Quartier Dich ein!

Längerer Besuch von der lieben Verwandtschaft ist nicht immer ein Grund für extreme Freude, sagen jedenfalls zahllose lustige Geschichten darüber. Bei der erweiterten Verwandtschaft kann man sich jetzt übrigens über das Internet einquartieren. Jewgether.org erlaubt es, dass man nach Übernachtungsmöglichkeiten bei Jüdinnen oder Juden weltweit sucht und findet. Offenbar ist das eine jüdische Variante der Seite couchsurfing.org, von der ich bis zu einem Artikel in der ZEIT nie zuvor etwas gehört habe. Jewgether.org erlaubt jedenfalls auch Suchanfragen nach religiöser Observanz zu filtern, so dass Orthodoxe nicht in rekonstruktionistischen Familien landen oder umgekehrt…
Keine schlechte Sache, wenn es die Möglichkeit gibt, bei anderen Juden kurzzeitig zu wohnen und sie kennen zu lernen. Auch wer nicht unbedingt religiös lebt, wird es vielleicht vorziehen im Ausland bei einer anderen jüdischen Familie zu wohnen, als bei Menschen die man nicht einschätzen kann.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ja, das ist ne nette Idee. Ich bin seit einigen Jahren “Mitglied” bei Hospitality Club (http://www.hospitalityclub.org/) , das ist wie couchsurfing. Habe auch schon Erfahrung damit gemacht (nur gute!). Mir gefällt die Idee, beim Reisen Leute kennen zu lernen, und sicher ist es nicht übel, wenn man dabei “bei der erweiterten Verwandschaft” unterkommen kann. Sollte man aber nicht als “billiges Hotel” gebrauchen, das ist so ein Bisschen die Gefahr dabei.
    Hast du dich schon registriert? 😉

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  2. @Ingo Stimme zu! Danke für den Hinweis. Ich war der andere Nutzer, dem der Text noch nicht bekannt war 🙂
    Interessant wäre es zu erfahren, wieviele Nutzer nun angemeldet sind. Ich werde mal nachhören. In der ZEIT war die Rede von 600 (?)…

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  3. Mir nur partiell klar, was daran das neue sein soll. Bis auf die Internetkomponente vielleicht. Aber dass bei Juden Gastfreundschaft (“Hachnossas Orchim”) ganz gross geschrieben wird, dürfte Eingeweihten ja schon seit ein paar Tausend Jahren hinlänglich bekannt sein. Anfangen mit dem bekannten Midrasch, dass das Zelt von Abraham Awinu vier Eingänge gehabt haben soll, damit Gäste aus jeder Richtung ohne Umweg eintreten können. Und jeden morgen zitieren wir aus dem Talmud (Schabbath 127a), dass Hachnossas Orchim zu den Dingen gehöre, “deren Zinsen wir bereits in dieser Welt geniessen, aber deren Kapitalstock uns für die zukünftige Welt erhalten bleibt”.

    Ich selber profitiere regelmässig von solchen Strukturen: zuletzt am letzten Wochenende, wo wir über Vermittlung von Bekannten bei Leuten in einer anderen Stadt übernachtet haben, von deren Existenz wir bis dahin nichts wussten. Dass man zu Schabbes-Mahlzeiten einlädt und eingeladen wird, ist auch selbstverständlich.

    Umgekehrt gibt es Netzwerke (von denen wir Teil sind), die jungen Juden (auch und gerade aus Deutschland) den Aufenthalt in jüdischer Umgebung ermöglichen sollen…

    YM

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    • Natürlich fragt man sich, wie du zu einer Stadt gelangst, von deren Existenz du bis dahin nichts wusstest. Und dass es Juden dort gibt, ist noch erstaunlicher. Am merkwürdigsten aber, wie du sie gefunden haben magst!

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