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Rabbiner soll abgeschoben werden

Mosche Navon ist Reformrabbiner und lebt zur Zeit in Bochum. Von dort aus betreut er derzeit einige Gemeinden der Union Progressiver Juden, etwa eine Gruppe in Unna. Einträglich sind diese Engagements aber offenbar nicht – jedenfalls nicht ausreichend hoch, um damit den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, sagt die Stadt Bochum, laut eines Berichtes der WAZ und deshalb soll Rabbiner Navon mit seiner Familie nun abgeschoben werden (siehe Bericht hier) (ruhrjuden hat den Text noch). Doch Navon ist nicht nach Bochum gekommen, um von dort aus die Gemeinden der Union zu betreuen, sondern um in der Jüdischen Gemeinde Bochum zu arbeiten. Diese hatte ihn nach Bochum geholt scheinbar weil er Russisch spricht. Sein Engagement dauerte nur etwa ein Jahr, nach Auslaufen des Vertrages war der Israeli arbeitslos.

Update: Die WAZ, bzw. derwesten.de hat den Bericht zwischenzeitlich gelöscht. Auf Nachfrage teilte die WAZ mit, es hätte technische Probleme gegeben. Der Text ist nun hier zu finden.

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Baal haBlog – im Blick

Alexander von zusya.de war inspirierend. Dinge die nichts mehr mit dem eigentlichen Blog zu tun haben (halbwegs privates, kurze Notizen, Fotos, einfach nur Links) hat er in eine Form gepackt, die zwischen Blog und twitter liegt und all dies kurz und knapp zulässt. Das Ergebnis kann man hier besichtigen tmrw.me/. Das gleiche gilt nun auch für den Herausgeber dieses Blogs. Er folgt dem guten Beispiel und kürzeste Hinweise, Links oder bemerkenswerte Dinge, die nichts mit den Kernthemen dieses Blogs zu tun haben, werden dort veröffentlicht: chajm.sprachkasse.de. Hervorzuheben ist dort die Frag mich Sektion. Wer mir eine Frage stellen möchte, kann das kleine Formular ausfüllen. Die Frage wird mir dann präsentiert, wahrscheinlich beantwortet und landet anschließend als Eintrag unter chajm.sprachkasse.de. Viel Spaß damit.

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Badatz und der neue Teppich

Badatz war das Geräusch, das die Pappschachtel machte, als sie auf dem Boden unserer neuen Küche auftraf, nachdem ich meiner Frau die Botschaft überbracht hatte: Ich wollte unsere neue Wohnung gern einigen Verwandten und Bekannten zeigen. Deshalb hatte ich sie zu einem festlichen Kiddusch eingeladen. Badatz wäre auch das Geräusch gewesen, das der feuchte Schwamm an meinem Kopf gemacht hätte, den meine Frau nach mir warf wenn ich mich nicht rechtzeitig geduckt hätte.

Den vollständigen Text aus der Reihe Neulich beim Kiddusch gibt es auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen.

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Bewusste Ernährung und Kaschrut

Strictly Kosher Beef

Alfred Biolek legt viel (man möchte meinen übertrieben viel) Wert auf gute Küche und ist für seine Auslassungen über gute Produkte in seiner früheren Fernsehsendung Alfredissimo bekannt. Von Alfred Biolek heißt es interessanterweise, er sei Jude, was natürlich nicht so ganz den Tatsachen entspricht.

In der Sendung wußte der Matre zu berichten, woher der Wein kommt, wer die Wurst hergestellt hat, wo das Rind stand, dessen Fleisch gerade verzehrt wird, wann er die Kräuter in Südfrankreich vom Bauer seines Vertrauens abgeholt hat. Übertrieben vielleicht, ja.
Aber mittlerweile gibt es jedoch einen regelrechten Trend in diese Richtung. Nach vielen Skandalen rund um die Lebensmittelindustrie, wenden sich immer mehr (die es sich leisten können) anderen Nahrungsmitteln zu.
Interessantweise greifen da nun die gleichen Mechanismen und ethischen Vorstellungen, die Juden schon etwas länger kennen.
Mein Text in der aktuellen Jüdischen Allgemeinen:

Gut, sauber und gerecht sollen Lebensmittel hergestellt werden. So könnte man knapp die jüdischen Speisegesetze zusammenfassen. Buono, pulito e giusto ist auch das Motto von Carlo Petrini. Der italienische Journalist und Gastroexperte ist kein Jude, sondern Mitbegründer eines Vereins, der sich als Gegenbewegung zur Fast-Food-Wirtschaft versteht und sich dementsprechend Slow Food nennt. Die Bewegung mit Ablegern auch in Deutschland und sogar in Israel fordert eine neue Küche und eine neue Art der Ernährung: Man solle genussvoll und bewusst essen, wann immer möglich auf regionale Produkte zurückgreifen statt auf Importe von weit her. der gesamte Text ist hier lesbar

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Zum jüdisch-islamischen Dialog

Der jüdisch-islamische Dialog ist, ausgerechnet in diesen Zeiten, nicht das leichteste Unterfangen, aber er findet statt (auch in dieser Mailingliste). Für diejenigen, die sich erst langsam auf dieses Terrain wagen wollen, habe ich einige Eckpunkte zusammengestellt. Den Beitrag verfasste ich für das famose Blog des Österreichischen Jüdischen Museums. Er ist hier zu finden.
Falls Ihr Anregungen oder Fragen dazu habt, gerne in den Kommentarbereich im Blog des OJM.

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Zurück in Lublin

Ronen Eidelman, der auch das Projekt Medinat Weimar durchführte, hat mit einem Kunstprojekt in Lublin die früheren jüdischen Bewohner der Stadt durch große Fotos zurückgebracht an die Orte, an denen sie einst lebten.

Das Prinzip erinnert ein wenig an die Stolpersteine, nämlich die Erinnerung an die Opfer der Schoah dort abzubilden, wo sie einst lebten. Das Projekt von Eidelmann ist jedoch durch die direkte Visualisierung ein wenig eindrucksvoller. Auf der anderen Seite sind die Fotografien nur von temporärer Natur. In seinem Blog kann man etwas mehr über die Aktion erfahren.

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Tanz in Hebron

Dieses Video ist mittlerweile viral und damit eint es ausnahmsweise Gegner und Freunde des Staates Israel. Die einen mokieren sich über die militärische Präsenz Israels in Hebron, andere freuen sich darüber, dass israelische Soldaten auch mal ein gutes Bild auf einem YouTube Video abgeben. Alle? Natürlich nicht – gegen die Soldaten wurde ein Verfahren eingeleitet, berichtet HaAretz.

Aber tanzende Soldaten? Das kennen wir doch?! Weiterlesen

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Polnische Website

2008 war das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs, Polen starte damals die Website A commonwealth of diverse cultures, auf die ich erst in dieser Woche aufmerksam gemacht wurde. Die Website ist nämlich gestalterisch großartig gemacht und definitiv einen Besuch wert. Leider kommt dieser Hinweis zwei Jahre zu spät und möglicherweise kennt schon jemand die Seiten: commonwealth.pl

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Die 50 einflussreichsten Rabbiner der USA

Die Newsweek hat eine Liste der 50 einflussreichsten Rabbiner der USA zusammengestellt. An der Spitze der Liste steht Rabbiner Yehuda Krinsky von Chabad, der eine ganze Reihe von Ämtern innerhalb von Chabad inne hat. Unter anderem ist er Director des Chabad-Verlages Kehot. An zweiter Stelle steht Eric Yoffie. Er steht der amerikanischen Reformbewegung vor. Auf den Plätzen 3 und folgende liegen allerdings nicht die Vertreter des konservativen Judentums und der Rekonstruktionisten, sondern viel mehr Rabbiner mit politischem Einfluss und einige modern orthodoxe Rabbiner. Allerdings liegt auch eine besonders hervorschillernde Person im Mittelfeld. Sharon Kleinbaum (Platz 25) ist Rabbinerin von Beth Simchat Torah, einer Gemeinde die von schwulen, lesbischen und transsexuellen Mitgliedern getragen wird. Insgesamt bildet sich also (fast) das gesamte Spektrum ab. Eine Ausnahme gibt es: Von den vielen Rebben der charejdischen Welt ist keiner dabei. Offenbar bleibt diese Welt in sich geschlossen und hat keinerlei Strahlkraft nach draußen. Die gesamte Liste ist hier.