eine Generation)?
    Können sich die Konfliktparteien erlauben, so lange zu warten?
    Die Menschen auf beiden Seiter der Mauer – physikalisch und in den Köpfen wollen friedlich leben und ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen – auch neben- und miteinander – wenn sie eine Perspektive haben und nicht durch radikale Ideologien (von Kindesbeinen an) verblendet werden.

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  3. Ist doch ganz einfach: solange es keinen eigenen Palästinenserstaat gibt, gibt’s auch keinen Frieden! Oder besser: kann es keinen Frieden geben! Völlig unmöglich! Alles andere zu meinen, wäre pure Illusion. Und selbstverständlich geht es den Siedlern auch um preiswerten Wohnraum; Zionisten dürften wohl die wenigsten sein. Egal, nächste Woche bin ich mal wieder im ‘Promised Land’ und werde mich dann mal im Volk umhören! 🙂

    Shalom,

    Miles

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