Kritik der Kritiker

Henryk Broders Argumente gegen den Islam werden im Internet gerne weiterverarbeitet und abgeschrieben. Bemerken konnten Leser dieses Blogs das unter anderem in den Kommentaren zu diesem Artikelhier. Nun meldet sich der Leiter der Feuilletonredaktion, Claudius Seidl, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu Wort und kritisiert die Argumente der Kritiker (hier). Das tut er in Einzelschritten und recht genau und kommt zu dem Schluss:

Diese Befunde sind schon deshalb deprimierend, weil sie keinen anderen Schluss zulassen, als dass die Muslime in unsere westlichen, säkularisierten Gesellschaften nicht integriert werden können – es sei denn, sie hörten auf, Muslime zu sein. von hier

Wenn Henryk Broder das tun würde, was er an anderen ankreidet (den Muslimen), nämlich sich für die Rechte der Frauen einzusetzen (beispielsweise), dann sollte er sich vor der Kölner Synagoge in den Sitzstreik begeben und fordern, dass Frauen unten bei ihren Männern sitzen dürften. Hat er das jemals gemacht oder öffentlich kritisiert? Wohl eher nicht.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ziemlich billige Rhetorik von dir, die Gräueltaten des Islams auf eine Stufe mit der Sitzordnung einer Kölner Synagoge zu stellen. Damit spuckst du eigentlich jeder Frau die im Namen des Propheten vergewaltigt, geschlagen, gequält, verstümmelt und ermordet wurde ins Gesicht. Das bringt uns zwar im Diskurs nicht weiter, zeigt aber auf wie weit einige bereit sind zu gehen, um ihre Freundschaft mit der Religion des Friedens nicht aufs Spiel zu setzen.

    Übrigens hat Broder ein ganzes Buch über die Verrücktheiten des Judentums geschrieben, das scheint dir entgangen zu sein.

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  2. Wieso eigentlich vermeidet es Herr Steinfeld (SZ), auf das zentrale Broder-Argument – nämlich Gewalt – überhaupt einzugehen? (Siehe Absatz beginnend mit “Basiert” im oben verlinkten Welt-Artikel.) Bei aller Kritik an Broders Stil: was meint Steinfeld, wenn er diesen, der nur mit seiner scharfen Zunge kämpft, mit Leuten vergleicht, die gezielt Zivilisten ermorden?

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  3. @Yankel Moishe

    Wieso eigentlich vermeidet es Herr Steinfeld (SZ), auf das zentrale Broder-Argument nämlich Gewalt überhaupt einzugehen?

    Broder hat zur Gewalt keine Argument geliefert, außer dem was sowieso schon offentsichtlich ist, darüberhinaus aber auch noch die Muslime als Kollektiv in Haftung nimmt. Er wiederholt ständig die üblichen Sprechblasen.
    Wo ist da das Argument, das man widerlegen soll? Man kann Broders Stil nicht von seinem Inhalt trennen. Broder liefert informativ nichts, das versucht er eben durch großes Getöse und Wortspiele kompensieren.

    Das dann die ganzen stolzdoitschen kirchturmgeilen Romans und die Durchfall-braunen von PI dem Beifall klatschen ist ein erwünschter Nebeneffekt, der durchaus gewollt ist.

    Und wenn Broderline meint “die “Islamkritik” müsse jetzt “militant” werden und ihre Kritiker “mit der Axt ins Bad” treiben” dann wird hier ganz offen der Wille bekundet Hand anzulegen.

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  4. @Serdar:
    Natürlich ist Kollektivhaftung grundsätzlich problematisch.
    Aber wenn “Anti-Islamismus” (stimmt es, dass der Begriff von Khomeni geprägt worden ist?) mit dem “Anti-Semitismus” des 19. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt wird, wird damit indirekt behauptet, dass von Juden damals eine genauso grosse gewaltsame Bedrohung ausging wie heute von Islamisten. Und das ist gelinde gesagt eine IMHO absolute Frechheit.

    YM

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  5. @Yankel Moishe

    Natürlich ist Kollektivhaftung grundsätzlich problematisch.

    Das kann man nicht einfach heuristisch von den anderen Aussagen Broders trennen. Wenn ein Tropfen Öl ins Wasser fällt, ist alles konterminiert. So ist das mit den Aussagen Broders. Man kann das Triviale in seinen Aussagen nicht als Erkenntnis verkaufen um zusagen, ja das andere, sein Stil ist nicht in Ordnung oder ein paar Sachen wären problematisch. Es gehört alles zusammen.

    Aber wenn Anti-Islamismus (stimmt es, dass der Begriff von Khomeni geprägt worden ist?) mit dem Anti-Semitismus des 19. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt wird, wird damit indirekt behauptet, dass von Juden damals eine genauso grosse gewaltsame Bedrohung ausging wie heute von Islamisten. Und das ist gelinde gesagt eine IMHO absolute Frechheit.

    Nein das wurde für den Begriff “Islamophobie” behauptet, was auch falsch ist, weil es kein Referenz dazu gibt. Kurzum es ist glatt gelogen. Bis jetzt konnte keiner einen Beweis liefern. Sogar wenn es so wäre, analytisch kann man den Begriff durchaus benutzen. Außerdem gibt es den Begriff Islamophobie im Persischen nicht.

    Es wird übrigens nichts indirekt behauptet oder gleichgesetzt. So ein Vergleich kann sogar Unterschiede zu Tage fördern. Da solltest du dich nicht von Broder einspannen und alles auf ein paar Sätze reduzieren lassen. Benz hat mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung eine Tagung gemacht mit dem Titel Feindbild Muslim-Feindbild Jude.

    Damals gab es eine heftige Kritik und Widerstand gegen diese Tagung von Seiten der sogenannten Antideutschen und anderen Gestalten. Dazu gehörten, Broder, M. Küntzel (den ich übrigens persönlich schätze), Clemens Heni und Co. Sie haben auch Benz persönlich angegriffen.

    Alan Posener hat damals Benz und die Tagung in Schutz genommen und die anderen genüsslich vorgeführt. ( Hier und Hier nachzulesen )

    Nun wenn du wirklich interessiert bist zu wissen, was Benz wirklich behauptest, dann schaust du dir einfach das Jahrbuch der ZfA an, dort sind die Beiträge der Tagung abgedruckt. Und einen weiteren Band Islamfeindschaft und ihr Kontext der nachträglich noch rauskam (die Rezi dazu).

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