Botschaft von Worms

Das Innere der Synagoge Worms

Das Innere der Synagoge Worms


Ein Brandanschlag auf eine Synagoge ist ein besonders perfides Verbrechen, weil es in Deutschland in einer gewissen Tradition steht, aber das benötigt hier keiner weiteren Erklärung. In Worms hat man versucht, an mehreren Stellen die Synagoge in Brand zu stecken. Zudem wurde ein Bekennerschreiben gefunden (dessen Echtheit noch nicht zweifelsfrei geklärt ist):

Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe.

Mit anderen Worten: Da hat jemand gleich in mehreren Schulfächern massiv seinen Schlafmangel ausgeglichen. Orthografie? Syntax? Geschichtsunterricht? Wann wurde die Synagoge von Worms erstmalig erwähnt und was haben die Palästinenser damit zu tun? Wurden die 1034 vom Gelände vertrieben und seitdem von den Wormser Juden geärgert?

Eine andere Option ist: Da hat jemand vorsätzlich ein wenig an der Orthografie gebastelt.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schon seit den Kreuzzügen war die Wormser Synagoge immer wieder das Ziel von Anschlägen. Es ist zum Heulen, dass das heute noch/wieder passiert. Man kann sich hier “das Maul fusselig reden” oder “die Finger blutig tippen”im Versuch, ein paar mehr Informationen rüberzubringen: gegen den breiten Konsens des Mitleids und der Solidarität mit den “armen Palästinensern” (die bis in 1960/70er Jahre noch gar nichts von ihrer Existenz als Volk wussten) und gegen die Grundüberzeugung, die Juden bzw. die Israelis seien an allem/selber schuld, ist nicht anzukommen.- Und die Definition, wer Antisemit ist, die Definitionshoheit beanspruchen die betreffenden Herrschaften für sich.- Gegen solche geschlossenen, dogmatischen Denkstrukturen scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Aber man darf die Hoffnung dennoch nicht aufgeben und muss weiter versuchen, hier und da ein Körnchen Zweifel zu säen und zu hoffen, dass es keimen wird.
    Chag sameach! Eleonore Kattwinkel

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  2. Gleichgültig ob “echt” oder “gebastelt”, ob mit oder ohne Bezug zu den Palästinensern, es ist eine völlig perfide Tat, die mit gar nichts zu rechtfertigen ist. Selbst wenn man deutsche Juden für die israelische Politik verantwortlich machen wollte – was ja sowieso schon eine unglaublich blöde Vorgehensweise ist -, eine Synagoge in Brand zu setzen ist einfach nur furchtbar!
    Was mich aber auch entsetzt ist die Tatsache, wie gering das “Medienecho” auf den Vorgang ist. Ich war in der betreffenden Zeit in Hamburg und habe definitiv NICHTS davon mitbekommen, obwohl ich zumindest Radio gehört habe. Ich bin erst hier zuhause via PC durch Beiträge in den Blogs überhaupt auf den Anschlag aufmerksam gemacht worden!!!
    Man stelle sich vor, ein Brandanschlag sei auf eine Moschee verübt worden – wie groß wäre der Aufschrei und wie “riesig” die mediale und politische Anteilnahme.

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  3. Man stelle sich vor, ein Brandanschlag sei auf eine Moschee verübt worden wie groß wäre der Aufschrei und wie riesig die mediale und politische Anteilnahme.

    kein sein, kann auch nicht sein!

    Aber egal: Schändung ist Schändung und zwar ganz gleich ob Moschee, Kirche oder eben Synagoge. Ist m.E. alles gleich verwerflich!

    Shalom!

    Miles

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  4. Pingback: Chajms Sicht » Halloween in Mainz

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