Interessante Option

In einer Diskussion bzw. einem Kommentar zu einem Artikel in diesem Blog, nannte ich die Idee, die nun eine libanesische Tageszeitung präsentiert, eine interessante (das ist keine positive oder negative Wertung) Idee. Zu einer großen Wahrscheinlichkeit wird sie undurchführbar sein, weil das Misstrauen einfach zu groß ist:
Akram Baker vom Daily Star schreibt nämlich:

Allow Israeli settlers to become Palestinian citizens

und führt die Idee weiter aus (übersehen wir mal die Landraubrhetorik):

As part of a comprehensive agreement between Israel and Palestine, all people currently residing within the borders of the Palestinian state will be given the option of becoming Palestinian citizens. This means that the original owners of the land where the settlements stand would be compensated at the going property rates for the land that was taken from them (those Palestinians who sold their land would of course not be compensated in any way).
Palestinian citizens would have the same rights and responsibilities regardless of race or religion. Those who choose to leave the newly independent Palestine and have legitimate claims to property within its boundaries shall be duly and fairly compensated for their loss. Palestinians from pre-1948 Palestine who have legitimate property claims shall also receive equitable treatment and compensation. von hier

und weiter

At the same time, the settlements would immediately become true communities, open to all citizens of the state. How many Israelis would take up this offer, I honestly dont know. What I do know is that in order to build lasting and deep-rooted peace you cannot commit injustice. By giving everyone the opportunity to become an equal and responsible citizen, and allowing those Israelis who always claim to love the land more than the state to live out their dreams; by being inclusive rather than exclusive; you have the chance to defang one the most difficult issues (among many) and set a solid foundation for a just, robust, free and democratic Palestine. auch von hier

Konkret würde das bedeuten, es gäbe jüdische Gemeinden in Palästina, aber auch jüdische Wähler und das würde in der Konsequenz bedeuten, dass es dann auch jüdische Abgeordnete in diesem Gebiet gäbe. Also eine Art Spiegel der Situation in Israel. Vermutlich brennen die Siedler aber nicht darauf, Bewohner eines Staates Palästina zu werden.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Diesen Gedanken hatte ich auch schon einmal. Warum nicht diskutieren? Ist er denn so abwegig? Ich würde auch nicht denken, dass alle Siedler dem abgeneigt wären, schließlich halten viele von Israel als Staat auch nicht so viel….es bleibt also spannend! Danke für den Hinweis.

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  2. Sehr interessante Idee. Und warum eigentlich nicht? Gut, es gibt ungerfähr eine Million Gründe dagegen, aber die Situation ist sowieso derart kompliziert, daß es darauf eigentlich nicht mehr ankommt. Bleibt spannend dort. (Jüdische Siedler hinter Stacheldraht und Beton in Palästina? Wirklich SEHR interessante Theorie!)

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  3. “halten viele von Israel als Staat auch nicht so viel” … das stimmt einerseits zwar schon, Juna! Aber soweit geht dann die isrealische Selbstverachtung der Siedler andererseits nun auch wieder nicht! Da kannste ganz, ganz sicher sein! 🙂

    Shalom
    Miles

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